Wo dem BVB noch Gefahren drohen - Klare Worte von Marco Reus

dzNach harter Prüfung in Köln

Das 3:1 in Köln zeigt, wo der BVB in dieser Saison seine Stärken hat, vor allem aber auch, wo Gefahren drohen. Marco Reus spricht die Probleme der ersten 60 Minuten an – und gibt sich als Mahner.

Köln

, 25.08.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gedanklich befand sich Marco Reus bereits im Kurzurlaubs-Modus. Zwei freie Tage vor Augen, nur noch der Interview-Marathon nach dem schwer erarbeiteten Sieg gegen den 1. FC Köln, und Borussia Dortmunds Kapitän überlegte laut, wie er diese kurze Auszeit wohl verbringen solle. „Vielleicht“, sinnierte er, „mache ich mal ein Wochenende komplett ohne Fußball.“

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Doch über die ersten 60 Minuten einer Partie, in der der Aufsteiger dem Titelaspiranten alles abverlangt hatte, musste zuvor noch geredet werden. Denn die Mängelliste war lang: „Zu ungenau“ habe der BVB gespielt, zu zögerlich. „Wir hatten zu viele Fehlpässe, dadurch bekamen wir keine Sicherheit in unser Spiel“, zählte Reus auf. „Die Räume, die der FC uns auf den Außenbahnen bot, haben wir nicht genutzt. Wir hatten kein Vertrauen in unser Spiel.“

Reus: „Wir müssen schon hart arbeiten“

Trotz einer weiter perfekten Saison ohne Punktverlust mit vier Siegen in den vier Pflichtspielen sah Reus den Zeitpunkt gekommen, um Klartext zu reden. „Von alleine“, meinte er, „geht nichts. Es reicht nicht, dass wir gute Spieler dazubekommen haben. Wir müssen schon hart arbeiten.“

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Die RN-Analyse zum 3:1 des BVB in Köln

Reus‘ Worte analysierten die ersten 45 Minuten recht anschaulich. Denn da gelang es dem Favoriten nicht, sein Spiel durchzudrücken. Es nur mit spielerischen Mitteln zu versuchen, war ein untaugliches Mittel. Köln hielt mit großer Aggressivität und einem riesigen Laufpensum dagegen. Dortmunds zentrale defensive Achse konsequent anzulaufen, erwies sich als perfekte Taktik, um diese technisch beschlagene Elf unter Kontrolle zu halten. Das BVB-Kombinationsspiel fand quasi nicht statt.

Mit Brandt und Hakimi schafft der BVB die Wende

In der Kabine, gestand Reus, sei zur Pause die Stimmung nicht die beste gewesen. Erstaunlich, dass das 0:1 vielen Spielern in die Glieder gefahren war, von einer gewissen Verunsicherung konnten sich nur die wenigsten ausnehmen. Die Wende, sie kam bekanntlich mit der Einwechslung von Julian Brandt und Achraf Hakimi, die dem Dortmunder Spiel mehr Tiefe und Tempo gaben – und die konsequent ausnutzten, dass sich die Kölner vor der Pause spürbar verausgabt hatten. „Wir haben anders Fußball gespielt mit den beiden. Achraf hat gezündet auf der Außenbahn, Julian hat gute Lösungen aus der Tiefe gefunden“, lobte Reus.

Wie der Kapitän auch sah Edeljoker Brandt eine gewisse Selbstzufriedenheit nach dem 5:1 gegen Augsburg. „Man ist beflügelt unterwegs“, meinte er. „Heute aber haben wir gemerkt, dass man um drei Punkte immer hart kämpfen muss.“ Ein hart erarbeiteter Sieg als Blaupause für die kommenden Wochen. Brandt: „Von der Sorte werden sicher noch einige Spiele kommen.“ Wahrscheinlich schon am Samstag bei Union Berlin.

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