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Roman Bürki stand während seiner BVB-Zeit immer wieder in der Kritik. In seiner vierten Spielzeit in Dortmund erweist er sich bislang als starker Rückhalt. Das hat gleich mehrere Gründe.

Dortmund

, 24.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Dem Schweizer „Blick“ eröffnete Roman Bürki vor Kurzem, wie seine Karriere beinahe geplatzt wäre, bevor sie begonnen hatte. 14 Jahre alt war er, als der Erstligaklub FC Thun den jungen Roman im Sommer 2005 nach einem Probetraining wieder wegschickte. Das habe ihn so verunsichert, dass er den nächsten Termin bei den Young Boys Bern platzen lassen wollte.

Er weigerte sich – aus Angst zu versagen. Doch Papa Bürki kannte keine Gnade. „Er hat mich richtig gezwungen, dort hinzugehen“, erzählte der BVB-Keeper. Bürki bestand den Test, heute kann er über diese Episode lachen.

Bürkis wichtigstes Ziel lautet „Konstanz“

Druck? Angst? Verkrampfung? An seiner mentalen Stärke hat Roman Bürki, der im November 28 Jahre alt wird, gearbeitet. Seit zehn Jahren mit einem Mentaltrainer, für ihn gehört das als bereicherndes Element für einen Profisportler ganz selbstverständlich dazu. Seine wichtigste Zielsetzung für die aktuelle Spielzeit lautet „Konstanz“.

Auch wenn sechs Pflichtspiele noch keinen repräsentativen Beweis ergeben, an den Leistungen lässt sich ablesen, dass sich Bürki, der lange Zeit so kritisch beäugt wurde in Dortmund, auf einem sehr guten Weg befindet. Er habe sich fest vorgenommen, „so konstant wie möglich zu spielen“, sagte Bürki im Sommer auf Nachfrage dieser Redaktion. Er wolle der Mannschaft mit seiner Ruhe helfen.

Viel Kritik nach 1:3 in der Champions League gegen Tottenham

Ruhe und Bürki? Bis zum Beginn seiner vierten Saison im BVB-Trikot hätten nicht viele dieses Wortpaar in Einklang gebracht. Der Torhüter trat mit viel Selbstbewusstsein in die Öffentlichkeit – und entlarvte sich manches Mal mit Unsicherheiten.

Roman Bürki: Darum ist er derzeit ein so starker Rückhalt für den BVB

In der laufenden Bundesliga-Saison pariert Roman Bürki starke 80 Prozent aller Torschüsse auf den BVB-Kasten.

Kein Jahr ist es her, da zerrissen sich Experten, die ewig keinen Ball mehr gefangen hatten, über ihn das Maul. Nach dem 1:3 in der Champions League bei Tottenham Hotspur wurde Bürki auch öffentlich angezählt, monatelang hielten sich die Spekulationen, der BVB könnte einen neuen Torwart mit Stammspieler-Potenzial verpflichten.

Bürki nach dem Hitz-Transfer: „Wir werden uns gegenseitig pushen“

Bürki hielt von sich fern, was auszublenden war, und schuftete. Mit seinem Kollegen Roman Weidenfeller und dem früheren Torwarttrainer Teddy de Beer, seit Saisonbeginn mit Keeper-Coach Matthias Kleinsteiber und seinem Landsmann Marwin Hitz. „Wir werden uns gegenseitig pushen“, sagte Bürki mit Blick auf die neue hausinterne Konkurrenz. Es scheint zu fruchten.

Roman Bürki: Darum ist er derzeit ein so starker Rückhalt für den BVB

„Roman ist noch weiter gereift, das merkt man auch seinem Spiel an.“ - BVB-Torwarttrainer Matthias Kleinsteiber © imago/Eibner

Auch Kleinsteiber weiß, dass die Huldigungen nur bis zum nächsten Patzer anhalten und hofft, dass dieser ausbleiben möge. Eine Konzentrationsfrage, an Bürkis Können gibt es keine Zweifel. „Es ist eine große Kunst, in der Konzentration nicht nachzulassen. Roman Bürki hat diesen Ehrgeiz“, sagt Kleinsteiber.

Reihenweise gute Spiele in dieser Saison

Bislang hält Bürki, was er verspricht. Seit Sommer liefert der Keeper gute bis sehr gute Leistungen in Serie ab. Beim DFB-Pokalspiel in Fürth bewahrte er seine Elf vor dem Aus, gegen Frankfurt und Brügge vor dem drohenden Rückstand, in Hoffenheim zeigte er als einziger Borusse Normalform. „Normal“ ist bei Bürki gerade ziemlich stark.

Er konnte mit freiem Kopf in die neue Saison starten, sagt der Schlussmann selber. Er wirkt befreit. Selbst die Risiko-Abwägung im Spielaufbau, wenn er mit dem Ball am Fuß unter Druck gerät, gelingt ihm zunehmend besser. „Ich stehe auf dem Platz, entscheide und trage die Konsequenzen“, sagt er. Er wirkt bereit für so viel Verantwortung. So oft wie möglich hält Bürki den Ball flach.

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