Personalie Sancho zeigt: Der BVB hat einen Berg von Problemen zu lösen

dzKommentar

Das 1:0 des BVB gegen M‘gladbach ist ein Erfolg gegen die aufkommende Krisenstimmung. Die Personalie Sancho zeigt jedoch stellvertretend, dass ein Berg von Problemen zu lösen ist.

Dortmund

, 19.10.2019, 22:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in eine handfeste Krise abzurutschen droht, der muss Zeichen setzen. Das sollte vor allem auf dem Platz geschehen, was Borussia Dortmund am Samstagabend zumindest in Ansätzen gelang. Es war erkennbar, dass diese Mannschaft wollte. Es war auch erkennbar, dass die drei sieglosen Spiele in Serie zuvor ihre Spuren hinterlassen hatten. Eine gewisse Verunsicherung war nicht zu leugnen, Hochglanz-Fußball durfte man folglich wohl nicht erwarten. Und es war keine Überraschung, dass man ihn dann auch nicht zu sehen bekam.

Doch weil sich der BVB zu Hause dann doch noch deutlich wohler fühlt, Marco Reus das Herz in die Hand nahm und die Abwehr mit etwas Glück das zu Null hielt, durfte sich Lucien Favre über ein 1:0 freuen. Sein Lieblingsergebnis, wie er später freudig verkündete.

BVB setzt bei der Personalie Sancho ein deutliches Zeichen

Schon bevor der Ball auf dem Rasen rollte, hatte der Klub an anderer Stelle ein deutliches Zeichen gesetzt, als durchsickerte, dass Jadon Sancho aus disziplinarischen Gründen nicht zum Kader zählen würde. Der Engländer war verspätet von der Nationalmannschaft zurückgekehrt, man hätte dies als jugendlichen Ausrutscher abtun und schlicht verschweigen können, schließlich ist der 19-Jährige längst ein unverzichtbarer Bestandteil in den Planungen seines Trainers.

Doch es war bei weitem nicht Sanchos erste Verfehlung dieser Art, mit der Pünktlichkeit nimmt er es öfter mal nicht allzu genau. Das kommt nicht nur bei Trainern und Funktionären nicht gut an, das registrieren auch die Mitspieler. Aus Gründen der „Mannschaftshygiene“, wie Sportdirektor Michael Zorc es dann nannte, sei dem Klub daher keine andere Wahl geblieben. Favre trug diese Entscheidung mit, weil sie auch sein Standing direkt tangiert.

Aus dem Schneider ist Lucien Favre noch nicht

Es ist nicht so, dass Favre damit seine letzte Patrone einsetzte. Doch nach einer Woche, in der Borussia Dortmunds Trainer das Gefühl haben musste, dass der Rückhalt für sein Tun weiter schwindet, war die Personalie allemal bemerkenswert. Zumal in Mario Götze und Paco Alcacer zwei weitere Offensivkräfte ausfielen.

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Die Stringenz bei der Härtefall-Entscheidung Sancho und die drei Punkte helfen Favre. Vor allem wird ihm auch der Sprung in der Tabelle als optischer Beleg dafür, dass es aufwärts geht, gut tun. Aus dem Schneider ist der Trainer allerdings noch lange nicht. Die Luft bleibt dünn für den Schweizer Coach, den nur Siege weiter im Sattel sitzen lassen.

Akanji bleibt beim BVB ein Unsicherheitsfaktor

Die Personalie Sancho hat Favre gut gelöst, ab Sonntag wird der Sünder dann vorerst reumütig in den Kader zurückkehren. Die Personalie Akanji schleppt Favre als Hypothek freilich weiter mit sich herum. Auch gegen Gladbach war der Landsmann des Trainers ein Unsicherheitsfaktor. Favre sollte sich fragen, ob es dem Spieler nicht mehr helfen würde, wenn er ihn temporär aus der Schusslinie nehmen würde.

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