Nur Bürki in Normalform - Passlack überfordert

BVB-Einzelkritik

1:4 (1:2) beim FC Bayern München - das klingt so bitter, wie es sich für den BVB am Samstagabend angefühlt haben muss. Die ersatzgeschwächten Borussen mussten früh einem Rückstand hinterherlaufen - und kamen so nie richtig ins Spiel. Die Schwarzgelben in der Einzelkritik.

MÜNCHEN

, 08.04.2017 / Lesedauer: 5 min
Nur Bürki in Normalform - Passlack überfordert

Ungleiches Duell: Franck Ribery (vorne) behauptet sich gegen Felix Passlack.

Roman Bürki: Das Spiel hatte kaum begonnen, da musste der Schweizer das erste Mal den Ball aus dem Netz fischen (4.). Nur sechs Minuten später fiel bereits Gegentor Nummer zwei. In dieser Frequenz ging es zum Glück für die Dortmunder nicht weiter - auch weil Bürki einige Schüsse von Arjen Robben entschärfen konnte. Dass er nach seinem Kontakt mit Robert Lewandowski Gelb sah, war angesichts der geringen Schwere seiner Schuld und des gegebenen Elfmeters vertretbar (68.). Note: 3,0

Matthias Ginter: Dem Innenverteidiger muss es in den ersten Minuten vorgekommen sein, als wäre er im Schleudergang seiner Waschmaschine gelandet - so sehr wirbelten die Bayern die BVB-Defensive durcheinander. Er geriet mitten hinein in den Strudel, ohne grob individuell zu patzen. Note: 4,5

Sokratis: Da Robert Lewandowski immer wieder auf die Flügel auswich, hatte der BVB-Abwehrchef die meiste Zeit keinen direkten Gegenspieler. Der griechische Libero stand im freien Raum und oft auf verlorenem Posten - etwa beim Gegentor zum 1:3, als ihn Robben mit seinem Standard-Trick verlud (48.). Aber: Sokratis steckte nicht auf und kämpfte. Allein, es brachte nichts. Note: 4,0

Marc Bartra: Nach 45 Minuten und seinem hohen Bein gegen Robert Lewandowski hatte es sich der Spanier mit den Bayern-Fans verscherzt. Dabei mussten sie diesmal gar nichts gegen ihn haben: Er spielte schwach und war an mehreren Gegentoren beteiligt. Vor dem 0:2 foulte er Lewandowski, vor dem 1:3 verlor er das entscheidende Duell gegen Arturo Vidal (48.). Zudem sah er seine fünfte Gelbe Karte, Bartra fehlt daher gegen Frankfurt. Note: 5,0

Felix Passlack: Der Youngster durfte erneut den verletzten Erik Durm vertreten - oder musste, je nach Sichtweise. Denn bereits nach vier Minuten und einer Schläfrigkeit stand es durch seinen Gegenspieler Franck Ribery 0:1. Was ihn ehrt: Er steckte danach nicht auf, gab etwa die Hereingabe, die indirekt zum 1:2 führte (20.). Insgesamt jedoch war er dem diesmal wieder starken Ribery jedoch klar unterlegen - als Beleg diente seine sekundenlange Kuscheleinlage, um den Franzosen zu stoppen. Dafür gab’s Gelb (36.). Note: 5,0

Gonzalo Castro: Gefühlt hatte das Spiel für den Mittelfeld-Strategen noch gar nicht begonnen, da war es bereits wieder beendet. In der Halbzeit nahm BVB-Trainer Thomas Tuchel nämlich raus - und bis dahin hatte es nicht so gewirkt, als sei Castro überhaupt in der Partie. Nur 28 Ballkontakte konnte er bis zu seiner Auswechslung sammeln - zu wenig, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Allerdings war er auch nicht fit, wie Tuchel nach der Partie erklärte. Castro plagten Adduktorenprobleme. Note: 4,0

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Bildergalerie

Bundesliga, 28. Spieltag: FC Bayern München - BVB 4:1 (2:1)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund.
08.04.2017
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund.© Foto: dpa
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Raphael Guerreiro: Dem Portugiesen wurde während der Partie die vermutlich größte Ehre zuteil, die ein Linksfuß im deutschen Profifußball derzeit bekommen kann: Lukas Podolskis, Deutschlands bekanntester Linksfuß adelte den herrlichen Treffer Guerreiros nach 20 Minuten als "poldi-like" und legte damit den Grundstein zur Nominierung für das Tor des Monats. Der Treffer half dem BVB immerhin, das Spiel etwas länger offen zu halten. Sein Ballverlust vor dem Elfmeter zum 1:4 hatte dagegen den genau gegenteiligen Effekt (68.). Note: 4,0

Marcel Schmelzer: Das Spiel gegen Hamburg hatte Dortmunds Kapitän noch aufgrund von Rückenbeschwerden verpasst, in München kehrte er in die Startelf zurück - und wurde von Arjen Robben regelrecht schwindelig gespielt. Würde er in den kommenden Tagen mit einem Schleudertrauma aussetzen, würde das nicht für Verwunderung sorgen, so oft kreiselte der Flügelflitzer Schmelzer aus. Zur Ehrenrettung des Dortmunders sei allerdings festgehalten, dass er von Vordermann Christian Pulisic sträflich alleingelassen wurde - und dass Robben in sensationeller Verfassung auftrat. Note: 5,0

Ousmane Dembele: Man sollte meinen, für einen Profi-Fußballer sei es ein leichtes Unterfangen, sich in die Mauer zu stellen. Man sollte sogar meinen, dass man nicht einmal Profi sein muss, um die Rolle als Abblocker korrekt auszuführen. Dembele allerdings verbockte es in München komplett - und Robert Lewandowski bestrafte sein viel zu frühes Hochspringen samt anschließendem Wegducken prompt mit dem 0:2 (10.). Dembele, dessen unglaubliche Veranlagung auch am Samstag immer wieder durchschien, hatte generell nicht seinen besten Tag erwischt. Die Streuung in seinen Abschlüssen war breit, die Fülle an falschen Entscheidungen auffällig. Nach 59 Minuten durfte er sich für Monaco schonen. Note: 5,0

Christian Pulisic: Der US-Amerikaner wird in seiner Heimat schon gefeiert wie ein Superstar. Und auch in Dortmund liefert er immer wieder Nachweise über sein großes Talent ab. In München allerdings offenbarte der Youngster, dass er auch noch viel lernen muss, das Verteidigen etwa. Pulisic ließ seinen Hintermann Schmelzer gegen Robben komplett im Stich, das wurde von den Bayern eiskalt ausgenutzt. Auch offensiv wollte ihm diesmal - mit Ausnahme eines schönen Abschlusses (87.) - nicht viel gelingen. Note: 5,0

Pierre-Emerick Aubameyang: Dortmunds bester Stürmer reiste enttäuscht aus München zurück, denn nicht nur das Spiel ging verloren, auch seine Führung in der Torjägerliste ist er an Doppeltorschütze Robert Lewandowski los. Vor allem die 68. Minute geriet für den Gabuner, der wenig ins Spiel eingebunden war, zum Albtraum: Erst verpasste er das 2:3, dann holte Lewandowski im Gegenzug den Elfmeter zum 1:4 heraus. Note: 4,5

Sebastian Rode (ab 46.): Der frühere Münchner kam unverhofft zu seinem Comeback nach monatelanger Verletzungspause, weil Castro zur Pause verletzt in der Kabinen bleiben musste. Die mangelnde Spielpraxis war Rode jederzeit anzusehen. Er verlor viele Bälle und Zweikämpfe in entscheidenden Zonen - etwa vor dem 1:3 (48.). Sein schöner Pass auf Aubameyang vor dessen Großchance blieb die Ausnahme (67.). Note: 4,5

Emre Mor (ab 59.): Der Offensivdribbler durfte knapp eine Stunde lang Anschauungsunterricht bei Arjen Robben nehmen, dann musste er selbst ran. Der junge Türke darf das Spiel als gesammelte Erfahrung abspeichern, nennenswerte Szenen hatte er nicht. Note: 3,5

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