Mahmoud Dahoud braucht neuen Schwung - nach einer weiteren Saison ohne Bedeutung beim BVB

dzBVB-Saisonrückblick

Mahmoud Dahoud steht vor seiner dritten Saison in Dortmund. Der deutsche U21-Nationalspieler wartet noch immer auf den Durchbruch beim BVB. Es wird Zeit, die Schonfrist ist abgelaufen.

Dortmund

, 18.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Es gibt ein Zitat von Michael Zorc über Mahmoud Dahoud, das mittlerweile schon ziemlich alt ist. „Ich bin überzeugt“, sagte der BVB-Sportdirektor vor gut anderthalb Jahren, „dass er seine Leistung, die er schon angedeutet hat, bei uns dauerhaft bringen wird.“ Im November 2017 war das, Dahoud war damals gerade ein knappes halbes Jahr beim BVB – und sein Start nach seinem Wechsel von der Borussia aus Mönchengladbach zu der Borussia aus Dortmund war ziemlich schleppend verlaufen.

Zu Saisonbeginn läuft es gut für Mahmoud Dahoud

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Heute, ziemlich genau zwei Jahre nach Dahouds Wechsel zum BVB, trifft es schleppend immer noch gut, vielleicht ist es sogar eher geschmeichelt. Dabei hatte es zu Beginn der vergangenen Saison eigentlich gut ausgesehen für den U21-Nationalspieler. In der ersten Runde des DFB-Pokals stand er in der Startelf, im ersten Gruppenspiel der Champions League ebenfalls und an den ersten vier Bundesliga-Spieltagen auch.

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Dahoud machte damals im Interview mit dieser Redaktion aus seiner Freude und seiner Erleichterung keinen Hehl. „Ich hoffe, das bleibt so“, sagte der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler im vergangenen September. In seiner ersten Saison habe es Zeit gegeben, „in denen ich nicht so viel gespielt habe, wo mir die Glücksmomente gefehlt haben. Wo es ganz lange nicht gut für mich lief. Das war ein ekliges Gefühl.“

Favre wechselt das System - Dahoud muss auf die Bank

Nur drei weitere Male fand Dahoud in der Bundesliga nach dem vierten Spieltag noch den Weg in Lucien Favres erste Elf. Das eklige Gefühl dürfte zurückgekehrt sein. Das lag zum einen daran, dass der BVB-Trainer von einem 4-3-3-System mit zwei offensiven Mittelfeldspielern auf ein 4-2-3-1-System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern umstellte und Marco Reus auf die Zehnerposition zurückzog. Vor der Abwehr erhielten Axel Witsel und Thomas Delaney den Zuschlag, für Dahoud war plötzlich kein Platz mehr in der Kommandozentrale des BVB-Spiels.

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Es lag zum anderen aber auch daran, dass Dahoud es zu Beginn, als er viel Spielzeit bekam, nicht schaffte, sich nachhaltig in Favres Stammformation zu etablieren. Seine Leistungen waren – und damit sind wir wieder bei Zorcs Aussage vom Anfang dieser Geschichte – zu schwankend.

Das ist Dahouds Saisonbilanz

Unter dem Strich stehen 22 Pflichtspieleinsätze für Dahoud in der Saisonbilanz 2018/2019, 14 in der Bundesliga. Sein bis dato letztes Spiel von Beginn an wurde zum Debakel: 0:5 in München, nach 62 Minuten wurde er ausgewechselt. Danach sammelte er noch genau zehn Minuten Spielzeit, mehr als zwei Kurzeinsätze gegen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach waren ihm im Saisonendspurt nicht vergönnt.

Nun wartet die dritte BVB-Saison auf Dahoud. Es wird Zeit, den Durchbruch zu schaffen. Die Schonfrist ist abgelaufen – und ob Zorc immer noch so überzeugt davon ist, dass Dahoud „seine Leistung, die er schon angedeutet hat, bei uns dauerhaft bringen wird“, darf mittlerweile bezweifelt werden. Die Konkurrenz im BVB-Mittelfeld jedenfalls ist in der kommenden Saison so groß wie nie zuvor.

Neue Konkurrenz im BVB-Mittelfeld

Auf der Sechserposition muss er sich gegen Witsel, Delaney und Weigl behaupten, auf den Zehner- bzw. Achterpositionen gegen Reus, Mario Götze und Neuzugang Julian Brandt, der in der Rückrunde in Leverkusen vor allem im Zentrum groß aufspielte.

Mahmoud Dahoud braucht neuen Schwung - nach einer weiteren Saison ohne Bedeutung beim BVB

Mit der DFB-U21 ist Mahmoud Dahoud (l.) derzeit bei Europameisterschaft in Italien im Einsatz. © dpa

Was nun also? Erstmal steht für Dahoud die U21-EM in Italien und San Marino auf dem Programm (16. bis 30. Juni). Das hat zwar zur Folge, dass Dahoud verspätet in die BVB-Vorbereitung einsteigen wird, aber dafür den großen Vorteil, dass er mal wieder in einer Mannschaft Fußball spielt, in der er wichtig ist und in der er das Vertrauen des Trainers spürt.

Dahoud hofft auf neues Selbstvertrauen durch die U21

Denn eins steht fest: Dahoud, dessen Vertrag noch bis 2022 läuft, braucht neuen Schwung, neues Selbstvertrauen, um endlich richtig bei Borussia Dortmund anzukommen. Das eklige Gefühl muss dauerhaft verschwinden.

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