"No risk, no fun"

DONAUESCHINGEN Was unsere Zeitung bereits am Donnerstag exklusiv berichtet hatte, wurde inzwischen offiziell bestätigt: Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat den Vertrag mit Trikotsponsor Evonik um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2011 verlängert.

von Von Sascha Fligge

, 10.07.2008, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

KGaA-Chef Hans-Joachim Watzke erklärte: „Evonik wollte den neuen Kontrakt etwas leistungsbezogener gestalten. Wir haben diesem Anliegen gerne entsprochen. No risk, no fun!“ Dem Vernehmen nach muss der BVB beim Sockelbetrag (bislang 7,5 Mio. Euro pro Jahr) Abstriche in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro machen, kann den Verlust aber über Erfolgsprämien ausgleichen. Um 9.47 Uhr war das von Evonik-Vorstandschef Werner Müller unterzeichnete Papier am Donnerstag im Hotel Öschberghof in Donaueschingen eingetroffen. Watzkes Signatur machte den Deal perfekt.

Hinter Borussias Lenker liegen erfolgreiche Monate. Nach der Ablösung des Morgan Stanley-Kredits, der Einigung mit dem Getränkemulti Radeberger (bis 2011), der Vertragsverlängerung mit dem Stadion-Namensgeber Signal Iduna (bis 2016) und dem Evonik-Geschäft steht der einst klinisch tote Klub so gut da wie lange nicht mehr.

„Drei Jahre und fünf Monate nachdem wir eine konkrete Insolvenzgefahr eingeräumt haben, ist Borussia Dortmund wirtschaftlich so stark aufgestellt wie kaum ein anderer deutscher Klub. Über finanzielle Probleme werden wir in den nächsten Jahren definitiv keine Minute mehr nachdenken“, betonte Watzke am Donnerstag.

„Kriegskasse gefüllt“

Mit Ausnahme der verbliebenen Stadionfinanzierung (Volumen: ca. 69 Mio. €) ist die Kommanditgesellschaft frei von Bankschulden und kann ihr operatives Geschäft ohne Fremdhilfe bewerkstelligen. Watzke prophezeite gestern, „dass wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von circa 100 Millionen Euro gemacht haben“. Finanziell ist der BVB wieder wer. 

Sportlich hat sich Watzke, der „innerhalb von zwei bis drei Monaten“ noch einen neuen Ausrüstervertrag präsentieren will (die Gespräche mit dem US-Riesen Nike laufen), gemeinsam mit Sportdirektor Michael Zorc und dem neuen Trainer Jürgen Klopp eine Verjüngungskur verordnet. Ein junger Mittelfeldspieler mit fußballerischer Klasse soll unbedingt noch verpflichtet werden. Dem BVB schwebt ein Ausleihgeschäft mit Kaufoption vor.

„Die Kriegskasse“, sagt Watzke, „ist zwar deutlich gefüllt, aber das heißt nicht, dass man sie auch unbedingt ausschöpfen muss.“ Er betont: „Wenn ein Talent mit hoher Qualität zu haben ist, rennt die sportliche Leitung bei mir definitiv offene Türen ein.“

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