Noch zwei Matchbälle! BVB-Gegner Leipzig brennt der Kittel

dzGastkolumne

Zur Winterpause thronte BVB-Gegner Leipzig an der Bundesliga-Spitze - doch in der Rückrunde stottert der RB-Motor. Gegen Dortmund will das Nagelsmann-Team den zweiten Matchball nutzen.

von Guido Schäfer

Leipzig

, 20.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten von Corona bleibt den Bossen von RB Leipzig und jenen von Borussia Dortmund vorm heutigen Duell in Leipzig zumindest eine Peinlichkeit erspart. Oliver Mintzlaff und Co. dürfen mit Blick aufs Hygienekonzept nicht die übliche Einladung zum Mittagessen an Aki Watzke und Co. aussprechen. Und Watzke und Co. müssen keine Ausreden suchen, weshalb die Brotzeit diesmal flach fällt. Sagen wir es so: Es gibt Klubs, die sich näher sind als RB und BVB. Man isst getrennt und ist durch drei Punkte getrennt.

Wenn RB gewinnt, zieht das Team von Julian Nagelsmann, 32, an dem von Lucien Favre, 62, vorbei auf Platz zwei und qualifiziert sich für die Champions League. Wobei sich die Frage stellt, weshalb die Rasenballer nach fünf Heim-Unentschieden in Serie ausgerechnet gegen die glänzend besetzte Combo aus Dortmund gewinnen sollte.

BVB ist gegen Leipzig auf Wiedergutmachung aus

Erschwerend hinzu kommt, dass der BVB nach dem 0:2 gegen Mainz und einem Einlauf durchs Bremens Papst Willi Lemke auf Wiedergutmachung aus sein dürfte. Außerdem brennt RB der Kittel. Nagelsmann: „Da ist jetzt schon ein bisschen Druck. Wir haben gegen Düsseldorf einen Matchball aus der Hand gegeben und haben noch zwei Matchbälle.“

Nagelsmann ist weiter „zu 100 Prozent“ überzeugt, dass er und die Seinen auch 2020/21 königlich unterwegs sein werden. Die idealtypische Herangehensweise: RB reißt das Heft des Handelns an sich, kämpft „ohne Rücksicht auf eigene Verluste“ (Nagelsmann) und zieht dem BVB derart den Zahn. Blaupause hierfür: Die zweite Halbzeit in Dortmund im Dezember, als RB aus einem 0:2 ein 3:3 machte.

Nagelsmann lässt Kritik zu, aber nicht unkommentiert

Kritik an seinen fünf Auswechslungen beim 2:2 gegen Düsseldorf lässt Nagelsmann zu, sagt aber auch: „Wenn ich nicht gewechselt hätte und wir hätten 2:2 gespielt, hätte man gesagt: Wieso wechselt der nicht, es waren einige müde und platt.“ Trainer-Schicksal.

Video
RN-Vorschau: BVB kämpft in Leipzig um die Vizemeisterschaft

Wer kann, darf, muss? Konrad Laimer (Grippe) fällt aus. Gilt auch für Yussuf Poulsen (Syndesmoseband) und Hannes Wolf (OP-Platte im Fuß macht Probleme). Emil Forsberg steht vor seinem Startelf-Comeback. Dayot Upamecano kehrt in die erste Elf zurück und trifft auf BVB-Maschine Erling Haaland. Den Norweger hätte Nagelsmann gerne in seinen Reihen gesehen. „Wir müssen Dortmund beglückwünschen und ihn ausschalten.“

Leipzig hofft gegen BVB auf Stürmer Timo Werner

Timo Werner? Spielt, na klar. Und ist ein „großartiger Sportsmann“, so Nagelsmann, trotz „No“ zu weiteren RB-Einsätzen in der Champions League. „Ich hätte ihn gerne dabei gehabt, verstehe aber auch die andere Seite.“ Auf der anderen Seite stehen ein Wechsel ins Ausland, XXL-Erwartungen des FC Chelsea, Versicherungsfragen und so weiter. Vorschlag zur Güte: Der 26-fache Saisontorschütze schießt RB in die Champions League und Nagelsmann hilft beim Umzug an die Stamford Bridge.

Autor Guido Schäfer ist ehemaliger Profi-Fußballer (u.a. FSV Mainz 05) und Chefreporter der „Leipziger Volkszeitung“, er berichtet dort unter anderem über RB Leipzig.
Lesen Sie jetzt