Owomoyelas dritter Neuanfang

DONAUESCHINGEN Als Patrick Owomoyela (28) am Dienstagmittag seinen Koffer in Borussia Dortmunds Teamquartier „Öschberghof“ in Donaueschingen zog, war das eine Initialzündung – die zum dritten Neuanfang seiner Karriere. Zwei liegen schon hinter ihm. Verletzungsbedingt.

von Von Sascha Fligge

, 08.07.2008, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mittwoch 17.04.2013, 1. Bundesliga Saison 12/13 - Training in Dortmund, BV Borussia Dortmund, 
Patrick Owomoyela (BVB)   gegen Jakub KUBA Blaszczykowski (BVB) 


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Mittwoch 17.04.2013, 1. Bundesliga Saison 12/13 - Training in Dortmund, BV Borussia Dortmund, Patrick Owomoyela (BVB) gegen Jakub KUBA Blaszczykowski (BVB) Foto: DeFodi.de +++ Copyright Vermerk DeFodi.de -- DeFodi Ltd. & Co. KG, Wellinghofer Str. 117, D- 44263 D o r t m u n d, sport@defodi.de, Tel 0231-700 500 44, Fax 0231-700 54 90, C o m m e r z b a n k D o r t m u n d, Kto: 36 11 76 100, BLZ: 440 400 37 // BIC COBADEFF440 // IBAN: DE74 4404 0037 0361 1761 00 // Steuer-Nr.: 315/5803/1864 , USt-IdNr.: DE814907547 - 7% MwSt.

Das Bulletin der Ärzte über den Ex-Nationalspieler (11 Partien für Deutschland) ist lang. In der vergangenen Saison bestritt Owomoyela vor allem wegen eines Sehnen-Teilabrisses im hinteren Oberschenkel nur neun Spiele für Werder Bremen. Trainer Thomas Schaaf eröffnete ihm daraufhin im Frühjahr, dass es „schwer für Dich werden wird, einen Stammplatz zu erkämpfen“. Der Profi selbst sagt rückblickend: „Das war in Ordnung. Ich bin immer für offene Worte.“

Um wieder nach vorne zu kommen, hat Owomoyela einen Schritt zurück gemacht und ist nach Dortmund gewechselt: 2,4 Mio. Euro hat der BVB in den Außenverteidiger investiert, der Vertrag läuft bis 2011. Die BILD überschrieb den Transfer mit „Owo flieht zu Kloppo“. Er widerspricht: „Ich bin nicht geflohen. Weder hin zu Jürgen Klopp noch vor einem Konkurrenten wie Clemens Fritz in Bremen. Auch diese Herausforderung hätte ich angenommen.“

In Dortmund startete Owomeyela (Lebensmotto: „Positiv denken“) mit einer Schleimbeutelverletzung an der Ferse. Erst am Dienstagnachmittag durfte er, angeleitet von Fitnesstrainer Oliver Bartlett, einige Koordinationsübungen absolvieren. „Wenn man mich von der Kette lässt“, sagt der Abwehrspieler, „werde ich zeigen, dass ich physisch fit bin. Das Vertrauen in meinen Körper ist groß. Jedes Mal, wenn eine Verletzung ausgeheilt war, kam danach nichts mehr. Keine neuen Wehwehchen. Nichts.“

Duell auf Augenhöhe

Trainer Jürgen Klopp hat schon in Aussicht gestellt, dass sein Wunschspieler sich in den nächsten Wochen keineswegs hinten anstellen muss. Er soll mit dem Serben Antonio Rukavina, der 2007/2008 nur 47 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, ein Duell auf Augenhöhe um den Stammplatz des Rechtsverteidigers führen. Die Position gilt als BVB-Achillesferse – 41 von 62 Gegentoren fielen über die rechte Seite. Obendrein ist Owomoyela aber auch erster Ersatzmann für den gesetzten Linksverteidiger Dede. „Die BVB-Verantwortlichen“, sagt er, „wissen, dass ich nicht gleich umfalle, wenn ich den linken Fuß benutzen muss.“

Im Gespräch wirkt der Neuzugang nicht wie einer dieser schnell aufgestiegenen und noch schneller wieder abgestürzten Fußballprofis. Keine Spur von einem Mangel an Selbstkritik oder gar von Überheblichkeit. Owomoyela spricht ruhig und bedacht: „Ich bin sehr fokussiert auf meinen Job und diszipliniert – alle anderen Gerüchte sind Quatsch. Trotzdem versuche ich Spaß am Leben zu haben und das auch nicht zu verstecken.“

Ende der Werder-WG

In Dortmund soll der Spaß am Fußball die Basis dafür sein, dass Owomoyelas Comeback auf hohem Niveau gelingt. Der Trainer hält große Stücke auf ihn: „Klopp ist überzeugt davon, dass noch etwas in mir drin steckt und dass er das wieder rausholen kann. Er will mich dahin bringen, wo ich schon einmal war.“

Die vielleicht größte Umstellung blüht Owomoyela übrigens im Privatleben. In Bremen wohnte er Tür an Tür mit Tim Borowski und Jurica Vranjes. „Jetzt“, sagt Owomoyela, „habe ich keine Nachbarn mehr.“ Seine neue Heimat ist ein Penthouse in Schwerte.

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