Welcher BVB-Torjäger kommt „Bomber“ Gerd Müller am nächsten?

Borussia Dortmund

Deutschlands unerreichter Torjäger Gerd Müller feiert seinen 75. Geburtstag. Auch für den BVB spielten außergewöhnlich treffsichere Stürmer. Wer kommt dem „Bomber der Nation“ am nächsten?

Dortmund

von Sascha Klaverkamp

, 03.11.2020, 20:52 Uhr / Lesedauer: 3 min
Auf den Spuren von Gerd Müller (oben links): Lothar Emmerich (oben rechts), Manfred Burgsmüller (unten links) und Stephane Chapuisat.

Auf den Spuren von Gerd Müller (oben links): Lothar Emmerich (oben rechts), Manfred Burgsmüller (unten links) und Stephane Chapuisat. © dpa (3) / imago

Als sich Deutschlands führende Sportjournalisten vor zwei Jahren zusammenfanden, um über die „Gründungself“ für die neue „Hall of Fame“ des deutschen Fußballs in Dortmund zu beraten, musste sie über einen Namen keine zwei Sekunden sprechen: Gerd Müller. Der „Bomber der Nation“, der Mann, der Deutschland 1974 zum WM-Titel schoss und für den FC Bayern unfassbare 365 Bundesligatore erzielte, fand selbstverständlich einstimmig Aufnahme in die Ruhmeshalle.

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Gerd Müller, der beste deutsche Torjäger der Geschichte, wird am Dienstag 75 Jahre alt. Seine Torquote, seine Erfolge, sind noch immer der Maßstab, an dem jeder Bundesliga-Stürmer gemessen wird. An Müllers Geburtstag wollen wir von den BVB-Fans wissen: Welcher der früheren Borussen-Torjäger kommt Gerd Müller am nächsten? Aus jeder Epoche seit Gründung der Fußball-Bundesliga haben wir herausragende Torjäger des BVB herausgesucht - und stellen diese hiermit zur Wahl:


Lothar Emmerich: Der unvergessene Torjäger der Sechziger Jahre, er trug neun Jahre lang das Borussen-Trikot, schoss 115 Treffer und feierte mit dem BVB nicht nur den Pokalsieg 1965, sondern auch den legendären Europapokalsieg 1966. Zudem heimste Emmerich zweimal die Torjägerkrone der Liga ein. 1966 allein, 1967 teilte er sich den Titel mit Gerd Müller.

Verbreitete Angst und Schrecken im gegnerischen Strafraum: Siggi Held.

Verbreitete Angst und Schrecken im gegnerischen Strafraum: Siggi Held. © imago / Horstmüller

Siggi Held: Der Stürmer mit dem markanten Schnauzer, zweimal in Diensten des BVB, verbreitete Angst und Schrecken im gegnerischen Strafraum als kongenialer Partner Emmerichs, das Duo wurde auch gern „terrible twins“ genannt. Der Nationalspieler, der ebenfalls zu den Europapokal-Helden von 1966 zählte, traf 44 Mal in der Liga für die Borussia.


Timo Konietzka: Was für eine Trefferquote: Für seine 42 Borussen-Treffer benötigte der gebürtige Lüner Konietzka nur 53 Spiele. Und in seinen ersten 100 Spielen in der Bundesliga (unter anderem für 1860 München) erreichte er 72 Tore - mehr als jeder andere Profi in diesem Zeitraum. Schon vorher, in der Oberliga, hatte er massenhaft Tore für den BVB besorgt, aber 1963 gelang ihm der Eintrag in die Geschichtsbücher: Konietzka erzielte das erste Tor der neu geschaffenen Bundesliga.

Timo Konietzka erzielte das erste Tor der neu geschaffenen Bundesliga.

Timo Konietzka erzielte das erste Tor der neu geschaffenen Bundesliga. © imago/Horstmüller

Manfred Burgsmüller: Nicht nur ein herausragender Typ, sondern auch ein brillanter Torjäger. Mehr Bundesliga-Treffer als „Manni“ hat kein anderer Spieler für den BVB geschossen: 135. Von 1976 bis 1983 stürmte er im schwarzgelben Dress, seine Schlitzohrigkeit und Fähigkeit, quasi aus jeder noch so unmöglichen Lage aufs Tor zu schießen, begeisterten die Fans.


Norbert Dickel: Das Denkmal des BVB, der Stürmer, der als „Held von Berlin“ in die BVB-Geschichte einging, weil er seinen Herzensklub 1989 trotz schwerer Knieverletzung mit zwei Treffern im Finale zum Pokaltriumph führte. Heute wirkt „Nobbi“ als Stadionsprecher und „Abteilung Spaß“ noch immer bei der Borussia.

Schoss den BVB 1989 zum Pokalsieg: Nobby Dickel.

Schoss den BVB 1989 zum Pokalsieg: Nobby Dickel. © imago / Horstmüller

Stephane Chapuisat: Die großen Dortmunder Erfolge der goldenen Ära Mitte der Neunziger Jahre sind eng mit seinem Namen verbunden. Der schweigsame Schweizer mit dem riesigen Torriecher schoss nicht nur 102 Tore für den BVB, er durfte zwei Meisterschaften, den Champions-League-Sieg und den Triumph im Weltpokal mit der Borussia feiern. „Chappi“ war und ist einer der größten Publikumslieblinge der Neuzeit.


Jan Koller: Der baumlange Tscheche war alles andere als unbeweglich. Er besaß eine gute Technik und brachte seine Wucht im Strafraum häufig erfolgreich ein. Oft perfekt eingesetzt von seinem schmächtigen Landsmann Tomas Rosicky, steuerte Hüne Koller 59 Ligatore bei - unter anderem zum Meistertitel 2002 und zum Einzug ins UEFA-Pokal-Finale im selben Jahr.

Publikumsliebling beim BVB: Jan Koller.

Publikumsliebling beim BVB: Jan Koller. © imago

Robert Lewandowski: Mittlerweile trifft Lewandowski, Europas Fußballer des Jahres, längst für den FC Bayern und ist auf bestem Wege, sich zum zweitbesten Torjäger der Ligageschichte hinter Gerd Müller aufzuschwingen. Seine Erfolgsgeschichte aber begann in Dortmund. Von 2010 bis 2014 netzte der Pole für den BVB verlässlich ein (74 Ligatreffer) und feierte unter Trainer Jürgen Klopp zwei Meistertitel und einen Pokalsieg.


Pierre-Emerick Aubameyang: Der pfeilschnelle Gabuner zählt zu den Paradiesvögeln der aktuellen Stürmergeneration. Schnelle Autos, schrille Klamotten und Eskapaden abseits des Rasens gehören zu ihm wie eine eingebaute Torgarantie: Aubameyang stürmte viereinhalb Jahre für den BVB, er schoss 98 Tore in der Liga und stolze 15 im DFB-Pokal. 2017 griff er sich mit der Borussia den goldenen Pott. Golden war letztlich auch sein Abschied: Dortmund kassierte für ihn im Winter 2018 vom FC Arsenal 63 Millionen Euro Ablöse.

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