Bitter, fatal, unfassbar! Der BVB findet gegen defensiv gut organisierte Schalker keine Mittel und besiegt sich in einem denkwürdigen Derby quasi selbst. Viele Dortmunder Spieler laufen ihrer Normalform meilenweit hinterher. Die Einzelkritik.

Dortmund

, 27.04.2019, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Roman Bürki: Verladen beim Elfmeter zum 1:1. Von 15 Strafstößen in der Bundesliga hat der Schweizer keinen einzigen gehalten. Chancenlos auch beim 1:2. Beim 1:3 durch Caligiuris Freistoß in den Torwinkel und beim 2:4 durch Embolos platzierten Schuss ins lange Eck ohne Abwehrchance. Bemitleidenswerter Nachmittag für den Keeper, der sich nicht ein Mal auszeichnen durfte. Note: 3,5

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Marius Wolf: Er hatte seine Bänderverletzung rechtzeitig auskuriert, durfte rechts in der Kette verteidigen. Wolf blieb aber unauffällig, war defensiv ab und an unkonzentriert, über seine rechte Seite rollte im ersten Durchgang quasi nichts nach vorn. Dann langte er per Foul von hinten in die Beine von Serdar - und kassierte folgerichtig einen Platzverweis (65.). Note: 5,5


Manuel Akanji: Kochte Embolo zunächst souverän ab (6.). Dann aber häuften sich seine Böcke: Sein Fehlpass ermöglichte Schalke den Ballbesitz vor dem 1:2, er verlor das Luftduell gegen Sane vor dem 1:2 (29.). Im Zweikampf mangelte es dem Abwehrchef der Borussia an Aggressivität. Note: 4,5

Julian Weigl: Er bekam unglücklich den Ball aus kurzer Distanz im Strafraum an den Arm, der daraus resultierende Elfmeter zum 1:1 (18.) brachte Schalke in die Partie zurück. Weigl hing auch beim 1:2 sowie beim 2:4 mit drin. Note: 5,0


Abdou Diallo: Er war als Linksverteidiger der Verursacher des Eckballs, der Schalke das zweite Tor brachte. Diallo sammelte viele Ballkontakte, leistete aber offensiv zu wenig und war defensiv auf der linken Abwehrseite stark gefordert. Dem Franzosen unterliefen einige leichte Patzer und Abspielfehler. Note: 4,0


Thomas Delaney: Ein durchwachsener Auftritt des Dänen. Sein erster Torschuss aus 17 Metern flog deutlich drüber (11.), auch sein Kopfball verfehlte das Ziel klar (30.). Defensiv agierte er aufmerksam, er ackerte wie immer, suchte als einer der wenigen Borussen den Abschluss, es fehlte aber an Dynamik und Zweikampfstärke. Note: 4,0


Axel Witsel: Der Belgier riss zunächst die Spielkontrolle als zentrale Anspielstation an sich, hatte viele Ballkontakte in der Anfangsphase, legte clever ab auf Torvorbereiter Sancho vor dem 1:0, dann schlichen sich aber ein paar Stockfehler ein, er gab das Regieheft im Mittelfeld aus den Händen. Sein Tor zum 2:3 brachte dem BVB noch einmal kurz Hoffnung. Note: 4,0


Raphael Guerreiro: Der Portugiese war viel unterwegs, er lieferte jedoch kaum Impulse nach vorn. Seine Standards flogen diesmal nur schwach getreten und unpräzise Richtung Schalker Tor. Das war nicht viel. Note: 4,5

Jadon Sancho: Weltklasse-Vorbereitung des 1:0 per Chip auf den Kopf von Mario Götze (14.), Sanchos 18. Torvorlage der Saison. Der Engländer war mutig und stark im Dribbling, tanzte häufig drei, vier Schalker aus, der Pass zum Mitspieler aber kam nicht oft an. In den zweiten 45 Minuten tauchte er ab, obwohl er bester Borusse war. Note: 3,0


Marco Reus: Eine rundum enttäuschende Vorstellung des Kapitäns. Blieb bei einem (seltenen) Vorstoß im letzten Moment an Nübel hängen (38.), Stambouli und Mascarell melden Reus ab. Kaum eine gelungene Aktion, keine Idee, kein Antreiber, berechtigte Rote Karte (60.) nach üblem Foulspiel von hinten in die Beine von Serdar - der daraus resultierende Freistoß brachte Schalke den dritten Treffer. Note: 5,5


Mario Götze: Er verwertete Sanchos Vorlage perfekt per Kopf zum 1:0 (14.). Götzes sechstes Saisontor. Danach rieb er sich auf gegen Sane und Nastasic, ohne Durchschlagskraft zu entwickeln. In Halbzeit zwei gelang ihm nichts mehr - er bekam aber auch keine Bälle. Note: 4,0


Paco Alcacer (56.) kam für Thomas Delaney in die Partie, konnte keinerlei Impulse mehr setzen. Note: 4,0


Christian Pulisic (78. für Guerreiro) und Jacob Bruun Larsen (83. für Götze) kamen erst spät ins Spiel un bleiben daher ohne Note.

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