Nach Blocksturm und Bengalos: So will die Polizei Brutalität beim Revierderby verhindern

Borussia Dortmund

Hubschrauber, Sichtschutzwände, Sperrungen: Die Polizei arbeitet mit Hochdruck an einem friedlichen Derby zwischen Schalke und dem BVB. Denn das Duell findet Samstag gleich zwei Mal statt.

Dortmund

, 22.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Nach Blocksturm und Bengalos: So will die Polizei Brutalität beim Revierderby verhindern

Am Samstag steigt das nächste Revierderby in Gelsenkirchen, die Polizei bereitet sich schon jetzt auf das Duell vor. © picture alliance / Friso Gentsch

Schwarzgelb gegen Blauweiß. Dortmund gegen Gelsenkirchen. BVB gegen Schalke. Das Revierderby steht am kommenden Samstag (15.30 Uhr) an - mehr Rivalität, mehr Spannung, mehr Emotionen gehen im Fußball fast nicht.

Der BVB muss in der Königsklasse aber erst bei Inter Mailand ran (Mittwoch, 21 Uhr), hat also noch gar keine Zeit, Gedanken an das Revierderby in Gelsenkirchen am kommenden Samstag zu verschenken. Dafür steckt die Polizei schon jetzt mitten in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel des BVB bei Schalke 04.

Das Revierderby steigt am Samstag gleich zwei Mal

Die Beamten arbeiten mit Hochdruck an einem reibungslosen, friedlichen Spieltag - der übrigens nicht nur durch das Ruhrpott-Derby brisant wird. Am Samstag treffen ausgerechnet auch die U23-Teams von Borussia Dortmund und Schalke 04 in der Regionalliga West aufeinander (Stadion Rote Erde, 14 Uhr).

Nach Blocksturm und Bengalos: So will die Polizei Brutalität beim Revierderby verhindern

Im November 2017 stehen Polizisten nach dem Revierderby (4:4) vor der Südtribüne. © picture alliance/dpa

Dazu kommen die Regionalliga-Partien SG Wattenscheid 09 gegen Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Düsseldorf II gegen Rot-Weiss Essen. Es wird am Samstag also voll - und hitzig - im Ruhrgebiet.

„Die Bundespolizei beabsichtigt eine friedliche An- und Abreise zu den verschiedenen Spielpaarungen zu gewährleisten und Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Fanszenen zu verhindern“, erklärt der Einsatzleiter, Polizeioberrat Sven Srol. Um genau das zu gewährleisten, arbeitet die Polizei schon jetzt mit Hochdruck an verschiedenen Maßnahmen:


  • Sichtschutzwände: Im Bereich des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes wird die Bundespolizei unter anderem Heim- und Gastfans durch Sichtschutzwände trennen, um verbale Provokationen der unterschiedlichen Gruppierungen von Beginn an zu minimieren - und so einen zügigen Personendurchfluss im Hauptbahnhof zu gewährleisten.

  • Sperrungen von U-Bahn-Zugängen: Wie bei jedem Heimspiel von Schalke 04 wird der Zugang zur U-Bahn im Bereich der Bochumer Straße während der An- und Abreise der Dortmunder Gästefans gesperrt werden. Ein Zugang zur U-Bahn ist im Hauptbahnhof und im Bereich des Vorplatzes dauerhaft möglich.

  • Sperrungen einzelner Bahnsteige: Vorsorglich weist die Bundespolizei darauf hin, dass es vor allem während der Rückreise nach Spielende zu temporären Sperrungen einzelner Bahnsteige kommen kann.

  • Einsatz von Direktzügen: Auf Grund des riesigen Interesses am Derby-Kracher Dortmund gegen Schalke werden die Deutsche Bahn und der VRR zusätzliche Züge einsetzen. Die werden vom Dortmunder Hauptbahnhof ohne Zwischenhalt direkt nach Gelsenkirchen fahren. Die genauen Abfahrtszeiten stehen aktuell noch nicht fest. Die Polizei wird diese in einer Pressemitteilung und auf Twitter veröffentlichen, sobald die Informationen da sind.


  • Infos rund um den Spieltag: Die Polizei empfiehlt allen Reisenden, ihre Planungen an dem erwartungsgemäß erhöhten Verkehrsaufkommen am Samstag rund um das Ligaspiel auszurichten. Mit vollen Zügen im Ruhrgebiet muss gerechnet werden.

  • Warnung vor Pyrotechnik: Die Polizei weist ausdrücklich alle Fans darauf hin, dass die Verwendung von Pyrotechnik verboten ist. Gerade in Zügen, in Personenbahnhöfen und in Fußballstadien kann der Gebrauch von Pyrotechnik Menschen erheblich gefährden. Deshalb ist schon das Mitführen und Abbrennen von Pyrotechnik grundsätzlich strafbar und wird durch die Bundespolizei konsequent verfolgt.

  • Erhöhtes Polizeiaufkommen: Die Bundespolizei wird am kommenden Samstag mit einer dreistelligen Anzahl von Einsatzkräften in Bahnhöfen, Haltepunkten und Zügen unterwegs sein. Hierzu wird die einsatzführende Bundespolizeiinspektion Dortmund durch die Bundesbereitschaftspolizei aus Sankt Augustin, Huenfeld und Duderstadt verstärkt. Zudem wird ein Bundespolizeihubschrauber mit Bildübertragung zum Einsatz kommen.

In der vergangenen Saison stürmten BVB-Fans den Gästeblock

All diese Maßnahmen sind auch nötig, wie ein Blick auf vergangene Revierderbys zwischen Schwarzgelb und Blauweiß zeigt: Noch beim letzten Aufeinandertreffen Ende April kam es zu Ausschreitungen. Am 31. Spieltag der vergangenen Saison bezwangen die Schalker den BVB im Signal Iduna Park mit 4:2 - ein Stich, der die um die Meisterschaft kämpfenden Dortmunder mitten ins Herz traf.

Nach Blocksturm und Bengalos: So will die Polizei Brutalität beim Revierderby verhindern

Schalker Fans werden am 31. Spieltag der vergangenen Saison von Polizisten zum Signal Iduna Park geleitet. © picture alliance/dpa

Mehrere Dortmunder Anhänger versuchten nach dem Abpfiff den Gästeblock zu stürmen, die Polizei konnte durch ihr Eingreifen Schlimmeres verhindern. Während des Derbys bekam BVB-Spieler Jadon Sancho auch noch ein Feuerzeug aus dem Schalker Block an den Kopf und musste behandelt werden, vor dem Anpfiff zündeten die Schalker Gästefans Pyrotechnik.

Polizei setzte im November 2017 Schlagstöcke und Pfefferspray ein

Die Vorfälle aus diesem Jahr sind natürlich nicht das einzige schwarze Kapitel zum Thema Fanverhalten bei den Revierderbys. Im November 2017 versuchten BVB-Anhänger nach dem 4:4 im Revierderby Schalke-Fans zu attackieren, die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Schläger ein.

Die Szenen, die wohl kein Fußballfan jemals vergessen wird, wenn es um Ausschreitungen im Revierderby geht, sind die aus dem Oktober 2013. Vermummte Personen im BVB-Block brennen Bengalos ab, schießen Leuchtraketen auf Dortmund-Fans und in den Schalker Familienblock.

Genau um solche Vorfälle zu verhindern, steckt die Polizei schon jetzt mitten in den Vorbereitungen auf das Revierderby.

Lesen Sie jetzt