Thomas Meunier zu Borussia Dortmund? Coronavirus sorgt für einen Transferstau beim BVB

dzKaderplanung

Thomas Meunier soll wohl zum BVB wechseln im Sommer. Wegen des Coronavirus ist aber vieles ungewiss – nicht nur bei Borussia Dortmund.

Dortmund

, 20.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Coronavirus lähmt den Fußball. Der Ball rollt nicht, doch auch hinter den Kulissen sorgt die ungewisse Situation für einen Handlungsstau. Die Frage, wann und wie es weitergeht, hat Einfluss auf die Kaderplanung vieler Klubs – auch bei Borussia Dortmund.

Mit vielen Variablen umzugehen, Ungewissheiten einzukalkulieren und sich für den Fall, dass Plan A nicht funktioniert, auch Alternativen zu schaffen, das gehört seit Jahren zum Jobprofil von Michael Zorc. Die Mannschaft für die kommende Saison zu planen, das ist nicht an Transferperioden gebunden, in denen dann nur umgesetzt werden kann, was das Resultat monatelanger, teils jahrelanger Vorarbeit ist. Kaderplanung ist ein dynamischer Prozess, der eigentlich nie endet. Seit einigen Wochen muss Borussia Dortmunds Sportdirektor eine zusätzliche Variable mit in die Kalkulationen nehmen, die nicht genau zu bemessen und nur schwer zu definieren ist.

Auswirkungen des Coronavirus auf Borussia Dortmund nur schwer zu greifen

Welche Auswirkungen, vor allem finanzieller, aber auch sportlicher Natur die Ausnahmesituation um das sich ausbreitende Coronavirus für Borussia Dortmund hat, das lässt sich momentan noch schwer greifen. Ausbleibende Zuschauereinnahmen sind nur ein Faktor, ausbleibende Fernsehgelder ein gewichtiger anderer. Zorc befasst sich aktuell mit der Frage, wie sich die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf das Handeln am Transfermarkt auswirken könnten. Eine verlässliche Antwort auf diese Frage kann derzeit niemand geben.

Der „Bedarf“ beim BVB zur Optimierung des Bundesliga-Kaders ist seit längerer Zeit schon klar umrissen. Hinten rechts drückt der Schuh, dort droht der Abgang von Achraf Hakimi, dort blickt Lukasz Piszczek auf das nahende Karriereende. In der Innenverteidigung könnte die Borussia auch noch Verstärkung gebrauchen, im defensiven Mittelfeld und auf den offensiven Außenbahnen (falls Jadon Sancho geht) auch.

Wäre Sancho immer noch einen BVB-Rekordtransfer im Sommer?

Sancho ist ein gutes Beispiel. Der junge Engländer hat mit seinen bislang 17 Pflichtspieltreffern und 19 direkten Torvorbereitungen in 35 Partien beinahe jeden Top-Klub Europas auf den Plan gerufen. Das Fußball-Portal transfermarkt.de listet den noch 19-Jährigen mit einem Marktwert von 130 Mio. Euro. Eine gigantische Summe, die bis vor einigen Wochen allerdings nur ein Richtwert zu sein schien – denn eine Grenze nach oben gab es nicht. Borussia Dortmund durfte sich sicher sein, bei einem Wechsel in diesem Sommer einem neuen Transferrekord entgegenzusteuern.

Wie sehr die unabsehbare Entwicklung beim Coronavirus Einfluss auf die finanzielle Ausstattung der Profiklubs hat, ist derzeit kaum zu errechnen. Allen Bundesligisten ist von der Deutschen Fußball-Liga auferlegt worden, sehr zeitnah eine Prognose über die Liquiditätsentwicklung angesichts ausbleibender Zuschauer- und TV-Gelder zu erstellen. Völlig offen ist, wie sich die Ausnahmesituation auf den zuletzt überhitzten Transfermarkt auswirken wird.

BVB an Verpflichtung von Thomas Meunier interessiert

Belgische Medien berichteten am Wochenende über eine Unterschrift des Pariser Rechtsverteidigers Thomas Meunier bei Borussia Dortmund. Das BVB-Interesse an Meunier ist verbrieft, nach Informationen dieser Redaktion wollte sich der 28-Jährige, dessen Vertrag bei PSG am Saisonende ausläuft, aber eigentlich bis nach dem Ende der Europameisterschaft Zeit lassen, um Angebote zu sondieren und sich dann für das am besten passende zu entscheiden.

Möglich, dass sich Meunier nun schneller entscheiden muss, um Planungssicherheit zu haben. Auch für wechselwillige Spieler und die, deren Verträge am Saisonende auslaufen (beim BVB Mario Götze und Lukasz Piszczek), hat die Coronakrise direkte Auswirkungen auf die Zukunftsplanung.

Jetzt lesen

Bestätigt hat der BVB den Transfer des Belgiers bislang nicht. Meunier selbst mochte die Meldungen auf Nachfrage belgischer Medien nicht kommentieren. Zorc und der BVB waren in den vergangenen Jahren oftmals sehr früh dran bei ihren Transfers und lenkten die Planungen frühzeitig in die richtige Richtung. So kamen Thorgan Hazard und Julian Brandt zur Borussia, so sicherte sich der BVB Sancho, als für viele noch gar nicht absehbar war, welche Entwicklung dieser Spieler nehmen würde. So gewann Borussia Dortmund auch Erling Haaland für sich.

BVB braucht mehr Geduld

Gut möglich, dass in diesem Sommer mehr Geduld gefragt sein wird. Der Ball rollt nicht, auch die Personalplanungen sind angesichts der allgemeinen Ungewissheit auf allen Ebenen nachhaltig ins Stocken geraten.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt