S04-Profi Raman: Warum die Favoritenrolle kein Vorteil für den BVB ist

dzRevierderby

Borussia Dortmund geht als Favorit in das Revierderby gegen den FC Schalke 04. Das muss nicht unbedingt ein Vorteil für den BVB sein, meint S04-Profi Benito Raman – und erklärt, warum.

Dortmund/Gelsenkirchen

, 22.10.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am vergangenen Dienstag, als Borussia Dortmund nach einer arg dürftigen Leistung mit 1:3 gegen Lazio Rom unterlag, da schaute Schalkes Angreifer Benito Raman zwar Champions League. Eine private Gegneranalyse aber nahm er nicht vor. „Ich habe mir als Belgier nur die Partie zwischen St. Petersburg und Brügge angesehen“, erzählt er im Interview mit den Ruhr Nachrichten. Vor dem Revierderby am Samstag (18.30 Uhr/live im TV) gibt sich der Angreifer entspannt.

S04-Stürmer Benito Raman: „Jeder Spieler weiß, welche Bedeutung dieses Derby hat“

Nein, meint Raman, „im Großen und Ganzen“ laufe die Vorbereitung auf die Partie gegen den BVB nicht anders ab als üblich. „Normalerweise“, betont der 25-Jährige, „muss das Trainerteam sogar weniger sagen, weil jeder Spieler weiß, welche Bedeutung dieses Derby hat.“ In dem Duell mit der schwarzgelben Borussia, ein zweifelsfrei prestigeträchtiges Aufeinandertreffen, will er mit seinen Kollegen überraschen.

„Die meisten Fußballfans erwarten, dass wir verlieren“, sagt er. „Das sollte für uns eine zusätzliche Motivation sein. Mag sein, dass nicht viel für eine Überraschung spricht, aber was heißt das schon im Fußball? Wir müssen unsere Linie durchziehen.“ Die Favoritenrolle ist also nicht unbedingt ein Vorteil für den BVB. Spieler wie Raman schöpfen Kraft daraus, der Underdog zu sein – gerade in einem Revierderby.

BVB nicht im Nachteil gegen Schalke wegen der Champions League

Dass die verpatzte Generalprobe des BVB für Schalke spreche, glaubt der Angreifer aber auch nicht. „Sie haben in der Champions League gespielt“, antwortet Raman. „Jetzt heißt es wieder Bundesliga. Das Derby ist ein ganz anderes Spiel. Außerdem hat der BVB einen großen Kader, sodass er die Englischen Wochen verkraften kann.“ Lucien Favres Aufgebot besitze „viel Qualität“, stellt er fest. Und betont: „Da gibt es keine Zweifel dran.“

Jetzt lesen

Neben RB Leipzig traue er es auch der Borussia zu, Bayern München den Meistertitel „streitig zu machen“, sagt Raman noch – und äußert sich dann zu den Schalker Ultras, die nach dem 1:1 gegen Union Berlin ein Gespräch mit der Mannschaft einforderten und ihnen in diesem unmissverständlich ihre Erwartungen kundtaten. Manche Medien schrieben später von Drohungen der Ultras. S04-Angreifer Raman ordnet es nüchtern-sachlich ein.

„Unsere Anhänger fiebern mit dem Verein“, meint er. „Das sie aktuell nicht zufrieden sind, wird jeder nachvollziehen können. Wir sehen das ganze als Motivation an. Glauben Sie mir“, sagt er, „auch wir wollen so schnell wie möglich wieder ein Spiel gewinnen. Dann sind alle – Fans, Mannschaft, Verein – wieder glücklicher.“ Aktuell ist die Sieglos-Serie 20 Partien lang. Letztmals gewannen die Gelsenkirchener am 17. Januar mit 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach.

Lesen Sie jetzt