Löw setzt bislang nicht auf Schmelzer und Durm

BVB-Außenverteidiger

Über eine zu geringe Belastung konnten Marcel Schmelzer und Erik Durm zuletzt wahrlich nicht klagen. Sechs Englische Wochen in Serie liegen hinter dem BVB-Außenverteidiger-Duo. Gegen ihre Teilnahme an den Länderspielen gegen England und Italien hätten sie dennoch nichts einzuwenden gehabt.

DORTMUND

, 30.03.2016, 06:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Löw setzt bislang nicht auf Schmelzer und Durm

Bundestrainer Joachim Löw (r.) setzt bislang nicht auf Erik Durm.

Trotz der Defensivprobleme der DFB-Elf verzichtete Bundestrainer Joachim Löw aber erneut auf beide Borussen. Das Ende ihrer EM-Träume? Nicht unbedingt.

Offensiv hatte Marcel Schmelzer im BVB-Wintertrainingslager in Dubai angekündigt, die Teilnahme an der Europameisterschaft in Frankreich ins Visier zu nehmen. Das klang selbstbewusst - und keinesfalls unrealistisch. Hatte der 28-Jährige doch in der Vorrunde national wie international überzeugt.

Doch die Hoffnung, bei den letzten Tests vor der Nominierung des vorläufigen EM-Kaders ins DFB-Team zurückzukehren, platzten. Obwohl der Linksverteidiger sich in der Rückrunde noch einmal gesteigert hatte und die nationale Konkurrenz auf seiner Position keineswegs übermächtig ist.

"Nominierung verdient"

Schmelzer teilt dieses Schicksal mit Erik Durm. Der Rechtsverteidiger, der auch links oder offensiv eingesetzt werden kann, musste ebenfalls in Dortmund bleiben. Dabei hatte er erstaunlich zügig wieder zurück zu alter Stärke gefunden, nachdem er in der Hinrunde noch verletzt ausgefallen war. „Wer die beiden gegen Bayern und Tottenham gesehen hat, wird zustimmen, dass sie eine Nominierung verdient gehabt hätten“, sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel in der vergangenen Woche, „bei Erik sind wir eigentlich fest davon ausgegangen, dass er Teil des Kaders ist.“  

Durm gehörte zum WM-Kader 2014, aus dem Schmelzer im Vorbereitungs-Trainingslager gestrichen und seitdem nicht mehr nominiert wurde. Und die Chancen des 23-jährigen Durm dürften auch im Hinblick auf die kommende EM besser sein als die seines Kollegen von der linken Abwehrseite - trotz der vorläufigen Nicht-Berücksichtigung. 

Löw kennt und schätzt Durm. Er muss ihn im Gegensatz zu Emre Can, der gegen England als Rechtsverteidiger eine schwache Figur hinterließ, nicht mehr testen. Durm konkurriert zwar auch mit seinem Teamkollegen Matthias Ginter, doch der gelernte Innenverteidiger wird im Klub seit Durms Rückkehr regelmäßig im zentralen defensiven Mittelfeld einsetzt. In der Viererkette fehlt ihm seit der Winterpause an Spielpraxis. Ausgeschlossen ist daher nicht, dass Durm noch auf den EM-Zug aufspringt.

Unnötig abgewatscht

Anders gelagert ist der Fall Schmelzer. Unvergessen ist, wie Löw den Dortmunder 2012 öffentlich und unnötig abwatschte („Kann mir keinen schnitzen“). Zwar nominierte er ihn anschließend bis zur WM trotzdem noch mehrere Male, seit der Saison 2014/2015 aber favorisiert er Jonas Hector (1. FC Köln). Auch eine Variante mit einer Viererkette aus reinen Innenverteidigern, wie in Brasilien erfolgreich praktiziert, ist bei der EM erneut denkbar. Und das trotz eines Schmelzers, der derzeit in der Form seines Lebens ist.

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