Neustart in Lissabon: BVB erfüllt Julian Weigls Wechselwunsch

Borussia Dortmund

Prominenter Abgang bei Borussia Dortmund wenige Stunden vor dem Jahreswechsel: Julian Weigl wagt den Neustart bei Benfica Lissabon. Der BVB kassiert eine ordentliche Ablösesumme.

Dortmund

, 31.12.2019, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neustart in Lissabon: BVB erfüllt Julian Weigls Wechselwunsch

Verlässt den BVB nach 4,5 Jahren: Julian Weigl. © imago/Thomas Bielefeld

„Julian ist mit diesem Wunsch zu uns gekommen, und wir haben - auch aufgrund seiner Verdienste für den Verein - zugestimmt“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Die Portugiesen überweisen an den BVB nach Informationen dieser Redaktion 20 Millionen Euro. Die Summe könnte aufgrund erfolgsabhängiger Klauseln noch moderat steigen. Weigls Vertrag bei der Borussia lief eigentlich noch bis zum 30. Juni 2021. Die Ablöse spült die vom BVB für den Transfer von Erling Haaland investierte Summe wieder ein.

Weigl muss bei Benfica nur noch den Medizincheck absolvieren

„Ich bedanke mich bei meinen Mannschaftskollegen, den BVB-Mitarbeitern und allen Fans dieses großartigen Klubs für eine tolle Zeit und werde Borussia Dortmund immer im Herzen tragen“, erklärte Weigl, der für den BVB insgesamt 171 Pflichtspiele absolvierte und vier Tore erzielte. Der Wechsel steht noch unter dem Vorbehalt des Medizinchecks, den Weigl noch in dieser Woche absolvieren wird.

„Ich werde den BVB immer im Herzen tragen.“
Julian Weigl

Der Zeitpunkt des Wechsels überrascht, der Abgang an sich weniger: Bereits im vergangenen Sommer soll sich Weigl mit dem Packen der wichtigsten Klamotten befasst haben, ehe ein geplanter Wechsel, dem Vernehmen nach zur Roma nach Italien, doch noch platzte.

Durchaus skurril: Der 24-Jährige stand in 20 der 26 Pflichtspiele der Hinrunde auf dem Platz, 19 Mal in der Startelf. Seine Flexibilität, die er auch in der Innenverteidigung bewies, waren ein Plus für den gebürtigen Bad Aiblinger. Dennoch fühlte sich der gelernte defensive Mittelfeldspieler offenbar in Dortmund nicht mehr genügend wertgeschätzt.

Witsel-Verpflichtung ist für Weigl ein Vertrauensbruch

Dieser schleichende Prozess setzte in der Nach-Tuchel-Ära ein. Unter den Trainern Bosz und Stöger kam Weigl immerhin noch auf 25 Einsätze in der Bundesliga, es war die Saison nach seinem Knöchelbruch, der ihn noch weit über die Sommerpause hinweg beschäftigte.

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Als Lucien Favre Trainer wurde und der BVB überraschend Axel Witsel für Weigls Position verpflichtete, war dies für den aufstrebenden Sechser eine Art Vertrauensbruch. Die 18 Saisoneinsätze in der vergangenen Bundesliga-Saison waren für ihn ein Signal, zumal er auf die Summe auch nur kam, weil Favre ihn in der Verletzungsnot zum Innenverteidiger umfunktionierte.

Im neuen BVB-System wurde es eng für Weigl

Seit der Umstellung auf das zuletzt (weitgehend) erfolgreiche 3-4-3-System musste Julian Weigl mehr denn je um Einsatzzeiten fürchten. Dort braucht Favre nur noch einen Sechser, der Posten dürfte für den rechtzeitig zum Rückrunden-Start zurückkehrenden Witsel reserviert sein. Als Backups stehen Thomas Delaney, Mahmoud Dahoud, Leonardo Balerdi und Tobias Raschl zur Verfügung.

Neustart in Lissabon: BVB erfüllt Julian Weigls Wechselwunsch

Weigl (r.) startete beim BVB unter Thomas Tuchel durch. © imago/Jan Huebner

Für Weigl endet eine unter dem Strich erfolgreiche Zeit in Dortmund 18 Monate vor Vertragsablauf. In seinem ersten Jahr entpuppte er sich als perfekt zum System von Thomas Tuchel passender Spieler, sein kometenhafter Aufstieg führte ihn sogar an die Tür zur deutschen Nationalmannschaft. Nach seinem Knöchelbruch und dem Ende der Ära Tuchel aber sanken seine Aktien ebenso wie seine Leistungen stagnierten. Nun wagt Weigl den Neustart in Portugal.

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