Im ersten Anlauf konnte sich Alexander Isak bei Borussia Dortmund nicht durchsetzen. Nun zeigt der 19-Jährige bei Willem II Tilburg, was er kann. Wir diskutieren: Sollte der BVB Isak zur neuen Saison zurückholen?

Dortmund

, 07.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Als Borussia Dortmund den Schweden im Winter 2017 verpflichtete, galt der Stürmer als größtes schwedisches Talent seit Zlatan Ibrahimovic. 8,6 Millionen Euro Ablöse überwies der BVB an den schwedischen Erstligisten AIK Solna. Isak konnte sich in Dortmund im ersten Anlauf aber nicht durchsetzen, der heute 19-Jährige ließ sich ausleihen - und plötzlich lief es für ihn. Bei Willem II Tilburg in der ersten niederländischen Liga zeigte der Angreifer, was er kann. Dank 12 Toren in 14 Spielen avancierte Isak schnell zu einem Star der Eredivisie. Die Leihe endet im Sommer. Sollte der BVB Alex Isak zur neuen Saison zurückholen?


Ja, der BVB sollte Isak jetzt zurückholen
(Von Sascha Klaverkamp)

Fußball ist Kopfsache. Diese Erkenntnis ist nicht neu, sie trifft aber im Fall von Alexander Isak zu 100 Prozent zu. Fußball spielen konnte der technisch beschlagene Schlaks schon immer, er konnte seine Qualitäten in Dortmund aber nicht abrufen. Eine hohe Erwartungshaltung, Anpassungsprobleme, Blessuren - Isak wurde gebremst - und machte sich selbst nur noch mehr Druck, es doch unbedingt beim BVB schaffen zu wollen.

Viel Selbstvertrauen getankt

Die Konsequenz: Er verkrampfte, nur noch wenig gelang ihm. Häufig fand er sich nur noch in der Reserve der Borussia wieder. In der Regionalliga. Dann aber hörte Isak auf die Ratschläge der BVB-Bosse und stimmte der Ausleihe nach Tilburg zu. Der Plan, dass Isak an neuer Wirkungsstätte ohne den großen Druck wie in Dortmund viel Spielpraxis und vor allem einen freien Kopf bekommt, ist aufgegangen.

Sollte der BVB Alexander Isak zur neuen Saison zurückholen?

Bei Willem II erzielte Isak in 14 Liga-Spielen zwölf Treffer. © imago

Isak hat sich selbst entfesselt. Und er ist jetzt bereit für den zweiten Anlauf beim BVB. Denn er hat jede Menge Selbstvertrauen getankt und sich für einen Platz im Borussen-Kader über Wochen empfohlen. Die Borussen sollten ihn zurückholen, sollte ihn in der Sommervorbereitung mitwirken lassen, Isak wird brennen vor Ehrgeiz.

Konkurrenz für Paco Alcacer

Bestätigt der junge Schwede dann seine derzeitige starke Form, hätte die Borussia in der neuen Saison einen exzellenten zweiten Mittelstürmer an Bord. Einen, der Torjäger Paco Alcacer auch im Training richtig Konkurrenz machen kann. Eine Situation, die aus beiden Spielern noch mehr Leistung herauskitzeln dürfte. Und das sogar zum Nulltarif. Diese Chance sollte Dortmund nicht verstreichen lassen.

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Nein, Isak benötigt bedingungslosen Rückhalt
(Von Dirk Krampe)

Alexander Isak hat sich lange geziert, ehe er dann doch einer Ausleihe nach Holland zustimmte. Es wurde dann eine richtige Erfolgsgeschichte. Aber er sollte sich jetzt gut überlegen, ob eine Rückkehr nach Dortmund Sinn macht. Und auch der BVB sollte im Sinne des Spielers abwägen, ob es klug wäre, Isak zurückzuholen.

Vertrauen und Rückendeckung

Sein Beispiel zeigt, wie wichtig im Fußball Vertrauen und Rückendeckung ist. Bei Willem II spürt der Schwede diese Unterstützung, in Dortmund bekam er sie weder von Thomas Tuchel, noch von Peter Bosz oder Peter Stöger. Und auch nicht von Lucien Favre.

Sollte der BVB Alexander Isak zur neuen Saison zurückholen?

Beim BVB kam Isak (l.) in der Hinrunde ausschließlich in der U23 zum Einsatz. © Bielefeld

Auch wenn die Borussia einen zusätzlichen Stürmer gut gebrauchen könnte, würde sich nichts daran ändern, dass Alexander Isak sich in der Hierarchie wieder hinten einordnen müsste. Hinter Mario Götze, hinter Paco Alcacer. Die Chancen auf regelmäßige Einsatzzeiten wären also gering. Genau das aber braucht Isak. Spielt er verlässlich, trifft er zuverlässig. Diese Formel würde in Dortmund kaum aufgehen.

Zwischenschritt wäre angebracht

Isak sollte einsehen, dass ein Zwischenschritt deutlich angebrachter wäre, als es erneut bei einem qualitativ so stark besetzten Klub wie dem BVB zu versuchen. Und Borussia Dortmund wird wohl auch erkennen, dass er ohne diese regelmäßige Spielpraxis kaum eine Hilfe sein könnte.

Nicht zuletzt würde dem Kader der Borussia eigentlich ein anderer Stürmertyp besser zu Gesicht stehen. Den „Knipser“ hat der BVB in Paco Alcacer ja schon in seinen Reihen. Mehr Flexibilität würde eher ein Typ „Brecher“ liefern. Und der ist Isak, bei all seinen Qualitäten, nun wahrlich nicht.

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