Marco Reus ist auch im DFB-Trikot bereit für die Führungsrolle

dzBVB-Kapitän

Joachim Löw sieht in ihm einen der neuen Anführer der Nationalmannschaft. Gegen Serbien zeigte Marco Reus, warum der Bundestrainer so große Stücke auf ihn hält. Reus ist bereit für mehr.

Wolfsburg

, 21.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Welche Hoffnungen im deutschen Fußball mit dem Namen Marco Reus verbunden sind, das zeigte vor Anpfiff des Test-Länderspiels gegen Serbien in Wolfsburg eine Ehrung für den Dortmunder Kapitän. Reus erhielt die Auszeichnung zum „Nationalspieler des Jahres 2018“, eine Wahl, die vom „Fan Club Nationalmannschaft“ durchgeführt wurde.

33 Prozent stimmen für Marco Reus als Nationalspieler des Jahres

Mehr als 33 Prozent der über 89.000 Stimmen entfielen auf den 29-Jährigen, für den das vergangene Jahr persönlich wohl sogar noch ein Lichtblick war, konnte er doch in acht der 13 Länderspiele auf dem Platz stehen. Das war in den Jahren zuvor anders gewesen.

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Marco Reus für Deutschland im Einsatz beim Länderspiel gegen Serbien

21.03.2019
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Marco Reus für Deutschland im Einsatz beim Länderspiel gegen Serbien.© imago
Marco Reus für Deutschland im Einsatz beim Länderspiel gegen Serbien.© imago
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Marco Reus für Deutschland im Einsatz beim Länderspiel gegen Serbien.© imago
Marco Reus für Deutschland im Einsatz beim Länderspiel gegen Serbien.© imago

Marco Reus und die Nationalmannschaft, das wollte lange nicht so recht zusammenwachsen. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, kosteten ihn die WM 2014 und die EM 2016, zwischen März 2016 und Anfang Juni 2018, als er in letzter Sekunde auf den WM-Zug nach Russland aufsprang, lagen 26 Monate, in denen er nicht einmal das DFB-Trikot trug.

Marco Reus soll eine der Säulen beim Neuaufbau werden

So erklären sich die erst 38 Länderspiele, die sogar der sechs Jahre jüngere Joshua Kimmich (39) übertrumpft – und doch ist Reus der naheliegende Hoffnungsträger nach den knallharten Entscheidungen des Bundestrainers Joachim Löw, die die Spitze der Hierarchie im DFB-Team nahezu komplett zerstörte. Rund um viel Talent, Tempo, leider aber eben auch Unerfahrenheit soll Marco Reus eine der Säulen beim Neuaufbau werden.

„Ich habe das Gefühl, dass ich helfen kann. Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen.“
Marco Reus

Der Dortmunder ist bereit. „Ich habe das Gefühl, dass ich helfen kann“, meinte Reus nach seinem 45-Minuten-Auftritt, der diesen Satz mehr als unterstrich. „Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Mit seiner Einwechslung kam Schwung und Struktur ins deutsche Spiel, auch deutlich mehr Zielstrebigkeit und Tempo. Reus war zumeist der Initiator, wenn es im serbischen Strafraum wild wurde. „Er hat unserem Spiel gut getan“, lobte auch Löw.

Das Kapitänsamt beim BVB mit neuem Leben gefüllt

Viel zu oft hatte Marco Reus in seiner Karriere mehr mit sich zu tun, viel zu oft musste er gesundheitliche Rückschläge wegstecken, die Mühlen der Reha hinter sich bringen. Unzählige Anläufe, die auch mental viel Kraft kosteten. In den vergangenen zwölf Monaten aber hat Marco Reus in einer anderen Rolle als der eines hochbegabten Spielers eine erstaunliche Entwicklung vollzogen. Reus hat sich als wahrer Anführer entpuppt, er hat das Kapitänsamt in Dortmund mit neuem Leben gefüllt und macht diesen Job so gut, dass die Dortmunder Bosse aus dem Schwärmen nicht mehr herauskommen.

Reus ist gereift. Er geht auf dem Platz voran, aber er findet auch in der Kabine den richtigen Ton. Er, der früher mit Mario Götze einen Wettbewerb daraus machte, wie man sich nach Spielen am besten an den Medien vorbeischleichen kann, beherrscht mittlerweile auch das Spiel mit der Öffentlichkeit.

Reus ist als Persönlichkeit gereift

Reus‘ Persönlichkeits-Entwicklung ist Joachim Löw nicht verborgen geblieben – ihn als perfekten Kandidaten für die Anführerrolle im verjüngten Nationalteam zu benennen, war ein schlauer Schachzug. Wie der 29-Jährige gegen Serbien die deutsche Mannschaft mitzog, wie er das Heft in die Hand nahm, das dürfte Löw in seiner Einschätzung bestätigt haben. Beeindruckend auch, dass Reus sich von zwei krassen Fehlpässen zu Beginn nicht unterkriegen ließ. „Das muss man dann abhaken. Und weitermachen.“ Genauso das tat Reus auf dem Platz.

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„Die Mannschaft muss sich neu finden“, sagt Reus, „es sind nur noch vier, fünf Spieler dabei, die 28 Jahre oder älter sind.“ Es sei ein Prozess, der Zeit benötige, „gleichzeitig wissen wir, dass wir nicht unendlich viel Zeit haben.“

Einwechslung gegen Serbien kommt früher als geplant

Reus will diesen Prozess als Führungsspieler prägen und beschleunigen. Das zeigte auch eine Begebenheit am Rande. Als Dortmunder Vielspieler, der kürzlich erst einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich auskuriert hat, war mit Löw abgesprochen, dass Marco Reus erst in der Schlussphase der Partie eingwechselt werden sollte. Der Plan wurde nach dem Verlauf der ersten 45 Minuten hinfällig. Reus hatte das selbst mitentschieden.

Durchforstet man den deutschen Kader, ist Marco Reus als eine prägende Figur der neuen Generation eine fast schon logische Wahl. Er muss eigentlich nur gesund bleiben.

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