Michael Zorc hat sich als herausragende Figur beim BVB etabliert

dzKommentar

Michael Zorc verlängert seinen Vertrag beim BVB bis 2022. Das ist eine uneingeschränkt gute Nachricht - denn der Sportdirektor hat sich längst als herausragende Figur etabliert.

Dortmund

, 24.06.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Michael Zorc Ende März 2018 seinen Vertrag bei Borussia Dortmund verlängerte und sich damit bis 2021 an den Verein band, sollte dies gleichzeitig auch das Ende seiner dann 23 Jahre währenden Zeit als Sportdirektor und Manager der Borussia definieren. Den großen Umbruch, der sich in der Ferne ankündigte, ging der BVB damals mit Weitsicht an.

Zorc hat sich beim BVB längst als herausragende Figur etabliert

Es war die Phase, in der die Borussia seine Führungscrew um gleich zwei Personen erweiterte: Matthias Sammer, der als externer Berater fungieren sollte, und Sebastian Kehl, mit dessen Einbindung in die sportliche Entscheidungsebene der BVB der immens gewachsenen Aufgabenfülle in diesem Bereich Rechnung trug. Kehl, so die damalige Überlegung, wäre nach ausreichender Einarbeitungszeit dann der logische Nachfolger, wenn Zorc noch deutlich vor Erreichen des offiziellen Rentenalters vorzeitig in den Ruhestand wechseln würde.

Dieser Prozess verschiebt sich nun um ein weiteres Jahr. Mit der Vertragsverlängerung des Ur-Borussen Zorc gleicht die Geschäftsführung seine Vertragslaufzeit im Prinzip der von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke an. Dessen Vertrag endet am 31. Dezember 2022, der von Zorc nun sechs Monate eher am 30. Juni desselben Jahres.

Für die Borussia ist das eine uneingeschränkt gute Nachricht. Im immer schwieriger werdenden Manager-Geschäft hat sich Haudegen Zorc längst als herausragende Figur etabliert.

BVB-Sportdirektor Zorc ist mit allen Wassern gewaschen

Seine Arbeitsweise versuchten etliche zu kopieren. Er ist mit allen Wassern gewaschen, auch eine unvorhergesehene Pandemie wirft den Dortmunder Zorc nicht mehr aus der Bahn. Die nötige Gelassenheit, gepaart mit großer Erfahrung und Durchsetzungsstärke auf dem immer verrückter werdenden Transfermarkt kann Borussia Dortmund gerade jetzt gut gebrauchen.

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Die Entscheidung spricht für Zorcs auch nach 23 Jahren noch ungebrochenen Ehrgeiz. Er hätte resignieren können nach fünf Vizemeisterschaften in den vergangenen acht Jahren, in denen sich die Bayern als nahezu unschlagbar erwiesen. Die Kämpfermentalität, die Zorc auf dem Rasen ausmachte, entwickelte der heute 57-Jährige danach aber auch auf dem Manager-Stuhl. Zorc überstand große Krisen und schwere Stürme relativ unbeschadet, in den vergangenen zehn Jahren wurde er für seine Transferpolitik und das gute Auge für Talente (Kagawa, Sancho, Reyna) zu Recht gelobt.

Zorc könnte sich mit einer weiteren BVB-Meisterschaft verabschieden

Die nochmalige Verlängerung seines Vertrags verschafft Borussia Dortmund nun ein Jahr mehr Zeit, seine Nachfolge vorzubereiten. Es wäre ein radikaler Schnitt, wenn sich Zorc und Watzke dann 2022 zurückziehen würden. Zorc selbst verschafft sie ein Jahr mehr Zeit, sich vielleicht doch noch mit der neunten Meisterschaft für seine Borussia zu verabschieden. Es wäre der krönende Abschluss einer einmaligen Karriere eines waschechten Borussen.

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