Schlägt der BVB auf dem Transfermarkt noch mal zu? Auch Abgänge sind möglich

dzBorussia Dortmund

Der BVB könnte im Winter noch mal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Ab- und Zugänge sind noch möglich bei Borussia Dortmund. Eine Übersicht.

Dortmund

, 15.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Spieler ist gekommen, einer gegangen. Ansonsten hat sich Borussia Dortmund am Transfermarkt bislang zurückgehalten. Vor allem in der Offensive aber könnte es bis zum Ende der Winter-Transferperiode noch Kaderkorrekturen geben.

1395 (!) Vereinswechsel im Bereich des deutschen Fußballbundes zählte das Fußball-Portal „transfermarkt.de“ seit Öffnung des Winter-Transferfensters bis zum Mittwoch (Amateure inklusive), diese Zahl dürfte sich bis zum Ende der „Transferperiode II“ am 31. Januar noch weiter erhöhen.

BVB-Transferpolitik: Haaland kommt, Weigl geht

Borussia Dortmund aber hält sich im Winter fast schon traditionell zurück. Bis auf wenige punktuelle Veränderungen passiert nicht allzu viel. Erling Haaland ist gekommen, Julian Weigl hat den Verein verlassen. Zwar wolle sich die Borussia „nicht limitieren“, wie Sportdirektor Michael Zorc sagt. Er gibt aber auch zu: „Es ist nicht so, dass drei, vier Sachen auf meinem Tisch liegen, über die wir befinden müssten.“

Blickt man auf die Einsatzstatistiken der Hinrunde, sind die Kandidaten schnell ausgemacht, für die die erste Halbserie unbefriedigend gelaufen ist und die dementsprechend eine Luftveränderung ins Auge fassen könnten. Über Paco Alcacers Frust ist viel berichtet worden, über Mario Götzes im Sommer auslaufenden Vertrag und die abgebrochenen Verhandlungen über ein neues Arbeitspapier ebenso. Allzu hoch ist die Wahrscheinlichkeit derzeit aber nicht, dass sich ihr Status schon in diesem Winter ändert.

Verlässt Jacob Bruun Larsen den BVB noch im Winter?

Anders liegt der Fall bei Jacob Bruun Larsen. Ganze 65 Minuten stand er in der Bundesliga auf dem Feld, verteilt auf vier Spiele. 19 Minuten (zwei Spiele) kamen in der Champions League hinzu, noch einmal 65 im DFB-Pokal. Oft saß der Däne auf der Bank und wartete vergeblich auf seine Chance. Nach 30 Pflichtspielen in der ersten Saison von Lucien Favre als Trainer in Dortmund sind es aktuell nur neun - Bruun Larsen ist einer der klaren Verlierer der Hinrunde. Und die Konkurrenz bleibt unvermindert groß.

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Nun soll Eintracht Frankfurt seine Fühler nach dem dänischen U21-Nationalspieler ausgestreckt haben, die Hessen suchen nach einer ernüchternden Hinrunde nach Verstärkung für ihre Offensive. Eine Leihe wird angestrebt, ist aus Eintracht-Kreisen zu hören. Das ist ein Modell, auf das sich der 21-jährige Bruun Larsen schon einmal eingelassen hat. Im Januar 2018 schloss er sich dem VfB Stuttgart an, am Ende musste er aber ein gemischtes Fazit der sechsmonatigen Leihe ziehen. Im Abstiegskampf waren bei den Schwaben andere Spieler mehr gefragt.

Balerdi, Raschl und Morey sollen näher ans BVB-Team geführt werden

Mit 23 Feldspielern ist der Dortmunder Kader für weiter drei Wettbewerbe, in denen die Borussia möglichst weit kommen will, nicht überdimensioniert. Gar nicht oder selten zum Zug kamen in der Hinrunde die unerfahrenen Tobias Raschl (kein Einsatz), Mateu Morey (kein Einsatz) und Leonardo Balerdi (zwei Pflichtspiele).

Alle drei sollen nach der Winterpause deutlich näher ans Team rücken und sich beim BVB beweisen. Langzeit-Borusse Marcel Schmelzer (zwei Kurzeinsätze) scheiterte im Sommer mit der Anfrage nach Freigabe, er wird den Klub aber wohl erst im Sommer verlassen. Als aktuell noch verletzter Spieler wäre er keine Soforthilfe, die Klubs im Winter fast immer suchen.

Frage nach der Perspektive für Dahoud stellt sich beim BVB

Eine maue Einsatz-Bilanz weisen zudem Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud (beide nur sechs Liga-Einsätze) auf. Während Delaney auch Verletzungen zurückwarfen, stellt sich die Frage nach der Perspektive für Dahoud verstärkt, seitdem Favre das System umstellte und Julian Brandt als Achter entdeckte. Die Hertha soll über den Deutsch-Syrer nachgedacht haben. Mehr als ein loses Interesse aber wurde daraus bislang nicht. Sieht Favre in Mario Götze eine zusätzliche Achter-Alternative, könnte der BVB Dahoud entbehren.

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Auf der Zugangsseite sieht Zorc den BVB nicht in der unbedingten Pflicht. Aber: „Manchmal geht es auch um Gelegenheiten. Warum sollte ich jetzt sagen, dass wir nichts mehr machen, und dann ergibt sich so eine Gelegenheit.“ Das war im Vorjahr der Fall, als Dortmund Balerdi sechs Monate eher als geplant holte, um ihm mehr Zeit für die Integration zu geben.

Borussia Dortmund muss langfristig nachrüsten

Der langfristige Bedarf bei der Borussia ist offensichtlich: Die Außenbahnen brauchen qualitativ und quantitativ Verstärkung, gesucht wird zudem ein robuster und zweikampfstarker Sechser. Auch um die mögliche Sancho-Nachfolge kümmert sich Zorc mit seinem Team bereits.

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