In der BVB-Offensive droht ein großes Loch

Transfergeflüster

Am Dienstag beginnt für Jürgen Klopp der Urlaub. Borussia Dortmunds Trainer will sich vier Wochen lang die Seeluft um die Nase wehen lassen, er braucht Abstand, er muss auch dringend abschalten. Die lange Saison, das war nach dem Ende der London-Reise unübersehbar, hat auch bei ihm Spuren hinterlassen.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 28.05.2013, 08:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während Klopp sich also allenfalls telefonisch in die Kaderplanung des BVB einschalten wird, will Sportdirektor Michael Zorc maximal „zwischendurch mal ein paar Tage“ ausspannen. Denn Zorc hat viel Arbeit vor sich.

Gestern wagte sich mal wieder Cezary Kucharski vor, einer der beiden Berater von BVB-Stürmer Robert Lewandowski. Kucharsky kündigte im polnischen TV an, „in ein, zwei Wochen“ werde der Transfer von Lewandowski über die Bühne gehen. Sein Mandant sei neugierig darauf, neue Menschen und einen neuen Trainer kennenzulernen, sagte Kucharsky, und auf die Frage, ob der neue Verein der FC Bayern sei, antwortete er knapp: „Ja!“

Soweit die längst bekannten Fakten. Dennoch ist die Personalie mittlerweile ein fast tägliches Medienthema. Hans-Joachim Watzke, Dortmunds Geschäftsführer, will sich als Konsequenz daraus „öffentlich gar nicht mehr äußern“, wie er am Montag auf Anfrage erklärte.De-Bruyne-Wechsel in der Schwebe

Ginge neben Mario Götze auch Lewandowski, würde das ein empfindlich großes Loch in die zentrale Offensive beim BVB reißen. Die angepeilte Verpflichtung von Kevin de Bruyne, der seinen Wunsch, zum BVB zu wechseln, bereits artikuliert hat, könnte sich noch hinziehen. Denn aus England ist zu hören, dass der designierte neue Chelsea-Trainer José Mourinho durchblicken ließ, dass er jeden Spieler im Kader zunächst persönlich in Augenschein nehmen möchte.

Klarer sieht Dortmund hingegen in der Defensive. Der Transfer von Werder-Spieler Sokratis hakt nur noch an Kleinigkeiten und wird noch in dieser Woche finalisiert. Damit hat der BVB langfristig einen Ersatz für Felipe Santana, der sich gestern via Facebook beim BVB für „fünf wunderschöne Jahre“ bedankte. Womit er indirekt bestätigte, dass seine Zukunft bei Schalke 04 liegen wird – Entscheidung auch noch in dieser Woche. Aktuell wird Sokratis aber zunächst als Vertreter von Lukasz Piszczek (anstehende Hüft-OP) gebraucht.

Julian Koch zum FSV Mainz 05 Einer, der lange als ein großes Abwehrtalent gehandelt wurde, bevor ihn unglaubliches Verletzungspech einholte, bricht wie Santana ebenfalls seine Zelte beim BVB ab: Julian Koch ist sich mit Mainz 05 einig, der BVB muss mit dem Erstliga-Konkurrenten noch eine Ablösesumme für den zuletzt an den MSV Duisburg ausgeliehenen 23-Jährigen verhandeln. Sie wird sich in mittlerer sechsstelliger Höhe bewegen.

 

Noch sind die meisten Personalien nicht über die Planungsebene hinaus fortgeschritten. Watzke aber gab sich schon in London kämpferisch: „Wer glaubt, dass wir schon den Höhepunkt erreicht haben, der wird sich wundern.“

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