Alles wie immer beim BVB: Götze und Alcacer teilen sich den Job in der Sturmspitze. Eine Tendenz setzt sich gegen Freiburg fort: Alcacer findet besser ins Spiel, wenn er von der Bank kommt.

Dortmund

, 03.12.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das 2:0 gegen den SC Freiburg wurde zum Festtag für die Statistiker, als Lukasz Piszczek uneigennützig quer spielte, anstatt selbst den Abschluss zu suchen - und Paco Alcacer den Ball zum 2:0 ins Freiburger Tor bugsierte. Der zehnte Saisontreffer des Spaniers entschied die Partie und hievte ihn an die Spitze einer besonderen Statistik. Wie der Freiburger Nils Petersen (in der Saison 2016/17) und Viorel Ganea vom VfB Stuttgart in der Saison 2002/03 hat Alcacer nun neun Tore als Joker erzielt. Angesichts der Konstanz, mit der der Spanier nach Einwechslungen trifft, und der Tatsache, dass der 25-Jährige diese Marke schon am 13. Spieltag erreichte, dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis Alcacer alleiniger Rekordhalter in dieser Kategorie sein wird.

Gegen eine Arbeitsteilung mit dem Sommer-Neuzugang, hatte Götze vor einigen Tagen erklärt, habe er nichts einzuwenden. Das gilt aus seiner Sicht wohl vor allem dann, wenn Mario Götze dabei der Spieler ist, der von Beginn an spielen und den Großteil der Arbeit verrichten darf. Nach dem schmucklosen 0:0 gegen Brügge, bei dem Alcacer startete und (wie viele andere) blass blieb, hatte Lucien Favre ihn gegen den SC Freiburg zunächst wieder auf die Bank gesetzt.

Eine sichere Anspielstation

Götze wusste in den diesmal 70 Minuten, die er auf dem Platz stand, durchaus zu gefallen. Seine Stärken als „falsche Neun“ kamen zur Geltung: Götze ist rund um den gegnerischen Strafraum viel unterwegs, er ist dort eine sichere Anspielstation und als „Wandspieler“ durchaus wertvoll für den BVB. Und er hatte sogar eine der besten Chancen der ersten Hälfte, als er mit einer beherzten Grätsche noch die Fußspitze an die scharfe Hereingabe von Jadon Sancho bekam und der Ball nur knapp den Freiburger Kasten verfehlte. Alcacer blieb nach seiner Einwechslung zunächst unauffällig - aber er bewies dann einmal mehr seinen Torriecher, als er gegen die entblößte Freiburger Deckung genau dort stand, wo er als echter Neuner eben stehen muss.

Richtig zufrieden dürfte Favre mit der Lösung momentan dennoch nicht sein. Obwohl Götze die eine gute Torszene hatte, ist er nicht der Spieler, der im Strafraum des Gegners für permanente Alarmstimmung sorgt. Ihn auf dem Rasen zu haben, bringt eine gewisse Ballsicherheit in vorderster Front, aber er ist kein Brecher, der Gegenspieler binden und dadurch Räume für Mitspieler schaffen kann. Alcacer auf der anderen Seite hat in Sachen Spielverständnis und Bindung zu den Mitspielern noch unübersehbar Nachholbedarf.

Komplette Trainingswoche sorgt für Fortschritte

Eine komplette Trainingswoche, die der Borussia nun ausnahmsweise bevorsteht, wird daran noch nicht grundlegend etwas ändern, aber für weitere Fortschritte sorgen. Favre wird dann abwägen müssen, wie er ins prestigeträchtige Derby auf Schalke gehen wird. Mit Götze in der Startelf, oder mit Alcacer, der seine Ungeduld momentan gut verbergen kann und dann nach Einwechslungen immer die richtige Antwort parat hat.

Auch die Königsblauen allerdings favorisieren seit einigen Wochen wieder das System mit Dreierkette und unterstützenden defensiven Außenbahnspielern, das der Borussia in den vergangenen Spielen häufig begegnete und zu schaffen machte. Die Statistik spricht dafür, die momentane Konstellation vorerst beizubehalten - und es hätte ja auch durchaus etwas, wenn sich Alcacer ausgerechnet in der Arena auf Schalke endgültig in die Geschichtsbücher schießen würde.

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