Torwart Roman Bürki auf der Suche nach dem Glück

Schlussmann gegen 96 einer der Besten

Borussia Dortmund zeigte beim Spiel in Hannover keine gute Leistung. Große Teile der Mannschaft erreichten bei der 2:4 (1:2)-Niederlage gegen 96 keine Normalform. Torwart Roman Bürki gehörte noch zu den besseren BVB-Akteuren. Und das, obwohl der Schlussmann erneut einen Elfmeter verschuldete.

Dortmund

, 30.10.2017 / Lesedauer: 3 min
Torwart Roman Bürki auf der Suche nach dem Glück

Geschickt eingefädelt: Hannovers Felix Klaus geht nach einem Kontakt mit Roman Bürki zu Boden und bekommt einen Elfmeter zugesprochen. Die Meinungen über die Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich gehen auseinander. © dpa

Roman Bürki blieb fast nichts anderes übrig, als ratlos mit den Achseln zu zucken. Ein Seufzer, ein ziemlich leerer Blick, dann sagte er: „Das Glück ist im Moment nicht auf unserer Seite.“ Damit meinte der BVB-Keeper nicht den gesamten Auftritt der Schwarzgelben in Hannover, das wäre die falsche Analyse gewesen, sondern die Elfmeterszene aus der 20. Minute.

Video-Assistent bestätigt den Pfiff

96-Offensivkraft Felix Klaus war am Ende eines Konters auf den Schweizer zugestürmt, hatte den Ball meilenweit am BVB-Schlussmann vorbeigelegt und dann einen Kontakt mit Bürkis Bein gefunden. Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt, Video-Assistent Wolfgang Stark bestätigte den Pfiff. Strafstoß Jonathas, drin, 0:1.

Bürki sah sich trotz des Videobeweises ungerecht behandelt. „Ich komme raus und versuche den Winkel zu verkleinern, damit der Stürmer nicht schießen kann. Dann schießt er den Ball ins Aus und läuft in mich rein“, schilderte der 26-Jährige seine Sicht der Dinge auf der vereinseigenen Internetseite. „Ich mache keine Bewegung zu ihm, sondern bleibe einfach stehen. Für mich ist das eine klare Fehlentscheidung.“

Zahlreiche Zeitlupen

Sein Kapitän, Marcel Schmelzer, beurteilte die Szene ähnlich. „Für mich war es kein Elfmeter. Deswegen habe ich eigentlich nur darauf gewartet, dass der Video-Assistent sagt, dass es kein Elfer war.“ Nach Studium der Fernsehbilder und zahlreichen Zeitlupen konnte man diese Ansicht durchaus teilen, auch wenn es da natürlich längst zu spät war, um irgendwas am Ausgang des Spiels zu ändern. Und es gab wie so oft im Fußball auch andere Meinungen. So fand Klaus, dass es ein „klarer Elfmeter“ war. Bürki habe ihm den Kontakt angeboten, so etwas nehme jeder Bundesligaspieler dankend an. Insofern Strafstoß.

Am Ende gab es Argumente für beide Sichtweisen. Und es war, das gehört zur Wahrheit dieser Partie dazu, ja auch nicht so, dass der BVB das Spiel in dieser einen Szene verloren hatte. Der Elfmeter war nur einer von vielen „Knackpunkten“, wie BVB-Trainer Peter Bosz bemerkte.

Strafstoß harmoniert mit derzeitigem Bild

So oder so, der Strafstoß harmonierte irgendwie mit dem Bild, das Roman Bürki dieser Tage im BVB-Tor abgibt. „Das ist natürlich bitter, aber es passt zu der Phase, in der wir uns gerade befinden, in der ich mich gerade befinde.“ Zumindest mit Blick auf seine eigene Person wollte man dem Schlussmann nicht widersprechen.

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