Roman Bürki ist auch ohne Zettel erfolgreich

Elfmeter-Held des BVB

BVB-Torwarttrainer Teddy de Beer hatte sich alles gut überlegt, die potenziellen Elfmeterschützen der Berliner vor dem DFB-Pokalachtelfinale analysiert und seine Expertise in Schriftform zusammengefasst. Als es dann aber nach 120 Minuten Pokalkrimi zum Elfmeterschießen kam, war auch er ratlos. Trotzdem wurde sein Schützling Roman Bürki beim 4:3-Sieg zum Helden des Abends.

Dortmund

, 09.02.2017 / Lesedauer: 3 min
Roman Bürki ist auch ohne Zettel erfolgreich

Alle auf den Keeper: Roman Bürki (M.) wurde im Elfmeterschießen zum umjubelten Helden von Dortmund.

Der Schweizer Torwart schmunzelte, als er von den Journalisten nach der Partie auf seine Elfmeter-Qualitäten angesprochen wurde. Das Wort „Elferkiller“ passe nicht ganz, erklärte er, „der wäre ich, wenn ich die anderen beiden auch noch gehalten hätte“. Doch auch so konnte sich seine Bilanz (einen gehalten, einen an die Latte und einen übers Tor geguckt) sehen lassen.

Meiste Schützen schon ausgewechselt

Dabei stand Bürki fast allein auf weiter Flur. Die Vorarbeit mit seinem Coach de Beer hatte wenig genützt. „Er kam zwar vor dem Elfmeterschießen mit einem Zettel zu mir“, verriet Bürki, „aber eigentlich nur, um mir zu sagen, dass die meisten Schützen, die wir analysiert hatten, schon ausgewechselt waren.“

Andere Keeper wären in so einer Situation vielleicht nervös geworden, der Schweizer allerdings blieb cool – und das lag nicht nur an den frostigen Außentemperaturen. „Ich bin vor dem Elfmeterschießen noch einmal rein gegangen, um mich ein bisschen aufzuwärmen und kurz auf die Toilette zu gehen.“ Entsprechend erleichtert stimmte die Konzentration in den entscheidenden Minuten. Entsprechend lange dauerte es nach der Partie allerdings auch, bis er die Dopingprobe erfolgreich absolviert hatte.

Keine Abwehrchance beim Gegentor

Dass Bürki überhaupt dermaßen gefordert wurde an einem Abend, den er bei angenehmeren Temperaturen auch überwiegend im Sitzen hätte verbringen können, ärgerte ihn. Wieder einmal hatte er gleich bei einer der ersten gefährlichen Szenen des Gegners hinter sich greifen müssen – ohne dabei eine Abwehrchance gehabt zu haben. „Von hinten ist das natürlich schwierig“, gab er anschließend zu, „du versuchst, alles rauszuhauen, aber vorne klappt es einfach nicht. Aber solche Spiele gibt es nun mal. Das Wichtigste ist, dass wir am Ende eine Runde weitergekommen sind –  und das verdient.“

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Widersprechen wollte ihm niemand, weder im Dortmunder noch im Berliner Dress. Der Sieg des BVB ging in Ordnung und hätte – eine konsequentere Chancenverwertung vorausgesetzt – auch weitaus früher feststehen können. 14:8 Torschüsse und 69 Prozent Ballbesitz sprachen eine deutliche Sprache.

Auf die Torhüter ist im Pokal Verlass

Fest steht in dieser Pokalsaison jedenfalls, dass sich der BVB auf seine Torhüter verlassen kann. Sowohl in der 2. Runde, als Roman Weidenfeller den Zweitligisten Union Berlin fast im Alleingang ausschaltete, als auch im Achtelfinale gegen Hertha BSC gingen die Schwarzgelben als Sieger aus dem Elfmeterschießen hervor. „Da“, urteilte Matthias Ginter, der als fünfter Dortmund Schütze nicht mehr ranmusste, zufrieden, „sind wir gut aufgestellt.“

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