Paco Alcacer flüchtet zum FC Villarreal: Der BVB hat richtig entschieden

dzKommentar

Paco Alcacer bricht seine Zelte beim BVB fluchtartig ab. Der einstige Fan-Liebling hat sich von seinem Klub entfremdet. Mit dem Verkauf trifft Dortmund die richtige Entscheidung.

Dortmund

, 30.01.2020, 20:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er wollte nur noch weg. Nichts hielt den stolzen Francisco Alcacer noch im kalten Dortmund. Und so wirkte der Abflug des Torjägers gen Süden auch eher wie eine Flucht denn wie ein geordneter Wechsel.

Paco Alcacer bricht beim BVB zu Beginn alle Rekord

Eine Überraschung war es nicht mehr, als der BVB am Donnerstagabend den Verkauf Alcacers öffentlich verkündete. Zu sehr hatte sich der einstige Liebling der Fans von seinem Klub entfremdet, zu wenig vorstellbar war eine Wende zum Guten, die eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit hätte möglich machen können. Die ohrenbetäubend lauten „Paco“-Rufe von der Gelben Wand hinunter auf den Rasen sind Geschichte. Und so wirklich traurig scheint darüber gerade niemand zu sein bei der Borussia.

Vor einem Jahr hätte sich dieses Szenario wohl nicht einmal im Albtraum irgendjemand vorstellen können. Raketenartig hatte Alcacer in Dortmund losgelegt. Gefühlt jeder Ballkontakt war ein Treffer. Wenn er auf den Platz kam, der quirlige Joker, dann drehte die Borussia Spiele, dann bekam der Gegner wacklige Knie. Alcacer brach Torrekorde, strahlte mit weit ausgebreiteten Armen, schnell wurde aus dem Leihgeschäft eine feste Beziehung. Alcacer liebte seinen Erfolg, die Fans liebten ihn.

BVB-Trainer Favre streicht Paco Alcacer aus dem Kader

Doch dann ging der bewunderten Rakete der Treibstoff aus. Die Torquote schrumpfte auf Normalmaß, er kämpfte mit Formtiefs und Verletzungen, dann traf er gar nicht mehr. Die Unzufriedenheit und Zweifel an ihm und seiner Fitness wuchsen. Und er landete dort, von wo er eigentlich aus Barcelona geflohen war: auf der Ersatzbank. Schlimmer noch: Es reichte mitunter nicht einmal mehr dafür. Vor dem Rückrundenstart gegen Augsburg trainierte der Gekränkte derart lustlos, dass ihn Trainer Lucien Favre aus dem Kader strich und zuhause ließ.

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Spätestens jetzt war klar: Dieses Ding ist nicht mehr zu kitten. Der Torjäger fühlte sich ohne den Glanz seiner Tore nicht mehr wohl in Dortmund, zu Trainer Favre hatte er keinen guten Draht, auch in der Mannschaft wirkte er isoliert. Aus Liebe wurde Frust. Viereinhalb Monate nach seinem letzten Treffer für den BVB unterschrieb er - bei allem Respekt - sogar in Villarreal, nur um noch in letzter Minute weg zu kommen aus Dortmund, in die Nähe seiner Heimatstadt Valencia.

BVB geht durch den Alcacer-Verkauf ein Risiko ein

Beim Tabellenachten der spanischen Liga sucht er also nun sein neues Glück. Eine neue Liebe. Und der BVB lebt nun weiter ohne ihn. Denn die Entscheidung, Alcacer jetzt ziehen zu lassen, ist richtig. Auch wenn sie ein Risiko birgt, falls Jungstürmer Erling Haaland plötzlich ausfallen oder im Formtief stecken sollte und die Borussia einen erprobten Knipser von der Bank dringend nötig hätte. Aber ein lustloser, vielleicht sogar stänkernder Alcacer, der mit dem Kopf längst nicht mehr Teil der schwarzgelben Meistermission ist, wäre da auch keine allzu große Hilfe. Eher Ballast. Oder Störenfried. So war die Flucht des einstigen Helden zumindest noch ein gutes Geschäft für Dortmund. Und ein Ende ohne großen Schrecken.

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