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Acht Spieler mit deutschem Pass stehen im BVB-Aufgebot. Zum engeren Kader der Nationalelf gehört nur Marco Reus, der BVB ist beim DFB unterrepräsentiert. Fehlt es an deutschen Topspielern?

Dortmund

, 27.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Ja, der BVB benötigt mehr deutsche Spieler - Höhere Identifikation
Von Dirk Krampe

Julian Brandt? Soll eine Ausstiegsklausel besitzen. Mögliches Ziel: München. Kai Havertz? Nach ihm haben die Bayern die Angel längst ausgeworfen. Timo Werner? „Soll seine Zukunft ja längst geklärt haben. Ohne uns.“ Hat Hans-Joachim Watzke schon im Winter verlauten lassen.

Resignation scheint sich breitgemacht zu haben bei den deutschen Vereinen, die noch am ehesten mit den Bayern um die Top-Talente konkurrieren. Denn der Reflex ist seit Jahren immer derselbe: Deutschlands Nachwuchs-Elite, wenn sie reif genug ist für den Sprung zu den ganz Großen, geht entweder sofort ins Ausland wie Leroy Sané oder landet am Ende zumeist beim Rekordmeister. Wie zuletzt Leon Goretzka, wie im kommenden Sommer Fiete Arp, auch wenn der gut beraten wäre, noch ein Jahr in Hamburg zu bleiben. Doch das ist ein anderes Thema.

Pro & Contra: Benötigt der BVB mehr deutsche Topspieler?

Marco Reus ist bei Joachim Löw eine feste Größe, Mario Götze könnte bald wieder seine Chance in der Nationalmannschaft bekommen. © imago

Borussia Dortmund hat seine finanziellen Möglichkeiten deutlich erweitert in den vergangenen Jahren. Doch das allein scheint nicht zu reichen, um die deutschen Talente aus dem obersten Regal ins Ruhrgebiet zu locken. Also muss der BVB in Nischen fündig werden, muss seine Fühler vor allem im Ausland ausstrecken, wo die Talente zahlreicher sind und manchmal noch unterm Radar spielen.

Das ist mit reichlich Erfolg gelungen, kann aber nur die eine Seite der Transferpolitik sein. Und das Problem ist intern längst erkannt. Borussia Dortmund braucht dringend auch Identifikationsfiguren mit deutschem Pass. Spieler, die in den Länderspiel-Wochen den Adler auf der Brust tragen – und damit ihren Klub Borussia Dortmund in der Welt repräsentieren. Das schafft mehr Zusammenhalt, als auch Ausnahmespieler generieren können. Weil man ahnt, dass für sie Dortmund ohnehin nur eine Durchgangsstation ist.

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Benötigt der BVB mehr deutsche Topspieler?

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Nein, die Herkunft der Spieler ist egal - Das Spiel läuft global

Von Jürgen Koers

Jadon Sancho wirbt als BVB-Botschafter in England, Christian Pulisic vertritt die Schwarzgelben in den USA, Shinji Kagawa trommelte in Japan. Dienstreisen im Sommer führten die Borussia nach Malaysia, China und in die Staaten. Auch in Frankreich wird aufmerksam registriert, dass die Bundesliga und speziell die Dortmunder spannende französische Talente vorspielen lassen. Mag die Bundesliga international in der Strahlkraft auch der Premier League und der La Liga hinterherhinken, für Aufmerksamkeit ist gesorgt.

Das ist auch gut so. Fußball ist längst ein globaler Markt geworden, die Klubs buhlen in der digitalen Welt um Fans auf allen Kontinenten. Dortmunds Konkurrent ist der FC Arsenal, nicht der FC Augsburg. Um die besten Spieler gibt es ein Wettbieten.

Pro & Contra: Benötigt der BVB mehr deutsche Topspieler?

Jadon Sancho sorgt für Aufsehen! Dank ihm erfährt der BVB in England jede Menge Aufmerksamkeit. © imago

Es muss eher hinterfragt werden, warum der BVB denn die Top-Talente aus England und Frankreich rekrutieren muss. Weil in Deutschland die Teenager inzwischen selten mithalten können mit ihren Alterskollegen? Da läge der Ansatz. In der Nachwuchsarbeit liegt Borussia Dortmund bundesweit vorne – wenn bei den „high potentials“, die dann im Teenager-Alter hier und anderswo in der Bundesliga den Durchbruch bei den Profis schaffen, immer weniger deutsche Spieler dabei sind, gibt es eher ein Ausbildungsproblem.

Als Energie Cottbus vor vielen Jahren mit elf „Ausländern“ antrat, war der Aufschrei groß. Inzwischen sind auch die Borussen, die Bayern und andere Klubs oft nicht weit davon entfernt. Die Herkunft ist ein untergeordneter Parameter. Und nur weil ein André Schürrle für Deutschland gespielt hat, macht(e) ihn das noch lange nicht zum Markenkern für Integration und Identifikation beim BVB. Nicht der Pass der Spieler ist entscheidend, sondern die Qualität.

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