Pro und Contra: Ist die Achterposition die perfekte Rolle für BVB-Spieler Julian Brandt?

dzBorussia Dortmund

Gegen Hertha BSC stellte Lucien Favre auf ein 3-4-3 beziehungsweise 3-4-2-1-System um. So wurde ein Platz für Julian Brandt auf der Achterposition frei. Ist das seine richtige Position?

Dortmund

, 03.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim 2:1-Sieg in Berlin wich BVB-Trainer Lucien Favre von seinem präferierten 4-2-3-1-System ab und stellte auf ein 3-4-3- beziehungsweise 3-4-2-1-System um. Für Borussia Dortmunds Neuzugang Julian Brandt wurde so ein Platz im zentralen Mittelfeld frei. Der Nationalspieler bekleidete die Achterposition – vor Axel Witsel und hinter Marco Reus. Wir diskutieren:

Pro: Ja, die Rolle ist wie maßgeschneidert - Aus der Enge des Raumes (Von Tobias Jöhren)

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Falls noch irgendjemand einen Beweis gesucht hat, dass Julian Brandt im Mittelfeldzentrum des BVB am besten aufgehoben ist, dann fand er ihn am vergangenen Samstag in der Hauptstadt.

Der Neuzugang überzeugte gegen Hertha BSC sowohl spielerisch als auch kämpferisch in der Dortmunder Schaltzentrale zwischen Axel Witsel und Marco Reus. Das 1:0 verdeutlichte in einer einzigen Szene, wie viel Brandt der BVB-Offensive geben kann, wenn er spielen darf, wo er am wertvollsten ist: in der Enge des Raumes.

Brandts Kreativität kann ein echter Trumpf für den BVB sein

Ein perfekter erster Kontakt, ein kurzer Antritt, und schließlich ein Pass wie ein Skalpellschnitt. Geradlinig und schmerzhaft, in diesem Fall für die Alte Dame. Jadon Sancho sagte „Thank you“, der BVB lag in Führung.

Er möge es, wenn er viele Spieler um sich herum habe, gab Brandt später zu Protokoll. Er hätte auch sagen können, er möge es, wenn er viele Spieler vor sich habe. Denn Brandt ist kein Stürmer, auch kein falscher. Er ist auch kein Flügelspieler. Brandt ist ein Zehner. Oder eben ein Achter.

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Auf jeden Fall aber ist er ein Spieler, der die Gabe besitzt, auf engstem Raum spielerische Lösungen zu finden, Tempo aufzunehmen, Überzahlsituationen zu kreieren, Tore vorzubereiten oder selbst zu erzielen. Seine Kreativität kann ein echter Trumpf für den BVB sein.

Dafür braucht es in erster Linie konstante Leistungen des Spielers – aber auch dauerhaften Mut vom Trainer, auf die eigenen Stärken zu setzen, anstatt vor den Stärken des Gegners zurückzuschrecken

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Ist Julian Brandt auf der Achterposition richtig aufgehoben?

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Contra: Nein, Brandt sollte weiter vorne spielen - die Torgefahr geht verloren (Von Dirk Krampe)

Julian Brandt war prächtig gelaunt am Samstagabend. Kein Wunder, er hatte in den 90 Minuten im Berliner Olympiastadion kräftig Eigenwerbung betrieben und seinem Trainer gezeigt, was er im Mittelfeldzentrum als etwas zurückgezogener Achter zu leisten im Stande ist.

In Leverkusen bewies Julian Brandt viel Torgefahr

Dennoch würde ich Brandt lieber etwas weiter vorne sehen, und das aus zwei Gründen: Brandt hat bei Bayer Leverkusen gezeigt, dass er nicht nur Antreiber und Vorbereiter sein kann. Er verfügt auch über exzellente Vollstreckerqualitäten, die sich auch der BVB zunutze machen sollte.

Kommt er aus der Tiefe des Raumes, geht ihm viel von dieser Torgefahr verloren. Vor allem aber wird es etliche Spiele geben, in denen sich Lucien Favre dem offensiv denkenden Achter als zu risikoreiche Variante verweigern wird.

Neben dem Feingeist Axel Witsel wird dann eher ein robuster und vornehmlich defensiv denkender Sechser gefragt sein. Nicht umsonst hält Borussia Dortmund auch in diesem Segment Ausschau noch nach einer potenziellen Verstärkung. Brandt müsste sich die Planstelle neben dem fast immer spielenden Witsel deutlich öfter teilen, als ihm das lieb sein kann.

Über Wochen hat sich Favre mit der Frage beschäftigt, wie er Julian Brandt in diese Mannschaft bestmöglich integrieren kann. Die Acht ist eine neue Option, aber warum probiert er ihn nicht regelmäßiger auf der Zehn? Ein bisschen mehr Konkurrenz für Marco Reus würde vielleicht auch dessen Form gut tun.

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