TSG-Rückkehrer Sebastian Rudy vor BVB-Spiel: „Damit ist einiges möglich“

dzBorussia Dortmund

Beim FC Schalke 04 wurde Sebastian Rudy nie wirklich glücklich. Gegen Borussia Dortmund steht er vor seinem erneuten TSG-Comeback - und spricht zuvor über S04, Sebastian Hoeneß und den BVB.

Dortmund

, 16.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Plötzlich ging‘s ganz schnell. Am letzten Tag der Transferperiode schloss sich Sebastian Rudy zum inzwischen dritten Mal der TSG Hoffenheim an. „Ich hatte schon abgehakt, dass eine Rückkehr möglich ist“, sagt er im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Als sich dann allerdings die Option bot, Schalke 04 leihweise gen Sinsheim zu verlassen, habe er „nicht lange“ überlegen müssen. Gegen den BVB (Samstag, 15.30 Uhr) steht der 30-Jährige vor dem Comeback - und seinem 228. Bundesligaspiel für die TSG.

Rudy ist Hoffenheims Rekordspieler. Ehe er zu Bayern München wechselte, lief er von 2010 bis 2017 im Kraichgau auf und wurde zudem schon in der vergangenen Spielzeit vom S04 nach Hoffenheim verliehen. Schalke und Rudy - das passt so gar nicht. Zum Fixpunkt in Gelsenkirchen wurde der 29-malige Nationalspieler nie. Unter dem inzwischen entlassenen Coach David Wagner spielte Rudy zuletzt als rechter Verteidiger. Diese Position kann er zwar ausfüllen, allerdings nur leidlich. Am wohlsten und sichersten fühlt sich Rudy im zentralen Mittelfeld.

Zum persönlich missglückten und deshalb enttäuschenden Aufenthalt auf Schalke äußert er sich nicht weiter, sagt nur: „Schalke hat sehr lange nicht gewonnen, diesen Rucksack schleppt die Mannschaft immer noch mit sich herum. Sie muss jetzt schauen, dass sie ihre Qualität zeigt und dass sie zusammen agiert. Darauf kommt es an. Die Mannschaft ist ja eigentlich eine sehr gute.“ Allein: Zuletzt zeigte sie das höchstens ansatzweise. Daran konnte zu Saisonstart auch der in die bereits beschriebene Außenseiterrolle gepresste Rudy nichts ändern.

Rudy: „Haben in dieser Saison eine noch bessere Mannschaft“

Nun ist er auf einmal wieder in Hoffenheim, bei seinem „Herzensverein“, wie er sagt. „Hier spiele ich sehr, sehr gern.“ Und deutlich erfolgreicher als für den FC Schalke 04, wovon unter anderem Platz sechs in der Vorsaison zeugt. Daran wolle er mit seinen bestens bekannten TSG-Kollegen in dieser Spielzeit anknüpfen, meint Rudy. „Wir haben in dieser Saison eine noch bessere Mannschaft. Sie hat sich nicht wirklich verändert, spielt jetzt aber ein Jahr länger zusammen. Das kann von Vorteil sein.“ Zudem passe die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam. „Damit ist einiges möglich.“

Sebastian Hoeneß heißt der neue TSG-Coach. Der Sohn von Dieter und Neffe vom noch prominenteren Uli Hoeneß will sich freischwimmen in seiner ersten Bundesliga-Saison und seine eigene Geschichte schreiben. Rudy hat den 38-jährigen Trainer in der Länderspielphase kennengelernt und einen sehr positiven ersten Eindruck gewonnen. „Wir haben auch im Vorfeld mehrere Telefonate geführt“, erzählt er. „Obwohl ich schon 30 Jahre alt bin, kann ich sicherlich einiges von ihm mitnehmen.“

Sebastian Rudy fühlt sich bereit für das Spiel gegen den BVB

Ein tiefergehendes Urteil indes verbiete sich zu diesem Zeitpunkt. „Allzu viele Trainingseinheiten“ seien schließlich noch nicht absolviert, betont Rudy, der zu einem möglichen Startelf-Einsatz gegen die Borussia folgende Sätze formuliert: „Ich war natürlich die gesamte Vorbereitung auf Schalke. Hier muss ich mich erst einmal an das neue System und die vom Trainer gewünschten Abläufe gewöhnen.“ In jedem Fall aber sei er startklar. Rudy fühlt sich bereit für die BVB-Partie.

Mit Bundesliga-Rookie Hoeneß ist der Klub gut gestartet, hat zwei Siege eingefahren. Kürzlich verloren die Sinsheimer 1:2 in Frankfurt, davor gewannen sie furios mit 4:1 gegen Bayern München. „Man hat es schon in den ersten drei Spielen gesehen“, sagt Rudy. „Unserer Mannschaft ist es gelungen, sich immer eine Vielzahl an Torchancen zu erarbeiten, von denen wir auch einige genutzt haben. Das wollen wir weiter fortsetzen.“ Beim Gastspiel der Borussia, gegen die ein guter Plan vonnöten sei, „um den Dreier hierzubehalten“, wie der Mittelfeldmann sagt.

Rudy über den BVB-Angriff: „Sehr flexibel und sehr torgefährlich“

Das Aufeinandertreffen am 34. Spieltag der vergangenen Spielzeit, als die lustlos wirkende Dortmunder Auswahl mit 0:4 gegen Hoffenheim unterging, „sollten wir auf jeden Fall nicht zu hoch hängen“, meint Rudy. „Für uns ging es da im Gegensatz zum BVB noch um sehr viel. Dortmund hat wieder eine sehr starke Mannschaft mit jungen Spielern, vor allem in der Offensive.“ Den schwarzgelben Angriff um Erling Haaland und Giovanni Reyna bezeichnet er als „sehr flexibel und sehr torgefährlich“. Das sei „auf jeden Fall keine so schlechte Offensive“, sagt Rudy schmunzelnd - und schwärmt von „grandiosen Spielern“.

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Was denen entgegenzusetzen sei? Sicherlich ein bestimmtes Maß an Körperlichkeit, so Rudy. „In jedem Spiel gehört das dazu. Man braucht immer eine Mischung aus Robustheit und dem spielerischen Element.“ Diese Mixtur sei auch gegen den BVB erforderlich. Um letztlich ähnlich erfolgreich zu sein wie der FC Augsburg. Dort unterlag der BVB am zweiten Spieltag mit 0:2. Es wäre ein Endstand, den Rudy bei seinem (abermaligen) TSG-Einstand ganz gewiss begrüßen würde.

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