Nach Watzkes DFL-Aus: Allianz gegen BVB und Bayern

Generalversammlung in Berlin

Die Wahl zum DFL-Präsidium wird für die Branchenführer BVB und FC Bayern zu einer gefühlten Niederlage. Nach dem überraschenden Rückzug von Hans-Joachim Watzke scheint viel Porzellan zerschlagen.

Dortmund

22.08.2019, 08:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Watzkes DFL-Aus: Allianz gegen BVB und Bayern

Der DFL-Rückzug von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wirkt nach. © dpa

„Eigentlich kenne ich dieses Gremium nur mit Borussia Dortmund und Bayern München. Ich glaube, auch der Fakt, dass beide CKubs immer dabei waren, hat immer dazu geführt, dass man faire und seriöse Lösungen gefunden hat“, sagte Rummenigge im Anschluss an die Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga in Berlin. Bei der Neuwahl Gremiums setzten sich überwiegend Kandidaten aus dem Mittelbau und den unteren Ebenen des Profifußballs durch.

Seifert folgt auf BVB-Präsident Rauball

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke trat mangels Erfolgsaussichten erst gar nicht zur Wahl an. „Dass da ein bisschen Porzellan zerschlagen wurde, will ich nicht ausschließen“, bemerkte Christian Seifert. Er wird sich künftig wohl noch mehr um den Interessenausgleich zwischen den finanzstarken Spitzenklubs und den kleineren Vereinen speziell aus der 2. Liga kümmern müssen. Seifert ist als neuer „Sprecher des Präsidiums“ nun der alleinige starke Mann der DFL, da die Position von Dr. Reinhard Rauball in den neuen Strukturen nicht mehr besetzt wurde.

Der BVB-Präsident verabschiedete sich von den Delegierten der 36 Vereine mit einer Botschaft: „Bei allen Unterschieden zwischen Ligen, Klubs und gerade auch mit dem DFB ist unbestreitbar, die Einheit steht nie zur Diskussion.“ Nach zwölf Jahren an der DFL-Spitze wurde Rauball zum Ehrenpräsidenten ernannt. „Seriosität, Stabilität und auch Erfolg werden Markenzeichen des deutschen Fußballs sein. Fußball bleibt Volkssport“, hob er hervor. Komischerweise werde alle drei Jahre viel über das Miteinander gesprochen, „es geht dann doch ein bisschen gegeneinander“, weil jeder Klub seine Position sichern müsste, bemerkte Seifert. „Da muss man eben manchmal eine Spagat finden.“ Man habe das demokratisch zu akzeptieren - und immerhin seien Bayern und Dortmund als „internationale Aushängeschilder“ der Liga ja noch mit 50 Prozent im DFL-Präsidium vertreten. Er gehe jetzt „zur Tagesordnung über“.

Rummenigge: „Das habe ich noch nie erlebt“

Das neunköpfige Präsidium bestimmt maßgeblich über die Geschäfte der Interessenvertretung der 36 Profi-Klubs. Unter anderem wird auch über den Verteilungsschlüssel der TV-Gelder entschieden. Hier könnte es durch das Wahlergebnis künftig zu einer Verschiebung zugunsten der kleineren Klubs kommen. „Im Prinzip ging es eigentlich immer nur ums Geld“, bemerkte Rummenigge, und da hätten sich die zwei Topklubs „immer sehr solidarisch“ gezeigt. „Wir haben uns immer zur Zentralvermarktung bekannt“, um so auch die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Bundesliga zu erhalten, ergänzte der Bayern-Vorstandschef.

Nach Watzkes DFL-Aus: Allianz gegen BVB und Bayern

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge übte deutlich Kritik am „Team Mittelstand“. © dpa

Die Formierung des „Teams Mittelstand“ sei vielen „auf die Nerven gegangen“, sagte Rummenigge. „Das habe ich noch nie erlebt seit der Gründung der DFL, dass es eine Separierung der Interessenlage gab und dass das Fell des Bären schon vorzeitig verteilt werden sollte. Das war absolut nicht okay.“ Diese Vereine sollten „schnellstens wieder in den Kreis aller“ zurückkehren.

Von dpa

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