Julian Brandt gibt klares BVB-Ziel für die Rückrunde aus: Das ist keine Alternative

dzBorussia Dortmund

Julian Brandt gefällt seine neue BVB-Rolle als „Brücke“ zwischen Abwehr und Offensive. Für die Rückrunde macht er eine klare Ansage.

Marbella

, 09.01.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Friseur ist in der Stadt, das hat auch BVB-Spieler Julian Brandt schon mitbekommen. Aber der junge Mann mit der blonden Mähne ist kein Kunde des Star-Coiffeurs „HD Cutz“ aus London, der so viele Profi-Fußballer frisiert mit dem Markenzeichen messerscharf rasierter Seiten und dem Faible für extravagante Muster. „Das wäre nichts für mich“, sagt Brandt, fährt sich durch die Harre und lacht herzhaft.

Julian Brandt hat nicht nur gute Momente beim BVB erlebt

Brandt ist nun seit acht Monaten in schwarzgelber Dienstkleidung unterwegs. In dieser Zeit hat der 23-Jährige gleich alle Facetten mitbekommen, die der Wechsel aus dem eher beschaulichen Leverkusen zu einem internationalen Schwergewicht wie Borussia Dortmund mit sich bringt.

Julian Brandt gibt klares BVB-Ziel für die Rückrunde aus: Das ist keine Alternative

© Deltatre

Nicht nur schöne Momente waren dabei, nicht nur tolle Erlebnisse wie sein Traumtor gegen Leipzig. Brandt bekam auch zu spüren, dass die Erwartungshaltung seine Leistungen bisweilen deutlich überstieg. Die Kritik kam dann sofort, und sie fiel heftiger aus, als er dies erwartet hatte.

Julian Brandt lässt Kritik nicht an sich heran

Brandts Spiel auf dem Platz lebt auch davon, dass er sich keinen Kopf darüber macht, wenn ihm wie beim folgenschweren Rückpass in die Füße von Leipzigs Timo Werner mal etwas gründlich misslingt. Insofern machte ihm auch die Kritik nach seinem schleppenden Start wenig zu schaffen. „Ich hatte nie das Gefühl, dass es bei mir am Selbstvertrauen scheitert“, meinte er am Donnerstag in einer Medienrunde. „Ich habe mir dann einfach auch die Zeit gegeben. Jetzt kann ich sagen, ich bin angekommen, ich weiß auch, wie die Mitspieler ticken.“

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Julian Brandt ist der Spieler, dem die Umstellung auf ein System mit einer Dreier/Fünferkette am augenscheinlichsten geholfen hat. Seither spielt er deutlich zurückgezogener in der Zentrale. Die Rolle neben einem echten Sechser komme seiner Idealvorstellung schon ziemlich nahe, erklärt er, „es ist eine Position, auf der ich vom Trainer viele Freiheiten bekomme.“ Ein Gennaro Gattuso werde er aber wohl nie, „ich sehe mich auch weiterhin nicht als reinen Abräumer, ich denke auch weiterhin offensiv.“

Beim BVB muss Julian Brandt noch „die Balance finden“

Sein Trainer bescheinigt ihm eine erkennbare Weiterentwicklung in der neuen Rolle, aber natürlich ist Julian Brandt noch eine Art Lehrling im zentralen defensiven Mittelfeld. Brandt wird in deutlich mehr Defensivzweikämpfe verwickelt, „und ich muss die Balance finden, wann ich auch mal ins Risiko gehen kann und wann auf keinen Fall.“ Fehler können dort schnell bestraft werden, aber Julian Brandt sieht vor allem die Stärken, die er als technisch starker Spieler mit Vorwärtsdrang auf dieser Position für die Mannschaft einbringen kann.

Julian Brandt gibt klares BVB-Ziel für die Rückrunde aus: Das ist keine Alternative

© Kirchner-Media

Da sitzt einer, der sich mittlerweile sehr wohl fühlt in seiner Haut. Und das möchte er auch auf den Platz bringen. Brandt hat klare Vorstellungen davon, wie die Rückrunde des BVB ablaufen soll. So vermessen, an einen Titel in der Champions League zu glauben, sei er natürlich nicht. „Aber alle anderen Ziele“ sagt er im Brustton der Überzeugung, „sind schon noch drin.“

Der BVB und Julian Brandt haken die Hinrunde ab

Die letzte Woche vor Weihnachten, die die Borussia fünf Zähler auf die absolute Spitze kostete, hätten ihm über die Feiertage noch in den Knochen gesteckt, gibt er zu. Mit dem Jahreswechsel aber war auch das abgehakt. „Was im alten Jahr war, bleibt auch dort!“

„Was im alten Jahr war, bleibt auch dort!“
Julian Brandt

Brandt gibt sich angriffslustig. Er sei sehr optimistisch, sagt er, „ich gehe mit einem guten Gefühl für mich und die Mannschaft in die Rückrunde, auch wenn ich gar nicht weiß, woher das kommt!“ Er lacht herzhaft, als das so aus ihm heraussprudelt. Diese Unbekümmertheit ist es, die ihn zu einem sehr angenehmen Gesprächspartner macht. Julian Brandt sagt, was er denkt. Das unterscheidet ihn von vielen Kollegen.

Brandt freut sich auf Zusammenspiel mit Haaland

Und er kann diesen unergründlichen Optimismus dann natürlich doch noch mit Fakten unterfüttern. Viele wichtige Spieler kämen ja jetzt zurück, sagt Brandt, „wenn wir 23, 24 Spieler haben, die alle gesund sind, sind wir gewappnet für die hohen Belastungen.“ Die Offensive sei sowieso ins Rollen gekommen im Laufe der Hinrunde, jetzt ist auch noch Erling Haaland da, auf den Julian Brandt ebenso gespannt ist wie die Kollegen. „Und defensiv konnten wir hier in Marbella sehr gut arbeiten.“

Brandt macht eine klare Ansage. Wenn der BVB die ausgegebenen Ziele weiter verfolgen wolle, sagt Julian Brandt, „dann müssen wir die ersten drei Spiele in Augsburg, gegen Köln und gegen Union Berlin gewinnen. Bei allem Respekt für die Gegner!“ Ein „Ja, aber…“ zähle nicht. „Das ist keine Alternative.“

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