Thorgan Hazard fällt aus: Das sind die Optionen für den BVB

dzRippenverletzung

Wer schließt die Lücke, die Thorgan Hazard hinterlässt? Borussia Dortmunds erster großer verletzungsbedingter Ausfall stellt Trainer Lucien Favre vor Probleme. Das sind seine Optionen.

Dortmund

, 27.08.2019, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf eine Prognose lässt sich die medizinische Abteilung des BVB nicht ein. „Mehrere Wochen“ wird Thorgan Hazard, der belgische Neuzugang, ausfallen. Im Spiel beim 1. FC Köln am Freitagabend hat er sich nach einem Foul eines Gegenspielers so schwer an den Rippen verletzt, dass er vorerst pausieren muss. Das ergaben die Untersuchungen in Dortmund.

In den drei Spielen im DFB-Pokal und in der Bundesliga gehörte Hazard, für den der BVB 25,5 Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach zahlt, jeweils zur Dortmunder Startelf. In Köln steuerte er seine erste Torvorbereitung bei, ehe er in der Schlussphase mit Schmerzen ausgewechselt wurde. Mindestens für die nächsten drei Wochen wird Hazard fehlen. Wie wird Trainer Lucien Favre darauf reagieren? Das sind seine Optionen.

1. Julian Brandt

Julian Brandt hat bei seinen beiden Kurzeinsätzen in der Bundesliga vollends überzeugt. In Köln brachte er neuen Schwung und die Wende, mit ihm drehte der BVB das 0:1 in ein 3:1. Der frühere Leverkusener drängte mit Wucht auf eine Berufung in die Startauswahl, durch Thorgan Hazards Verletzung wird automatisch ein Platz frei.

Brandt kommt neben seinem bevorzugten Betätigungsfeld im zentralen Mittelfeld auch auf dem linken Flügel gut zurecht. Mit seiner feinen Technik und dem großartigen Spielwitz, den er immer wieder aufblitzen lässt, kann er auch über die Seite für Druck nach vorne sorgen. Brandt wäre eine Option, bei der Favre keine Bauchschmerzen haben müsste – und sie böte den Vorteil, dass der Trainer an seinem bevorzugten 4-2-3-1-System festhalten könnte.

2. Raphael Guerreiro

Im Supercup Anfang August legte der immer noch mit Wechselgedanken beschäftigte Portugiese eine beeindruckende Leistung hin. Danach stoppten ihn muskuläre Beschwerden, doch es ist kein Geheimnis, dass der vielseitig einsetzbare Guerreiro nicht nur in Trainer Favre einen entschiedenen Befürworter hat. Auf dem offensiven Flügel kann er womöglich noch besser seine Kreativität und Passstärke einbringen als bei einer Rückversetzung auf die Linksverteidiger-Position.

Was gegen ihn spricht: Der 25-Jährige kommt eben erst aus einer Verletzung zurück. Und nicht zuletzt die unklare Zukunft für ihn persönlich mit den anhaltenden Gerüchten um einen bevorstehenden Wechsel zu Paris St. Germain könnte gegen eine Berufung sprechen.

3. Jacob Bruun Larsen

Seinen Urlaub im Juli verkürzte der Däne nach der U21-Europameisterschaft, genutzt hat ihm sein einmal mehr unter Beweis gestellter Arbeitswille bislang wenig: Die abermals gestiegene Konkurrenz im Kader beschert ihm große Herausforderungen. Als Vorteil kann er geltend machen, dass er als Spieler gegenüber den Mannschaftskollegen eine etwas andere Veranlagung hat, dynamischer antreten und physisch stärker gegenhalten kann.

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Allerdings spricht die Langzeittendenz bei Borussia Dortmund eher gegen Bruun Larsen, der verstärkt um Spielanteile kämpfen muss und sie, nach seinem Turbostart in die Saison vor einem Jahr, immer weniger zugeteilt bekommt. Hazard, Brandt und Guerreiro liegen in der Rangliste nicht nur wegen ihrer Vielseitigkeit vor Bruun Larsen.

4. Brandt plus Guerreiro

Eine spekulative wie spektakuläre Variante: BVB-Trainer Lucien Favre springt über seinen Schatten und formiert seine Mannschaft so, dass die derzeit augenscheinlich besten Kicker in einer gemeinsamen Formation miteinander pöhlen können.

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Das würde systematisch für ein 4-1-4-1 sprechen mit Axel Witsel als Alleinverantwortlichem im defensiven Mittelfeld. Für Julian Brandt wäre im Dunstkreis von Marco Reus ein Platz im Zentrum frei und Raphael Guerreiro könnte auf der linken Seite Thorgan Hazard ersetzen. Ob der Schweizer so viel Lust an der Offensive wagt wie es nicht wenige Fans wünschen, ist aber eher fraglich.

Fazit: Den Ausfall von Thorgan Hazard kann der BVB sowohl personell als auch taktisch locker auffangen mit seinem Luxuskader. Und die vorübergehend freigewordene Planstelle gibt den Spieler eine Perspektive, die bislang länger zuschauen mussten, als gewünscht.

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