Lucien Favre zieht nach BVB-Saison Bilanz - und darf sich über Vertragsverlängerung freuen

Borussia Dortmund

Lucien Favre ist mit der vergangenen Saison im Reinen, den verspielten Vorsprung hat er abgehakt. Beim BVB genießt er größte Rückendeckung, seine Vertragsverlängerung ist reine Formsache.

Dortmund

, 02.06.2019, 19:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lucien Favre zieht nach BVB-Saison Bilanz - und darf sich über Vertragsverlängerung freuen

„Klar bedauern wir, nicht Meister geworden zu sein, aber mit etwas Abstand werden alle zum gleichen Schluss kommen: Es war eine gute Saison.“ - Lucien Favre © imago

Die Daumen aller Bosse zeigen nach oben. Kein Zweifel mehr: BVB-Cheftrainer Lucien Favre erhält in Kürze sein neues Arbeitspapier. Vorzeitig verlängert um ein Jahr bis zum Sommer 2021. „Er leistet klasse Arbeit“, urteilte Borussia Dortmunds Präsident Dr. Reinhard Rauball. „Er hat die Erwartungen übertroffen“, bilanzierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Und Borussias Sportdirektor Michael Zorc erklärte: „Wir alle fühlen uns in dieser Konstellation wohl.“ Spätestens, wenn Lucien Favre (61) aus seinem Heimaturlaub in den Schweizer Bergen wieder nach Dortmund hinabgestiegen ist, wird die Vertragsverlängerung auch offiziell verkündet.

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Da im Prinzip alles klar ist zwischen dem Klub und ihm, kann Favre derzeit in seinem Geburtsort Saint-Barthélemy im Kanton Waadt entspannen. Abschalten. Den Akku aufladen nach einer intensiven Saison für die neue Aufgabe, die Meister-Mission. „Jeden Sommer verbringen wir hier. Der Wald ist nicht weit, ich kann Velo fahren, spazieren – ein wunderbarer Ort. Ich treffe hier die Freunde meiner Jugendzeit“, sagte Favre jetzt in einem Gespräch mit der Schweizerischen Depeschenagentur.

Favre hat den verspielten Vorsprung abgehakt

Die heimatliche Bergwelt, der perfekte Platz, um nach aufwühlenden Monaten einen klaren Kopf zu bekommen. Mit der alten Saison, in der Favre mit dem BVB die Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga knapp verpasste, ist er bereits im Reinen. Den verspielten Vorsprung auf die Bayern hat der 61-Jährige abgehakt. „Klar bedauern wir, nicht Meister geworden zu sein“, gesteht Favre, „aber mit etwas Abstand werden alle zum gleichen Schluss kommen: Es war eine gute Saison.“

Weil eben in der Bilanz satte 76 Punkte zu verzeichnen sind, die drittbeste Saison der BVB-Historie. Und weil Favre sein junges Team schon viel schneller zu einer Spitzenkraft geformt hat, als es planerisch anvisiert war. „Im ersten halben Jahr reizten wir das Limit aus“, analysierte Urlauber Favre. Durch verletzungsbedingte Ausfälle habe es dann in der Rückrunde Leistungsschwankungen gegeben, die den Titel letztlich gekostet hätten.

Favre verspricht sich viel von gemeinsamer Trainingsarbeit

Wenn es nach dem BVB-Coach geht, dann ist der Griff zur Meisterschale für Dortmund aber womöglich nur aufgeschoben. Wegen des Faktors Zeit. „Zeit zusammen zu verbringen, um Spielzüge einzustudieren, hilft enorm. Eine Entwicklung ist erst nach einer gewissen Zeit erkennbar“, betonte er. Die Borussia dürfte also in der neuen Saison dank akribischer Trainingsarbeit ihres Cheftrainers noch stärker werden als in der alten.

Und erfahrener. Erfahrung mache häufig den entscheidenden Unterschied aus, erklärte Favre. Mit seinem früheren Klub OGC Nizza habe er Ajax Amsterdam vor zwei Jahren in der Qualifikation zur Champions League besiegt. „Amsterdam war zu unerfahren“, sagte Favre. In dieser Saison stürmte dann das junge Ajax bis ins Halbfinale der Königklasse.

Favre erklärt seine zurückhaltende Art

In der abgelaufenen Saison punkteten die Münchner Bayern im Titel-Endspurt gegen den BVB mit ihrer Erfahrung. Helfen will der Schweizer seiner Borussia dabei, diese Lücke nach und nach zu schließen - mit seiner unaufgeregten, analytischen Art. Auch wenn ihm das nicht selten öffentlich Kritik einbringe, da er an der Seitenlinie oft emotionslos wirke. Für Favre jedoch ein bewusster Teil seiner Trainer-Philosophie. Die Spieler stünden schon genug unter Druck. Er müsse „nicht zusätzlich für Wirbel sorgen“, erklärte er.

Gänzlich unaufgeregt wird der 61-Jährige bald auch seinen neuen Vertrag in Dortmund unterschreiben. Warum auch nicht? Mit der Meister-Mission der Schwarzgelben und der Transferpolitik sei er „zu hundert Prozent einverstanden“. Und die Rückendeckung aller Bosse lässt ihn sogar gestärkt zurückkommen.

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