Weniger TV-Geld für die Bundesliga - Saisonstart mit Zuschauern?

Borussia Dortmund

Die neuen Medienrechte für die Bundesliga sind vergeben. Die Klubs müssen mit weniger Geld planen. DFL-Chef Seifert ist dennoch zufrieden - und hofft auf einen Saisonstart mit Zuschauern.

von dpa

Dortmund

, 22.06.2020, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab der neuen Saison sollen BVB-Spiele im Signal Iduna Park wieder mit Zuschauern über die Bühne gehen.

Ab der neuen Saison sollen BVB-Spiele im Signal Iduna Park wieder mit Zuschauern über die Bühne gehen. © Groothuis/Witters/Pool/Witters

Die 36 Vereine der Fußball-Bundesliga und der 2. Bundesliga müssen für die Spielzeiten von 2021 bis 2025 mit weniger TV-Geld auskommen. Nach Angaben von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wurde bei der Auktion der Medienrechte für den Zeitraum durchschnittlich pro Jahr 1,1 Milliarden Euro und damit insgesamt 4,4 Milliarden Euro erlöst.

DFL: 4,64 Milliarden Euro bis 2021, danach 4,4 Millionen Euro

Bei dem noch bis Ende der kommenden Spielzeit laufenden Vertrag waren für vier Saisons 4,64 Milliarden Euro erzielt worden. Trotz des leichten Rückgangs zeigte sich Seifert zufrieden angesichts der Umstände und der Folgen durch die Corona-Pandemie. „Das Ergebnis ist ein sehr gutes und gibt der Liga Planungssicherheit. Das wird sich auch im Vergleich der anderen Topligen mehr als sehen lassen können“, sagte der Chef der Deutschen Fußball Liga am Montag.

Wichtigster Partner der Bundesliga-Vereine bleibt Sky, auch wenn der Pay-TV-Sender ab 2021 weniger Begegnungen zeigen darf als derzeit. 200 Punktspiele laufen künftig samstags beim Langzeit-Partner aus Unterföhring. Außerdem zeigt Sky alle Spiele der 2. Liga und die Konferenzen beider Ligen. DAZN konnte hingegen sein Angebot auf 106 Erstliga-Partien live ausbauen. Der kostenpflichtige Streamingdienst zeigt die Erstliga-Partien am Freitag und am Sonntag.

„Sportschau“ und „Aktuelles Sportstudio“ sind weiterhin dabei

Ohne zusätzliche Kosten können die Fans die Zusammenfassungen der Liga auch zukünftig in der „Sportschau“ der ARD und im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF sehen. Die ARD ist einer der Gewinner der Auktion und sicherte sich mehrere Pakete, darunter alle für das Radio. Das Audio-Angebot von Amazon wird es von der Saison 2021/22 an nicht mehr geben. Der im Vorfeld auch als aussichtsreicher Kandidat für TV-Rechte gehandelte Onlinehändler hat sich wie die Telekom zurückgehalten.

Zu den Gewinnern des Wettbietens gehört auch Sat.1. Der Free-TV-Sender hat überraschend ein Live-Rechtepaket erworben und darf von 2021 an pro Saison neun Spiele im Free-TV zeigen. Zu den Begegnungen gehören der Supercup sowie Erstliga-Partien am 1., 17. und 18. Spieltag, die bis Ende der kommenden Saison beim ZDF laufen. Dazu kommen vier Relegationsspiele und das Auftaktspiel der 2. Bundesliga. Neu ist, dass zukünftig wieder Spiele der 2. Liga ohne Zusatzkosten zu sehen sein werden. 33 Partien am Samstagabend darf Sport1 übertragen, parallel zu Sky.

Neue Bundesliga-Saison soll mit Fans in den Stadien starten

Unterdessen treibt die Bundesliga Pläne für einen Start der nächsten Saison mit Fans in den Stadien voran. „Es ist nun mal der Wunsch, die Saison mit Zuschauern beginnen zu können. Wir versuchen, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagte Seifert. Einen konkreten Termin für den Beginn der neuen Spielzeit nannte der DFL-Chef nicht.

„Da sind wir mittendrin. Es ist völlig klar, dass wir uns zwei Ziele stecken: Die neue Saison zu beginnen und die neue Saison zu beenden.“

Großveranstaltungen mit vielen Zuschauern sind nach den Vorgaben der Politik bis Ende Oktober verboten, Ausnahmen sind aber möglich. Es gelte, sich dafür „die Vor-Ort-Situation anzuschauen“, sagte Seifert. „Wir führen in aller Ruhe und mit der nötigen Konsequenz die Gespräche. Die Clubs brauchen so schnell wie möglich Planungssicherheit“, fügte der 51-Jährige hinzu.

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