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Tuchel: "Freude getrübt" - Heidel stärkt Watzke

Vor Pokalspiel gegen Hertha BSC

Der Schock über die hässlichen Szenen vor dem Stadion vor dem BVB-Spiel gegen RB Leipzig hat auch die Mannschaft der Borussia erreicht. "Das hat die Freude über den Sieg natürlich getrübt", meinte Trainer Thomas Tuchel am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel gegen Hertha BSC (Mittwoch, 20.45 Uhr). Tuchel verurteilte die Gewalt-Exzesse und auch die Spruchbänder im Stadion als "inakzeptabel".

DORTMUND

, 07.02.2017 / Lesedauer: 3 min

"Wir distanzieren uns von jeglicher Form der Gewalt", stellte Borussia Dortmunds Trainer klar. "Es muss möglich sein, mit Kindern ins Stadion zu gehen. Ich erinnere mich gut daran, wie ich selbst als kleiner Junge mit meinem Vater im Stadion war."

"Kenne Leute persönlich, die dort stehen"

Die Mannschaft und er hätten während der Anfahrt zum Signal Iduna Park nichts von den Krawallen mitbekommen und erst viel später davon erfahren. Die Vielzahl der Spruchbänder auf der Südtribüne habe man registriert, "aber wir haben sie nicht explizit gelesen. Von den Inhalten distanzieren wir uns in aller Form."

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Tuchel weigerte sich, die "Gelbe Wand" als "Wand des Hasses" zu titulieren. "So habe ich das nicht empfunden", meinte er." Ob er die Gelbe Wand nun mit anderen Augen sehe? "Ich würde gern mit nein antworten, ohne das verharmlosen zu wollen, was dort passiert ist." Tuchel erinnerte an die Mehrzahl der Anhänger, die dort friedfertig stehen und den BVB anfeuern würden. "Ich kenne Leute persönlich, die dort stehen. Die würden niemals gewalttätig werden. Ich bin kein Freund von Pauschalverurteilungen." Gleichwohl sei "eine Grenze überschritten" worden.

"Da sind zwei Sachen miteinander vermischt worden"

Unterstützung für den stark in der Kritik stehenden BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kam am Dienstag ausgerechnet aus Gelsenkirchen: "Da sind zwei Sachen miteinander vermischt worden, die nichts mit einander zu tun haben. Die Dinge, die in Dortmund passiert sind, finde ich schlimm", sagte Schalke-Manager Christian Heidel. "Aber Aki hat keinen angestiftet, sich im Stadion daneben zu benehmen. Es muss doch erlaubt sein, sich auch mit Leipzig kritisch auseinanderzusetzen."

Die Gewalteskalation war nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht vorauszusehen. Der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert verwies auf die Erfahrungen bei den Spielen von RB Leipzig in Leverkusen und Köln, wo Farbbeutel gegen den Leipziger Mannschaftsbus geworfen wurden und es eine Sitzblockade gegeben hatte. "Gewalttätige Übergriffe hatte es dort nicht gegeben", sagte Plickert der Deutschen Presse-Agentur.

240 Beamte im Einsatz

Auch in Dortmund rechneten Polizei und Verein mit Attacken gegen den Leipziger Mannschaftsbus. Der Bus sei auf einer anderen Route als üblich zum Stadion geleitet worden, bestätigte die Polizeisprecherin. Möglicherweise sei das ein Grund für die Attacken auf Leipziger Fans und Polizisten gewesen.  

Beim Spiel in Dortmund waren nach Plickerts Angaben zunächst 240 Beamte im Einsatz. Wegen der Bundesligaspiele am Samstag in Köln und Mönchengladbach, der Drittligabegegnung in Duisburg und zwei Demonstrationen seien keine weiteren Bereitschaftspolizisten verfügbar gewesen.

Ermittlungsgruppe mit acht Beamten

Die Dortmunder Polizei hatte am Montag eine Ermittlungsgruppe aus acht Beamten eingesetzt. Sie soll nicht nur die gewalttätigen Attacken auf Leipziger Fans vor dem Stadion aufklären, sondern auch die zahlreichen diffamierenden Spruchbänder auf der Südtribüne unter die Lupe nehmen. Dabei geht es um den Anfangsverdacht von Straftaten wie Beleidigungen.

Mit dpa-Material

GÖTZE FRAGLICH, BÜRKI IM TOR
Fraglich ist der Einsatz von Mario Götze gegen Hertha BSC. Der Mittelfeldspieler laboriert an muskulären Problemen und verpasste das Abschlusstraining am Dienstagvormittag. "Es wird eng", sagte Thomas Tuchel. Im Tor wird am Mittwochabend Roman Bürki stehen. In den beiden vorherigen Pokal-Runden war Roman Weidenfeller zum Einsatz gekommen. "Roman Bürki soll nach seiner langen Verletzungspause im Rhythmus bleiben", erklärte Tuchel.

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