Leonardo Balerdi - Starke Vorbereitung und Regeländerung helfen dem Argentinier beim BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Leonardo Balerdi. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Warum die neue Saison für Balerdi eine Chance ist.

Dortmund

, 13.08.2019 / Lesedauer: 4 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.



Was zeichnet Leonardo Balerdi aus?

Im Januar musste es irgendwann schnell gehen. Die U20-Südamerikameisterschaft in Chile stand an – und es gab bei Borussia Dortmund durchaus die Sorge, dass ein Transfer von Leonardo Balerdi zum BVB nach dem Turnier womöglich nicht mehr realisierbar sei.

Es herrschte ein ziemlicher Hype um den 20 Jahre alten Innenverteidiger, der zwar erst fünf Profispiele in der argentinischen Superliga auf dem Buckel hatte, aber es trotzdem schon in die Notizblöcke der Scouts aus Europa geschafft hatte. Nach dem Vorspielen im Schaufenster Südamerikameisterschaft, so die Befürchtung in Dortmund, könne man vielleicht nicht mehr mithalten im Bieten um Balerdi. Wenn die ganz großen Klubs kommen, wird es schwierig für den BVB, und zumindest das Interesse von Juventus Turin und dem FC Barcelona machte bereits die Runde.

„Wir mussten uns entscheiden“, hat BVB-Sportdirektor Michael Zorc damals gesagt. Der eine oder andere Klub habe an Balerdi gebaggert, den Zorc als einen „intelligenten, zweikampf- und kopfballstarken Innenverteidiger mit gutem Aufbau- und Passspiel“ beschreibt. Am Ende erhielt der BVB den Zuschlag, weil er mal wieder früh dran war, überwies 15,5 Millionen Euro an die Boca Juniors und verpflichtete Balerdi drei Tage vor dem Start der Südamerikameisterschaft.

Das Schaufenster wurde in Balerdis Fall zugekleistert, bevor der Laden überhaupt eröffnet hatte – und Borussia Dortmund stellte den argentinischen U20-Nationalspieler als „Perspektivspieler“ vor, der „mittelfristig“ den Sprung in die erste Mannschaft des BVB schaffen könne.

Ein gutes halbes Jahr ist das jetzt her. Noch hat Balerdi, der über sich selbst sagt, dass er immer bis zum Umfallen kämpft, den Sprung in die erste Mannschaft nicht geschafft, aber er ist in diesem Sommer deutlich näher an sie herangerückt. Zorc attestiert ihm, in der Vorbereitung „einen großen Sprung“ gemacht zu haben.

Der nächste Schritt soll in dieser Saison folgen, denn bislang stehen für Balerdi nur vier Spiele in der U23 und einige Testspieleinsätze in seiner BVB-Bilanz. Das ist für einen jungen Spieler nicht weiter schlimm, aber gewiss auch noch nicht das, was sich die BVB-Verantwortlichen von einem 15,5-Millionen-Euro-Investment erhoffen.



Wie lief die Vorbereitung?

Zorcs Lob für Balerdi ist kein Zufall. Das mit dem großen Sprung ist nicht bloß so daher gesagt. Der 20-Jährige findet sich beim BVB, findet sich in Deutschland fernab der argentinischen Heimat immer besser zurecht. Die Testspiele lieferten einen guten Eindruck davon, warum sich im vergangenen Winter so viele europäische Topklubs für Balerdi interessierten, seine Anlagen sind vielversprechend, auch wenn sich ab und zu noch der eine oder andere Wackler in sein Spiel einschleicht. Auch in puncto Robustheit wird Balerdi weiter zulegen müssen, hie und da zahlt er noch Lehrgeld.

Leonardo Balerdi - Starke Vorbereitung und Regeländerung helfen dem Argentinier beim BVB

Beim Testspiel in Münster erzielte Leonardo Balerdi das Tor zum 1:0. © imago

Trotzdem kann Balerdi die Saisonvorbereitung als Etappensieg werten. Borussia Dortmund zögerte nicht lange, als sich die Chance ergab, in Abdou Diallo und Ömer Toprak zwei gestandene Innenverteidiger abzugeben, um das Überangebot an Abwehrspielern zu reduzieren. Balerdi ist noch da. Als einer von nun vier gelernten Innenverteidigern im BVB-Kader. Allein diese Tatsache spült ihn näher an die Mannschaft von Trainer Lucien Favre heran als in der zurückliegenden Spielzeit, wenngleich der Weg in die Startelf noch immer sehr weit erscheint. .


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Wie ist die sportliche Perspektive für die neue Saison?

Balerdi wird es weiterhin schwer haben, aber die schwierige Situation dürfte sich für ihn vermutlich um einiges besser anfühlen als in der vergangenen Rückrunde. Nur dreimal stand er seit seinem Wechsel nach Dortmund im Kader, diese Zahl könnte sich in der neuen Saison deutlich erhöhen. Erstens, weil der BVB nach den Abgängen von Toprak und Diallo einen Innenverteidiger weniger im Kader hat als in der zurückliegenden Spielzeit, zweitens, weil in der neuen Saison dank einer Regeländerung 20 statt 18 Spieler in den Spieltagskader berufen werden dürfen.

Balerdi wird noch einmal näher an die Mannschaft heranrücken, er wird die Stadionatmosphäre von der Bank und nicht so oft von der Tribüne aus schnuppern, er wird häufiger in der Kabine dabei sein dürfen, er wird die Emotionen aufsaugen können. Das sollte ihm helfen und seine Integration beim BVB weiter vorantreiben, auch wenn weitere Einsätze bei der U23 nicht ausgeschlossen sind.

Richtig spannend wird es für den jungen Mann aus Villa Mercedes, falls der BVB im Abwehrzentrum vom Verletzungspech heimgesucht werden sollte. Wie reagiert Favre, wenn Mats Hummels oder Manuel Akanji ausfallen sollten? Vertraut er dann auf Dan-Axel Zagadou und womöglich sogar Balerdi? Oder zieht er Julian Weigl aus dem Mittelfeld zurück und lässt ihn wie in der vergangenen Rückrunde als Aushilfs-Innenverteidiger auflaufen? Es wird ein Fingerzeig sein für Balerdi, wie nah er es wirklich schon an die Mannschaft geschafft hat – und es wird an ihm liegen, sich weiter in Position zu bringen, bis es soweit ist.

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