Schalke entschuldigt sich beim BVB - Strafanzeige nach Feuerzeugwurf auf Sancho

Geschmackloses Plakat

Nach dem Feuerzeugwurf auf Jadon Sancho wird wegen Körperverletzung ermittelt. Marc Bartra reagiert auf ein geschmackloses Plakat - der S04 entschuldigt sich beim BVB.

Dortmund

, 27.04.2019, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke entschuldigt sich beim BVB - Strafanzeige nach Feuerzeugwurf auf Sancho

Jadon Sancho wurde mit einem Feuerzeug am Kopf getroffen. © dpa

Sancho war nach dem 1:0 von Mario Götze (14. Minute) von einem Feuerzeug getroffen worden und musste am Spielfeldrand behandelt werden, spielte aber nach einer kurzen Behandlungspause weiter.

„Unerträglich, inakzeptabel und traurig“

Im weiteren Spielverlauf blieb es weitgehend bei Verbalduellen der beiden Fan-Fraktionen. Äußerst geschmacklos allerdings war ein Plakat in der Schalker Fan-Kurve, das den Sprengstoff-Anschlag auf den BVB vor zwei Jahren thematisierte. „Immer noch ne Bombenidee – Freiheit für Sergej W.“ war darauf zu lesen, das rief über seinen Twitter-Kanal auch eine Reaktion von Marc Bartra hervor, der einzige BVB-Spieler, der bei dem Anschlag körperliche Verletzungen davongetragen hatte. Der mittlerweile für Real Betis spielende Spanier teilte mit: „Unerträglich, inakzeptabel und traurig. Ich hoffe, dass die zuständige Behörde entsprechende Maßnahmen dazu ergreifen wird. Das eine ist die Rivalität im Fußball, und das andere ist, die Freiheit für jemandem zu fordern, der mit dem Leben von 28 Menschen spielte.“

Der FC Schalke 04 entschduldigte sich am Sonntag per Pressemitteilung beim BVB: „Bei der gestrigen Partie zeigten einige wenige Schalker Anhänger ein Plakat, auf dem man sich - wie schon im Hinspiel – über die Sprengstoffattacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund im April 2017 lustig machte. Zur Erinnerung: Bei dieser Aktion handelte es sich um einen feigen Mordanschlag auf Menschen, bei dem es nur dank vieler Schutzengel keine Toten gab. Wir sind fassungslos über diese Geschmacklosigkeit und haben uns entsprechend bei der Geschäftsführung des BVB entschuldigt. Zu einem Revierderby gehört Rivalität, aber ebenso Respekt. Wir erwarten, dass solche unwürdigen Verbalattacken künftig unterbleiben. Sie haben keinen Platz beim FC Schalke 04.“

Die Polizei zog nach dem 2:4 ein weitgehend positives Fazit. Das Sicherheitskonzept sei „von einer großen Mehrheit der Fußballanhänger angenommen worden“. Allerdings gab es auch Zwischenfälle. So berichtete die Bundespolizei, die an Bahnhöfen massive Präsenz zeigte und beide Fan-Gruppen unter anderem durch Sichtschutzwände trennte, bei der Anreise der Fans von einem mehrfachen Zünden von Pyrotechnik am Dortmunder Hauptbahnhof.

„Unruhig und dynamisch“

Vor dem Spiel gab es zudem im Eingangsbereich zum Gästeblock Probleme, weil sich einige Schalke-Fans von den Ordnungskräften nicht durchsuchen lassen wollten. Nach Polizeiangaben seien dabei Zaunelemente umgerissen worden. Nach dem Spiel sei es dann „unruhig und dynamisch“ geworden. Dabei kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern, bei denen die Polizei habe eingreifen müssen, hieß es weiter.

Schalke entschuldigt sich beim BVB - Strafanzeige nach Feuerzeugwurf auf Sancho

Unschöne Szenen nach Spielende im Signal Iduna Park. © Rehbein/Kirchner

Dabei gelangten Dortmunder Problemfans in den Bereich der Nordtribüne. Dort kam es zu Auseinandersetzungen mit Schalker Problemfans. Die polizeilichen Einsatzkräfte drängten die Gewalttäter zurück und nahmen mehrere Personen in Gewahrsam. Ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch wurde eingeleitet.

36 Strafanzeigen gestellt

Gegen 17.40 Uhr wurde auf der Südtribüne Pyrotechnik gezündet, sechs Personen wurden verletzt, zwei davon mussten später in einem Krankenhaus behandelt werden. Weiter heißt es: „Auch bei der weiteren Abreise in Richtung der U-Bahn-Stationen zeichneten sich die Problemfan-Gruppierungen beider Lager durch hohe Aggressionen aus.“

Insgesamt nahm die Polizei 13 Personen in Gewahrsam. Bislang wurden 36 Strafanzeigen - unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und Körperverletzung - erstattet. Einsatzleiter Udo Tönjann erklärte: „Leider hat sich wieder einmal gezeigt, dass eine unbelehrbare und gewaltbereite Minderheit den Einsatz einer Vielzahl polizeilicher Einsatzkräfte notwendig gemacht hat.“

Gruppe stürmt Vereinsheim der „Hugos“

Während der Derbys kam es auch in Gelsenkirchen zu einem unschönen Vorfall: Eine Gruppe von circa 35 Personen - teilweise vermummt - drang in das Vereinsheim der Schalke-Gruppierung „Hugos“ ein, schlug dabei Scheiben ein und drang in die Räumlichkeiten ein. Die Polizei nahm vier Personen vorläufif fest, die Ermittlungen dauern an.

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