Künstliche Intelligenz kontrolliert den Einlass beim BVB-Heimspiel

dzBorussia Dortmund

Beim BVB-Heimspiel gegen Hoffenheim kontrolliert eine Künstliche Intelligenz den Einlass. Das Prozedere ist unkompliziert - und könnte das Tor für Fans ein Stück weit öffnen.

Dortmund

, 27.06.2020, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine mit Absperrgittern eingerichtete Gasse am Dortmunder Stadion. Nur einzeln dürfen Menschen hier durchgehen. Linkerhand steht auf einem Stativ eine unscheinbar wirkende Kamera. Erst mit dem Blick auf den Bildschirm auf der anderen Seite des Durchgangs wird erkennbar, worum es hier geht. Die Software des Rechners fertigt Wärmebilder an, erkennt die Körperkerntemperatur und - in diesem Fall - ob jemand einen Mund-Nasen-Schutz trägt.

In einem Pilottest sammelte am Samstag die Berliner Firma G2K vor dem Bundesliga-Spiel des BVB gegen die TSG Hoffenheim weitere Erfahrungswerte. Das Ziel hinter dem Einsatz der Künstlichen Intelligenz: Möglichst bald sollen zumindest teilweise wieder Zuschauer in die Stadien gelassen werden.

Auch der BVB hofft auf das Ende der Bundesliga-Geisterspiele

Geschäftig besprechen vor Ort Jörg Hensen von G2K und seine Mitarbeiter die Datenanalysen. Sollte die Künstliche Intelligenz eine erhöhte Körpertemperatur erfassen, geht ein Alarm los. Fehlt eine Schutzmaske, piept es ebenfalls. Auch die Erfassung von Menschenmengen in Blöcken im Stadion steht auf dem Programm. So soll getestet werden, ob die Fans genügend Abstand halten und sich nicht zu viele Zuschauer auf zu engem Raum sammeln.

Vorerst geht es nur darum, die Körpertemperatur zu checken und das ordnungsgemäße Tragen des Mund- und Nasenschutzes.

Vorerst geht es nur darum, die Körpertemperatur zu checken und das ordnungsgemäße Tragen des Mund- und Nasenschutzes. © AFP/Pool

Mit dem letzten Spieltag der Saison 2019/20 enden auch vorerst die Geisterspiele für die Bundesliga - hoffen zumindest alle Fans, Spieler Vereinsvertreter und Offizielle. Auch in der Politik ist man gespannt, Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sowie das Bundesarbeits- und das Gesundheitsministerium blicken gespannt auf die Pilot-Tests im Fußball. Wann auch immer der Wiederanpfiff im Herbst erfolgt, sollen die Tore zumindest für einen Teil des Publikums wieder geöffnet werden.

Testlauf in Dortmund verläuft am Samstag problemlos

Die Spezialisten von G2K können ihre Hightech-Anwendungen in unterschiedlichsten Bereichen einsetzen und mit verschiedenen Testprotokollen eine Fülle an Daten erfassen. So soll es möglich werden, an Bahnhöfen, Flughäfen, Hotels und an anderen Orten, an denen es eng wird, die Sicherheits- und Hygieneregeln der Corona-Schutzverordnung einzuhalten. Die installierte Kamera samt Software kann ein Bündel von Erkennungen ausführen, sogar Gesichter einzelnen Personen in hinterlegten Daten zuordnen. Vorerst geht es aber nur darum, die Körpertemperatur zu checken und das ordnungsgemäße Tragen des Mund- und Nasenschutzes. In weiteren Probeläufen sollen dann größere Gruppen im Stadionblock oder in der Warteschlage am Imbiss- oder Getränkestand erfasst werden.

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Beim Testlauf in Dortmund verlief das Prozedere vollkommen unkompliziert. Die Daten, versichern die Techniker, bleiben anonym und werden mit Ende des Spieltags gelöscht. Wer in naher Zukunft wieder ein Bundesliga-Stadion betreten will, muss sich - ein positives Fazit und das Okay der Behörden vorausgesetzt - wohl gläserner machen als bisher. Das wäre der Preis für Publikum in den Arenen und eine schrittweise Rückkehr in die Normalität.

BVB muss die Frage beantworten, welche Fans ins Stadion dürfen

Sukzessive könnten so beispielsweise in Dortmund 10.000 oder später sogar 20.000 Zuschauer wieder eingelassen werden. Nur die Frage, welche der mehr als 50.000 Dauerkartenbesitzer das sein dürfen, die muss noch gelöst werden. Mit Intelligenz, aber nicht künstlich.

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