Hertha-Profi Kalou gefährdet den BVB – der hat Maßnahmen getroffen

dzBorussia Dortmund

Borussia Dortmund fiebert der Wiederaufnahme der Bundesliga entgegen, ausgerechnet Hertha-Profi Kalou könnte das verhindern. BVB-Boss Watzke versteht die Empörung.

Dortmund

, 05.05.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Weg zurück in den Spielbetrieb war geebnet. Das DFL-Hygienekonzept stand und erntete positive Resonanz aus der Politik und von den Gesundheitsbehörden. Der BVB und die übrigen Bundesliga-Klubs testeten ihre Spieler, Trainer und Betreuer auf das Coronavirus. Die ersten Teams des Fußball-Oberhauses nahmen nach zwei negativen Testdurchläufen sogar das Mannschaftstraining wieder auf. Alles lief gut. Doch dann kam Salomon Kalou mit seiner Handykamera.

Video von Kalou ließ Zweifel aufkommen

Kalou streamte am Montag live ins Netz, wie er Mannschaftskollegen in der Umkleidekabine des Hauptstadtklubs Hertha BSC per Handschlag begrüßte, wie er locker feixend einem anderen Spieler bei dessen Coronatest ganz nah kam und ein Hertha-Mitarbeiter ohne besondere Schutzkleidung den Test durchführte. Dieses Video ließ vielerorts die Zweifel aufkeimen, ob es die Bundesligaklubs doch nicht so ganz ernst nehmen mit dem Hygienekonzept, das sie sich selbst verordnet haben.

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„Ich verstehe die Empörung, die dieses Video ausgelöst hat“, sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit dieser Redaktion, und: „Es gibt klare Regeln, an die sich alle zu halten haben, und dort wurde gegen diese Regeln verstoßen. Es war richtig, dass Hertha dieses Verhalten sanktioniert hat.“ Die Berliner suspendierten den ivorischen Stürmer Kalou, da er laut Manager Michael Preetz „nicht nur Hertha BSC einen großen Schaden zugefügt hat, sondern vor allem in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die Rolle des Profifußballs den Eindruck erweckt, dass einzelne Spieler das Thema Corona nicht ernst nehmen.“

BVB-Boss Watzke: „Eine absolute Ausnahme“

Borussias Boss Hans-Joachim Watzke glaubt nicht, dass das Hygienekonzept in einigen Klubs auf die leichte Schulter genommen wird. „Das, was wir in diesem Video gesehen haben, war aus meiner Sicht eine absolute Ausnahme.“ Und im Namen seines Vereins unterstrich er: „In Dortmund wird das Konzept aus Überzeugung gelebt, das spüre ich an jedem einzelnen Tag.“ BVB-Teamarzt Dr. Markus Braun sei einer der Initiatoren des Konzeptes gewesen, „er achtet strengstens darauf, dass wir Hygienemaßnahmen penibel einhalten“.

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Nach Informationen unserer Redaktion zeigten sich auch viele BVB-Profis entrüstet über Kalous Video, da sie selbst tagtäglich unter strikten Vorgaben dem Konzept entsprechend arbeiten. Die medizinischen Behandlungsräume für die Corona-Tests seien gegen unbefugten Zutritt gesichert, es herrsche Kontaktverbot und stete Desinfektionspflicht, auf dem Trainingsgelände seien extra mehrere Umkleideräume eingerichtet worden, damit sich nur wenige Spieler direkt begegnen. Klubmitarbeiter wie Zeugwarte oder medizinisches Personal tragen im direkten Umgang mit Spielern Schutzkleidung, geduscht und gegessen werde zuhause. Der BVB, der mittlerweile die zweite Coronatest-Runde absolviert hat, setzt auch bei der Entscheidung, wann er ins Mannschaftstraining zurückkehrt, weiterhin auf eine enge Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden. Hans-Joachim Watzke: „Das ist für uns der sicherste und beste Weg.“

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