Hummels möchte in Berlin mit Pokal einschlafen

Idee vom perfekten Schlussakt

Mats Hummels ist kein Freund von "letzten Malen", in den vergangenen Tagen aber kam der Innenverteidiger kaum darum herum. Am Samstag bestritt er sein letztes Spiel für den BVB im Signal Iduna Park, ein letztes Mal ging es vor der Partie zum Aufwärmen auf den Rasen, zum letzten Mal verabschiedete er sich nach dem 2:2 gegen den 1. FC Köln von den Fans auf der Südtribüne – ohne von einem Pfeifkonzert empfangen zu werden.

DORTMUND

, 17.05.2016, 06:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hummels möchte in Berlin mit Pokal einschlafen

Bilder der Partie BVB gegen Köln.

"Es ist seltsam, dass ich das alles jetzt nicht mehr erleben werde", sagt der zum FC Bayern wechselnde Dortmunder Kapitän und gibt zu: "Auch wenn ich ‚letzte Male’ nicht mag, wurde ich diesmal ein bisschen sentimental dabei." Und das, obwohl auf den obligatorischen Blumenstrauß, den scheidende Spieler normalerweise vor ihrem letzten Heimspiel in die Hand gedrückt bekommen, verzichtet wurde.

Zum Abschied ein Titel?

Dass er ohne offizielle Verabschiedung von den eigenen Fans den Klub nach achteinhalb Jahren verlassen wird, findet er zwar "schade", doch Hummels hat ohnehin größere Pläne: "Ich hoffe, dass der richtige Abschied am nächsten Sonntag folgt", sagt er, "auf einem Bus und bei einer achtstündigen Fahrt durch Dortmund …" Der 27-Jährige möchte sich unbedingt mit einem Pokalsieg gegen seinen neuen Klub verabschieden. "Einen Titel zu holen, ist unbeschreiblich", sagt er. Seit 2012 erlebte er dieses Gefühl in Dortmund nicht mehr. Jetzt, kurz vor dem Abschied, soll es wieder so weit sein.

Gab es vor zwei Wochen noch Schmähgesänge, böse Plakatbotschaften und Pfiffe, erlebte Hummels am Samstag einen ruhigen Arbeitstag. Das passte zu seinen Erlebnissen in den vergangenen Tagen. Die Wogen haben sich inzwischen geglättet. "Die, die mich kennen, haben großes Verständnis für meine Entscheidung", berichtet er, "viele sagen, dass es zwar schade sei, sie es aber nachvollziehen könnten, dass ich nach München gehen werde. Ich glaube, das ist eine ganz treffende Überschrift."

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Doch noch ist das Kapitel BVB nicht beendet. Die Vorstellung von Klub-Präsident Dr. Reinhard Rauball, der im Gespräch mit dieser Redaktion den Wünsch äußerte, Hummels würde am nächsten Samstag volltrunken mit dem Pokal in der Hand einschlafen, hat es dem Innenverteidiger angetan. "Wenn es so weit ist, werde ich ihn mal fragen, ob ich ihn wirklich mit aufs Zimmer nehmen darf", kündigt Hummels an, "das wäre ein schöner Schlussakt." 

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