Thomas Delaney - Ein wichtiger Bestandteil, aber erste Wahl nur als Zweikämpfer beim BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Thomas Delaney. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Warum Delaney in dieser Saison kämpfen muss.

Dortmund

, 09.08.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.

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Was zeichnet Thomas Delaney aus?

Thomas Delaney arbeitet Fußball. Das ist nicht abwertend gemeint, im Gegenteil. Er sagt es ja selbst über seinen Spielstil. Delaney weiß, dass er nicht der größte Techniker in der großen weiten Fußballwelt ist. Der Begriff des Mentalitätsspielers fällt jedes Mal ziemlich zügig, wenn über ihn gesprochen wird.

Der 27 Jahre alte Däne kämpft, rennt und malocht, bis der Schiedsrichter irgendwann abpfeift. Egal, wie der Gegner heißt, egal, wie es steht. Delaney ist ein absoluter Teamplayer, der den Erfolg der Mannschaft über sein Ego stellt. „Wir können den internen Konkurrenzkampf gut gebrauchen, auch wenn er den einen oder anderen Spieler vielleicht Spielminuten kostet“, sagt er über das Dortmunder Überangebot an guten Mittelfeldspielern. Und: „Bei einem Klub wie Dortmund musst du damit rechnen, dass gute Spieler dazukommen, die in die erste Elf drängen.“

In der vergangenen Saison kam Delaney in seinem ersten Jahr gleich auf einen guten Schnitt bei Borussia Dortmund. In 38 von 45 möglichen Pflichtspielen stand er auf dem Rasen. An der Seite von Axel Witsel überzeugte er als Abfangjäger, während Witsel das Spiel lenkte und den Takt vorgab. Delaney ist ein ausgezeichneter Zweikämpfer, der stets hart, aber eigentlich nie überhart zu Werke geht.

Dazu kommt seine Erfahrung. Delaney weiß, wie es ist, wenn von einem Klub und seinen Spielern die Meisterschaft erwartet wird. Er kennt diesen Druck vom FC Kopenhagen, wo er lange Jahre spielte und Kapitän war. Man dürfe Kopenhagen zwar nicht mit Borussia Dortmund vergleichen, sagt er demütig, es sei natürlich anders, „aber am Ende ist es auf mentaler Ebene tatsächlich ähnlich, nämlich die Vorgabe zu haben, die Meisterschaft zu gewinnen“.



Wie lief die Vorbereitung?

Delaney ist etwas später in die Vorbereitung eingestiegen, weil er nach der vergangenen Saison noch mit der dänischen Nationalmannschaft unterwegs war. Am 10. Juli hat er zusammen mit den meisten anderen Nationalspielern die Vorbereitung auf die neue Spielzeit aufgenommen, war mit in Amerika und hat vor allem das komplette Trainingslager in der Schweiz in Bad Ragaz absolviert. In den Testspielen zeigte er ordentliche Leistungen, besonders gegen Udinese Calcio (4:1) und den FC Zürich (6:0) überzeugte er vor der Abwehr als wichtiger Stabilisator der Defensive.

Thomas Delaney - Ein wichtiger Bestandteil, aber erste Wahl nur als Zweikämpfer beim BVB

In den Testspielen in Bad Ragaz überzeugte Thomas Delaney. Er kämpft mit Julian Weigl um den Platz neben Axel Witsel. © imago

Am vergangenen Samstag beim 2:0-Sieg des BVB gegen Bayern München im Supercup spielte Delaney allerdings trotzdem keine einzige Minute. BVB-Trainer Lucien Favre gab Julian Weigl den Vorzug neben dem gesetzten Axel Witsel. Das war in der vergangenen Saison meistens genau andersrum, dieses Mal schaute Delaney nur zu.

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Wie ist die sportliche Perspektive in der neuen Saison?

Delaney lässt sich von 90 Minuten Ersatzbank im Supercup nicht unterkriegen. „Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht genauso viele Spiele machen sollte wie in der zurückliegenden Saison“, sagt er und nimmt die Situation sportlich. „Als ich in Dortmund unterschrieben habe, war ich nicht sicher, ob ich 35 oder 10 Spiele machen würde. Mir wurde vorher nichts versprochen. Jetzt ist es natürlich wieder so. Und wir haben viele großartige Spieler.“

Und in der Tat dürfte Delaney in der neuen Saison ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft bleiben, auch wenn er um seine Einsatzzeiten kämpfen muss. Die Frage wird sein, wie häufig Favre Delaneys Fähigkeiten für gefragt erachtet – und wie oft der BVB-Trainer ballsichere Spieler wie Weigl oder auch Mahmoud Dahoud vorzieht.

Der Supercup war ein erstes Indiz dafür, dass Weigl im Moment nicht nur auf Delaney aufgeholt, sondern ihn für den Moment wahrscheinlich sogar überholt hat. Delaney wird kämpfen müssen, aber das kann er ja so gut wie fast kein anderer im BVB-Kader.

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