Nach DFB-Urteil gegen den BVB: Gladbach-Fans sorgen mit Hopp-Schmähplakat für Eklat

Borussia Dortmund

Am Tag nach dem DFB-Urteil gegen den BVB sorgen Gladbach-Fans mit einem Schmähplakat gegen Dietmar Hopp für einen Eklat. Die Reaktionen sind eindeutig.

Mönchengladbach

von dpa

, 22.02.2020, 22:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit diesem Plakat sorgten die Gladbacher Anhänger am Samstag für einen Eklat.

Mit diesem Plakat sorgten die Gladbacher Anhänger am Samstag für einen Eklat. © dpa

Entsetzen über ein erneutes Plakat mit Dietmar Hopp im Fadenkreuz, Respekt für eine Selbstreinigung in der Mönchengladbacher Kurve: Nach dem 1:1 zwischen Borussia Mönchengladbach und 1899 Hoffenheim sprach trotz eines spannenden Spiels kaum jemand über Fußball. Anhänger der Borussia hatten mit Schmähplakaten gegen Hopp für Entsetzen gesorgt, andere dagegen für einen zweiten Fall Münster. Dort hatten Fans kürzlich bei einem Drittliga-Spiel einen Fan nach Affenlauten den Ordnungskräften gemeldet.

Rosen: „Dieses Zeichen ist größer als der gesäte Hass“

Zu diesem Schritt fordert Manager Max Eberl die Borussia-Fans nun im großen Stil auf. „Natürlich hoffen wir, das wir diese Menschen finden und ausschließen. Und wenn nicht wir sie finden, dann vielleicht andere in der Fankurve“, sagte Eberl: „Ich hoffe, dass es in der Kurve Solidarität gibt. Menschen, die andere identifizieren und sagen: Der war es. Wir haben in Münster gesehen, dass so etwas möglich ist.“

Hoffenheims Direktor Profi-Fußball Alexander Rosen lobte neben Schiedsrichter Felix Brych für seine besonnene Reaktion sowie Eberl und Borussia-Kapitän Stindl für ihr beherztes Eingreifen auch die Gladbacher Zuschauer. „Viele Menschen haben ein Zeichen gesetzt gegen die geistige Umnachtung weniger Idioten“, sagte Rosen: „Dieses Zeichen ist größer als der gesäte Hass.“ Klar sei aber: „Wir dürfen so etwas niemals tolerieren. Es peinlich zu nennen, reicht nicht. Das ist Hass-Schüren.“

Schreuder: „Wenn das Plakat nicht verschwindet, gehen wir heim“

Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder hatte sogar erwogen, seine Mannschaft vom Feld zu schicken. „Ich habe gesagt: Wenn das Plakat nicht verschwindet, gehen wir heim. Dann können sie die drei Punkte haben“, sagte der Niederländer. Eberl versprach auch Aufklärung bei der Frage, wie solche Plakate ins Stadion gelangen. „Auch wir werden uns hinterfragen. Aber die Menschen am Eingang tun ihr Bestmögliches, solche Plakate zu finden“, sagte er: „Inzwischen ist das ein bisschen wie Räuber und Gendarm. Sie finden immer Wege, solche unsäglichen Plakate ins Stadion zu bringen.“

Dieses Schmähplakat hatten BVB-Fans im September 2018 in Hoffenheim präsentiert.

Dieses Schmähplakat hatten BVB-Fans im September 2018 in Hoffenheim präsentiert. © dpa

Neben einem Plakat mit Hopp im Fadenkreuz hing in der Nordkurve eines mit der Aufschrift: „Hurensöhne beleidigen einen Hurensohn und werden von Hurensöhnen bestraft.“ Eine Reaktion auf das Urteil des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), das Borussia Dortmund wegen Beleidigungen von Hopp zum Fan-Ausschluss bei den kommenden beiden Spielen in Hoffenheim verurteilt hatte.

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