Lars Ricken feiert seinen 40. Geburtstag

BVB-Schuss für die Ewigkeit

Der junge Mann, der am 28. Mai 1997 in der 70. Spielminute von seinem Trainer Ottmar Hitzfeld im Münchener Olympiastadion für Heiko Herrlich auf das Spielfeld geschickt wurde, hieß Lars Ricken. Was in den folgenden Minuten geschah, besitzt für jeden BVB-Fan absoluten Kultcharakter. Heute feiert Ricken seinen 40. Geburtstag.

DORTMUND

von Von Gerd Kolbe

, 10.07.2016, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lars Ricken feiert seinen 40. Geburtstag

Der Champions-League-Titel ist perfekt: Lars Ricken trifft hier zum 3:1 gegen Turin.

Zu diesem Zeitpunkt führte der BVB im Champions-League-Endspiel gegen Juventus Turin mit 2:1. In den letzten Minuten hatte sich die Partie allerdings zugunsten der Italiener gedreht. Es musste also etwas geschehen. Und genau das trat ein.

Bogenlampe aus 25 Metern

Knapp 60 Sekunden nach seiner Einwechselung wurde Ricken gekonnt von Andy Möller in den freien Raum geschickt und mit seiner ersten Ballberührung erzielte der Jung-Borusse mit einer wunderschönen Bogenlampe aus 25 Metern Distanz den entscheidenden Treffer zum 3:1. Das war der Sieg.

Dieses Tor wurde von den Fans anlässlich des 100. Vereins-Geburtstags zum BVB-Tor des Jahrhunderts gewählt. In der ausverkauften Westfalenhalle wurde der Schütze mit Standing Ovations geehrt und ausgezeichnet.

Erfolgreichster BVB-Profi aller Zeiten

In seiner großen Karriere im Dress des BVB von 1990 bis 2007 avancierte Ricken mit drei Deutschen Meistertiteln, den Siegen in der Champions-League und im Weltpokal 1997 sowie der Deutschen A-Jugendmeisterschaft 1994 zum erfolgreichsten BVB-Spieler aller Zeiten.

Lars Ricken wurde am 10. Juli 1976 in Dortmund geboren. Als echter Dortmunder Junge war er schon bald mit Leib und Seele BVB-Fan und erlebte die Spiele auf der Südtribüne. Sein erstes Fußballidol war Marcel Raducanu.

Senkrechtstarter im Nationaltrikot

Rickens fußballerische Karriere begann beim TuS Eving-Lindenhorst und setzte sich über den TSC Eintracht Dortmund fort, bevor er 1990 zum BVB stieß. Sowohl hier als auch beim DFB entpuppte er sich als Senkrechtstarter, durchlief alle Jugend-Nationalmannschaften und wurde 1992 mit der U16-Europameister.

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Nach dem Jugendtitel 1994 fand er rasch Anschluss an den Kader der ersten Mannschaft. Ottmar Hitzfeld schenkte ihm sein Vertrauen und setzte ihn in der Saison 1993/94 erstmals in der Bundesliga und sogar international ein. Im Uefa-Cup-Halbfinale in Mailand erzielte er mit dem Tor zum 1:2 gegen Inter seinen ersten „europäischen“ Treffer, dem noch zahlreiche weitere folgen sollten.

Lobeshymnen der Presse

Den großen Durchbruch schaffte Ricken in der Bundesligasaison 1994/95, in der er auf 21 Einsätze kam und Deutscher Meister wurde. Die fußballerischen Lobeshymnen der Fachleute und Pressevertreter überschlugen sich. Man sprach sogar vom größten deutschen Fußballtalent der letzten 20 Jahre. Im Oktober 1997 erlitt er nach einem heftigen Foul des Bielefelders Uwe Fuchs eine schwere Verletzung, die ihn monatelang außer Gefecht setzte und seine Entwicklung zurückwarf.

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Mit großer Energie arbeitete er sich aus dem Tief heraus, um wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen. Nach mehreren Aufs und Abs beendete Ricken 2009 seine aktive Laufbahn. Heute ist Lars Ricken Jugend-Koordinator des BVB, mit dessen U19 er noch kürzlich Deutscher Meister wurde. Herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag!

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