Erlebte einen emotionalen Samstag: BVB-Stürmer Steffen Tigges (M.). © imago / Horstmüller
Borussia Dortmund

Pure Emotionen! BVB-Stürmer Steffen Tigges erfüllt sich einen Jugendtraum

Steffen Tigges entscheidet mit seinem Kopfball zum 2:0 die enge BVB-Partie gegen Köln. Mit seinem ersten Bundesliga-Tor erfüllt sich der 23-Jährige einen Jugendtraum. Es folgt Lob in den höchsten Tönen.

Das breite Grinsen im Gesicht trug Steffen Tigges auch durch die Vielzahl der Interviewanfragen. Nach dem 2:0 gegen den 1. FC Köln war der U23-Kapitän der gefragteste Mann im schwarzgelben Trikot, schließlich hatte sein Premieren-Treffer in der Bundesliga den wehrhaften Domstädtern den Zahn gezogen.

Aus Tigges sprudelten nach dem Abpfiff die Emotionen wie das Wasser aus einem Springbrunnen. Von einem „Riesengefühl“ schwärmte er, von einem „Privileg“, für die Borussia zu spielen und ausgerechnet vor der vollbesetzten Südtribüne das erste Bundesliga-Tor erzielt zu haben. Es werde ihn, unkte der 23-jährige Stürmer, wohl noch den ganzen Abend begleiten. „Ich kriege das Strahlen heute nicht mehr aus dem Gesicht!“

Steffen Tigges ist beim 2:0 gegen Köln der BVB-Mann des Tages

Tigges war irgendwie der Mann des Tages, dabei hatte er nur gute 30 Minuten mitgespielt. Mit 22 Treffern in 35 Partien war er in der vergangenen Saison ein Garant dafür gewesen, dass der U23 der Borussia im Sommer die Rückkehr in die 3. Liga gelang. Unter Edin Terzic kam er im Winter nach Erling Haalands Verletzung beim 2:0 in Braunschweig zu einem 90-Minuten-Einsatz im DFB-Pokal und später zu weiteren Kurz-Einsätzen auch in der Bundesliga. Ab Januar gehörte Tigges zum festen Profikader und unterschrieb seinen ersten Profivertrag, der bis 2024 datiert ist.

Mit der erneuten Verletzung von Haaland vor einigen Wochen ist der in Osnabrück fußballerisch aufgewachsene Stürmer automatisch noch näher an mehr Einsatzminuten herangerückt. Schon seit einigen Wochen, verriet der baumlange Angreifer, habe er diesem Tor-Moment entgegengefiebert. Tigges war Marco Roses Mann für die letzte Spielphase, in der Dortmund oft Führungen verwalten musste und einen Mann brauchte, der vorne Bälle festmachen und für Entlastung sorgen konnte.

Der BVB wackelt gegen Köln bedenklich – dann köpft Tigges ein

Gegen Köln waren es am Samstag sogar 32 Minuten, sein längster Einsatz in der Bundesliga. Tigges kam in einer Phase in die Partie, in der der BVB bedenklich wackelte. Kaum sechs Minuten auf dem Feld, erfüllte sich dann ein Jugendtraum für den hoch aufgeschossenen Blondschopf. Mit Mats Hummels gab es vor der Ecke von Julian Brandt eine kurze Absprache, „ich habe ihm nur gesagt, dass ich auf den ersten Pfosten gehe. Jules Ball kam perfekt, der Kopfball fiel perfekt hinten rein.“

Steffen Tigges (hinten) köpft zum 2:0 für den BVB ein. © imago / RHR-Foto © imago / RHR-Foto

Der Rest: pure Emotion. Tigges wurde förmlich erdrückt, auf den Rängen entluden sich Freudenschreie, in denen auch eine Menge Erleichterung steckte. „Es war ein wichtiger Moment“, meinte auch Tigges. „Köln kam sehr stark auf in dieser Phase, mein Tor hat für ein wenig Beruhigung gesorgt.“

Steffen Tigges empfiehlt sich bei der BVB-U23 für höhere Aufgaben

Von den Kollegen gab’s auf dem Feld und danach reichlich Gratulationen. „Glückwunsch zum ersten Tor“, schrieb Mats Hummels noch aus der Kabine bei Instagram und fügte noch ein „Endlich!“ an. Trainer Rose lobte die Entwicklung seines Angreifers auf der Pressekonferenz in den höchsten Tönen. „Er ist physisch extrem stark und vom Spielertyp derjenige, der Erling noch am ehesten ersetzen kann. Er ist stolz wie Bolle und kann das auch sein.“ Stolz wie Bolle war auch Freundin Sara. „So proud“, schrieb sie bei Instagram unter ein Bild von der Tribüne kurz nach Tigges‘ Premieren-Tor.

Steffen Tigges ist damit natürlich am vorläufigen Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung angekommen, der Weg soll aber natürlich noch weiter gehen. Erst vor zwei Jahren wechselte er ablösefrei aus Osnabrück zur Borussia, startete in der U23 sogleich durch und empfahl sich als beständiger Knipser dort auch für höhere Weihen – nicht nur bei seinem aktuellen Verein. Auch der Samstags-Gegner der Borussia hatte im Sommer ein Auge auf den Angreifer geworfen. Tigges selbst sprach nach dem Spiel davon, dass dieses Interesse nie konkret geworden sei.

Der 1. FC Köln zeigte im Sommer Interesse an BVB-Stürmer Tigges

Warum das so war, verriet Köln-Trainer Steffen Baumgart. Als Marco Rose von der „guten Entwicklung“ des 23-Jährigen sprach und mit einem leichten Grinsen meinte, dazu könne man „ja auch den Baumi“ befragen, konterte Kölns Trainer schmunzelnd mit dem Satz: „Du hast ihn mir ja nicht gegeben!“ Man wurde den Eindruck nicht los, dass sich auch Baumgart ein bisschen für Steffen Tigges freute.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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