Schwarzgelbes A bis Z: Teil eins - Amoroso bis Fortuna

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Borussia Dortmund liefert für jeden Buchstaben des Alphabets mindestens eine Geschichte. Wir haben die besten rausgesucht: Hier kommt das schwarzgelbe A bis Z - ein Muss für jeden BVB-Fan.

von Sascha Staat

Dortmund

, 18.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Borussia Dortmund, das ist für Millionen Fans weit mehr als ein Fußballklub. Es ist ein Herzensort für Geschichten, Anekdoten und Erlebnisse. Wir haben genau 26 davon aufgeschrieben - für jeden Buchstaben im Alphabet eine. Unser schwarzgelbes A bis Z, ein Muss für echte BVB-Fans.

TEIL 1: Von A wie Amoroso bis F wie Fortuna

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A wie Amoroso: Schon beim ersten Buchstaben wird klar, wie vielfältig die Auswahl beim Thema BVB-ABC ist. Die Optionen sind zahlreich, die Geschmäcker verschieden. Marcio Amoroso ist aber ohne jeden Zweifel eine schillernde Persönlichkeit. Klar ist auch, dass der Brasilianer in seiner kurzen Zeit im schwarzgelben Trikot Spuren hinterlassen hat. Er gewann 2002 nicht nur die Meisterschaft, sondern wurde mit damals 18 Treffen auch zum ersten Dortmunder Torschützenkönig seit Lothar Emmerich 1967. Erstaunlich wenn man bedenkt, dass in der Zwischenzeit Spieler wie Manfred Burgsmüller oder Stéphane Chapuisat die Schuhe für die Borussia schnürten. Die Fans widmeten ihm auch einen eigenen Sprechchor, in dem sie die Schönheit seiner Tore besungen. Heute lebt Amoroso im Süden Spaniens und arbeitet als Experte für die Champions League für das Fernsehen in seiner Heimat.


B wie „Bomber“: Sie sind die stillen Leistungsträger bei Fußballklubs, die Leute aus dem Team hinter dem Team. Kein Verein kommt ohne sie aus. Und jeder Verein braucht auch einen Busfahrer und Zeugwart. Hartmut Wiegandt, von allen „Bomber“ genannt, war das sogar in Personalunion. Von 1982 bis 2002 saß er insgesamt zwei Jahrzehnte hinter dem Steuer, wenn es für den BVB auf Reisen ging. Seine „Probefahrt“ führte ihn nach Karlsruhe und danach entschieden die beiden Kapitäne Manfred Burgsmüller und Rolf Rüssmann, die immer hinter dem Busfahrer saßen, dass er als Nachfolger für den legendären Jupp Wietlake bestens geeignet sei. Erst eine Woche vorher hatte sich der „Bomber“ ganz normal beworben. Zwei Jahre später ging Walter Betzer als Zeugwart in den Ruhestand. Auch diesen Job machte Wiegandt, bis er selbst die Rente antrat.


C wie Champions League: Die Helden von 1997 sind in Dortmund noch heute Legenden und werden es für immer bleiben. Um diesen Status zu erhalten, mussten sie früher noch wirkliche Champions schlagen. In der Gruppenphase bekam man es in Widzew Łódź und Steaua Bukarest mit den jeweils besten Teams aus Polen und Rumänien zu tun, außerdem duellierte sich die Elf von Ottmar Hitzfeld mit Atlético Madrid. Im Vicente Calderon gelang gegen den Meister aus Spanien ein wichtiger Auswärtssieg und ab dem Viertelfinale war der BVB endgültig nicht mehr zu stoppen. Egal ob AJ Auxerre aus Frankreich, Manchester United aus England oder Juventus aus Italien, am Ende gewannen immer die Schwarzgelben. Der wirkliche Champion der Champions war gefunden, und das gegen die Meister der führenden Fußballnationen Europas.

Michael Zorc reckt am späten Abend des 28.Mai 1997 im Münchner Olympiastadion triumphierend und unter dem Jubel seiner Mannschaftskameraden den Henkelpott in die Höhe.

Michael Zorc reckt am späten Abend des 28.Mai 1997 im Münchner Olympiastadion triumphierend und unter dem Jubel seiner Mannschaftskameraden den Henkelpott in die Höhe. © dpa

D wie Dreifaltigkeit: Was die Kirche mit Borussia Dortmund zu tun hat? Jede Menge. Denn ohne sie würde es den Verein wohl nicht geben. Die Mitglieder der Jünglingssodalität „Dreifaltigkeit“, Teil der Gemeinde im Dortmunder Nordosten, erfreuten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts an sportlicher Betätigung. Doch Kaplan Hubert Dewald gefiel das „rohe und wilde Treiben“ auf dem Fußballplatz überhaupt nicht, er wollte dem ein Ende setzen. Dewald ordnete Regeln und Verbote an, die eine Gruppe um BVB-Gründungsvater Franz Jacobi als unpassend empfand. Treffen im Wirtshaus „Wildschütz“ sollten beispielsweise nicht mehr erlaubt sein. So entwickelte sich eine Art der Revolte, deren Konsequenz in der Gründung von Borussia Dortmund mündete.


E wie Endrulat: Wie viel Pech kann man eigentlich haben? Diese Frage hat sich Peter Endrulat sehr wahrscheinlich schon Hunderte Mal gestellt. Er hütete nämlich bei der BVB-Rekordniederlage gegen Borussia Mönchengladbach das Tor. Am 29. April 1977, dem letzten Spieltag der Saison, kassierte er beim 0:12 gleich ein Dutzend Treffer. Eine „Bestmarke“, die wohl nie zu knacken sein wird. Besonders ärgerlich, dass er an diesem Tag nur den verletzten Stammtorwart Horst Bertram vertrat. In der Bundesliga spielte Endrulat danach übrigens nie wieder. Zuvor hatte er unter anderem das Trikot von Schalk 04 getragen...

F wie Fortuna: Fortuna hatte der BVB sicher schon an der ein oder anderen Stelle auf dem Weg zu seinen zahlreichen Erfolgen. Gleich doppelt trifft das aber auf die Saison 1985/86 zu, auch wenn die Bezeichnung Erfolg vielleicht unpassend erscheinen mag. Borussia Dortmund steckte mal wieder tief im Abstiegskampf, die Relegation blieb der letzte Rettungsanker. Dort hieß der Gegner Fortuna Köln. Der ewige Zweitligist wollte endlich hoch in die erste Liga und nach einem 2:0-Sieg im Hinspiel sah es für die Domstädter bei der zweiten Partie im Westfalenstadion lange sehr gut aus. Der BVB führte mit 2:1, als bereits die Nachspielzeit lief und Jürgen Wegmann einen Abpraller zum 3:1 über die Linie drückte. Ein Entscheidungsspiel musste her, dass die Schwarzgelben in Düsseldorf mit 8:0 für sich entscheiden konnten. Der BVB hatte also im wahrsten Sinne des Wortes so richtig Fortuna.

Sascha Staat moderiert unter anderem den BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten und ist Autor des Buches „Borussia Dortmund für Klugscheißer - populäre Irrtümer und andere Wahrheiten“.
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