Wegen der Corona-Krise: Beim BVB hängen mehr als 20 Personalien in der Warteschleife

dzBorussia Dortmund

Trainerteam, Neuzugänge, verliehene Spieler, Vertragsverlängerungen: Beim BVB hängen wegen der Corona-Krise rund 20 Personal-Entscheidungen in der Warteschleife.

Dortmund

, 29.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ende März 2020 steht noch nicht einmal fest, ob und wann in der Fußball-Bundesliga weitergespielt wird. Für die mittel- und langfristigen Planungen bedeutet das schlichtweg einen Alptraum, denn kein Manager kann sein Budget beziffern oder treffsicher die Entwicklung des Transfermarkts und der Summen generell vorhersagen. Ein BVB-Überblick:

? 01.) Neuzugänge: Wie bereits vor drei Wochen berichtet, könnte der BVB den belgischen Nationalspieler Thomas Meunier (28) ablösefrei verpflichten. Der Rechtsverteidiger von Paris Saint-Germain brächte internationale Klasse und Erfahrung mit, wäre trotz seines auslaufenden Vertrags bei PSG aber kein Schnäppchen, weil er Handgeld und ein sicher sehr gut dotiertes Arbeitspapier bekäme.

BVB scheint im Rennen um Bellingham die Nase vorne zu haben

Noch längst nicht fixiert scheint der Wechsel des britischen Supertalentes Jude Bellingham (16) von Birmingham City. Borussia Dortmund hat sich früh um den zentralen Mittelfeldspieler bemüht und liegt nach Informationen dieser Redaktion in der Gunst des Spielers und seiner Familie vorne. Doch in Zeiten der Corona-Krise geraten Zahlen und Zusagen von vor wenigen Wochen womöglich wieder ins Wanken.

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Ob weitere geplante Verpflichtungen nötig und auch möglich sind, lässt sich wegen der Krisenlage kaum abschätzen. Dazu bestimmen zu viele Unwägbarkeiten die aktuelle Situation.



? 02.) Abgänge: Bei den Stammspielern, die der BVB zu verlieren droht, muss der Klub die Entwicklungen abwarten - was schwierig genug ist. Bei Achraf Hakimi (21) könnte die Coronakrise tendenziell eher zu einer Rückkehr zu Real Madrid führen, sobald seine Leihzeit im Sommer beendet ist. Für Hakimi müsste Spaniens Renommierklub nicht ins Portemonnaie greifen und hätte eine weitere Alternative im Kader. Diese Option erscheint aus Madrider Perspektive gut.

Bleibt das Wettbieten um BVB-Dribbler Jadon Sancho aus?

Eines der nicht nur aus Dortmunder Sicht spannendsten Themen der kommenden Wochen dürfte der Weg von Jadon Sancho (20) sein. Englands Großklubs rangeln um die Dienste des besten BVB-Spielers dieser Saison. Bis vor Kurzem schien es auf ein Wettbieten hinauszulaufen, doch ob tatsächlich in diesem Sommer Mondpreise weit jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze aufgerufen werden, erscheint fraglich, und damit ein Verbleib Sanchos, dem es in Dortmund wunderbar gefällt, nicht weniger wahrscheinlich.

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Andere Abgänge dürften weniger Schmerzen bereiten. Mario Götze (27) darf nach Ablauf seiner Dienstzeit das Weite suchen. Mahmoud Dahoud (24, Vertrag bis 2022) dürfte nach drei in Summe enttäuschenden Jahren in Dortmund eine neue Herausforderung suchen. Auch die Anstellung des dritten Torhüters Eric Oelschlägel (24) scheint zu enden, weil Eigengewächs Luca Unbehaun (19) nach überstandener Knieproblematik wieder zwischen den Pfosten der Regionalliga-Mannschaft steht.

Balerdi, Morey, Raschl - BVB-Hoffnungen erfüllen sich nicht

Für mehrere Talente erfüllte sich die Hoffnung auf Spielzeit nur begrenzt oder gar nicht. Wie es mit Leonardo Balerdi (21), Mateu Morey (20) oder Tobias Raschl (20) weitergeht beim BVB, hängt auch von anderen Personalien ab.



? 03.) Leihspieler: Hier dürften Borussia Dortmunds Bosse gewaltig ins Grübeln geraten. Von den sieben (!) in dieser Saison verliehenen Kandidaten dürfte kaum einer eine ernsthafte Chance im BVB-Kader bekommen. Doch Spieler wie Andre Schürrle (29), Ömer Toprak (30), Marius Wolf (24), Jeremy Toljan (24), Sergio Gomez (18), Felix Passlack (21) oder Dzenis Burnic (20) haben gültige schwarzgelbe Papiere.

Interessenten dürften gerade bei leistungsschwachen Großverdienern wie Schürrle nicht Schlange stehen, hohe Ablösesummen sind wegen des unvorhersehbaren Transfermarkts kaum zu erwarten. Nicht auszuschließen, dass der BVB Spieler beschäftigen muss, für die er eigentlich keine Verwendung mehr sieht.



? 04.) Trainerteam: Der Vertrag von Lucien Favre (62) wurde im Frühling 2019 um ein Jahr ausgeweitet, der Schweizer steht beim BVB noch bis zum Sommer 2021 im Wort. Ob es bis dahin bei der Zusammenarbeit bleibt, wird auch von den finalen Spielen in dieser Saison abhängen. Und dann ist obendrein fraglich, wie beide Seiten mit der Konstellation umgehen, dass der Trainer mit einem auslaufenden Vertrag in die neue Spielzeit geht.

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Davon hängt auch die weitere Zusammenarbeit mit den Co-Trainern ab. Während Manfred Stefes (53) als Vertrauensmann von Favre eher von dessen Zukunft abhängt, hat sich BVB-Zögling Edin Terzic (37) absolut etabliert und für weitere Aufgaben empfohlen.



? 05.) Vertragsverlängerungen: Bei Torhüter Roman Bürki (29) deutet alles auf eine Vertragsverlängerung hin. Entschieden werden muss nach Informationen dieser Redaktion „nur“ über die Laufzeit und das Gehalt. Gerade in den unwägbaren Corona-Zeiten wäre alles andere als ein neuer Kontrakt für den zuverlässigen Oldie Lukasz Piszczek (34) eine Überraschung.

Verdient hätte sich das auch Dan-Axel Zagadou, dessen bisheriger Vertrag zwar erst 2022 endet, der seit seiner Unterschrift beim BVB im Sommer 2017 jedoch einen gänzlich anderen Stellenwert erreicht hat.

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