Hendrik Krüzen kritisiert BVB-Profis – und deutet Verhandlungen mit Matthijs de Ligt an

Borussia Dortmund

Borussia Dortmunds ehemaliger Co-Trainer Hendrik Krüzen schießt scharf gegen einige Spieler, die er in der Saison 2017/2018 beim BVB trainierte. Namen nennt er nicht. Aber er wird sehr deutlich.

Dortmund

, 28.08.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hendrik Krüzen kritisiert BVB-Profis – und deutet Verhandlungen mit Matthijs de Ligt an

Hendrik Krüzen hat gegenüber einigen BVB-Profis scharfe Kritik geäußert. © imago

Ein bisschen Zeit ist ja noch bis zum großen Wiedersehen. Am 14. September kommt Hendrik Krüzen, den alle nur Hendrie nennen, mal wieder nach Dortmund. In der Saison 2017/2018 hat Krüzen als Co-Trainer an der Seite von Peter Bosz für den BVB gearbeitet. Die Geschichte ist bekannt. Raketenstart, Raketenabsturz: Nach nur 163 Tagen war wieder Schluss für Bosz und Krüzen bei Borussia Dortmund.

Am vierten Spieltag trifft der BVB auf Leverkusen

Seit Ende des vergangenen Jahres ist das Trainerduo wieder in der Bundesliga unterwegs – und das bislang sehr erfolgreich. Bosz und Krüzen führten Bayer Leverkusen nach einer sehr dürftigen Hinrunde unter Heiko Herrlich in der Rückrunde noch bis auf Platz vier und damit in die Champions League. In dieser Saison ist die Werkself genau wie der BVB noch ohne Punktverlust – und am vierten Spieltag wartet das direkte Duell des geheimen Titel-Favoriten aus Leverkusen gegen den offenkundigen Titel-Favoriten aus Dortmund.

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Auf einige Spieler, die noch heute beim BVB spielen, freut sich Krüzen. Mario Götze zum Beispiel, zu dem er immer noch viel Kontakt hat, wie er im Interview mit „Spox“ erzählt. Oder Lukasz Piszczek, den er in den höchsten Tönen lobt, als „Gewinnertyp, der eine Mannschaft mitreißen kann“.

Krüzen: „Spieler in ihrer eigenen Welt“

Auf andere freut er sich wohl weniger, auch wenn er keine Namen nennt. „In Dortmund gab es damals Spieler, die ein bisschen in ihrer eigenen Welt gelebt haben. Wenn zu viele Spieler denken, sie können tun, was sie wollen, dann bist du als Trainer ohne Chance“, sagt der 54 Jahre alte Niederländer. Mit dem Wissen von heute hätten er und Peter Bosz, die seit 20 Jahren als Trainergespann unzertrennlich sind, damals besser nicht in Dortmund, sondern bei Bayer zugesagt, das sich ebenfalls um Bosz und Krüzen bemühte.

Hendrik Krüzen kritisiert BVB-Profis – und deutet Verhandlungen mit Matthijs de Ligt an

Auf das Wiedersehen mit Mario Götze freut sich Hendrik Krüzen. © Guido Kirchner

„Wenn man irgendwo entlassen wird, kann man es später natürlich immer als Fehler bezeichnen, dort überhaupt hingegangen zu sein“, sagt Krüzen. „Aber das ist müßig. Vielleicht hätte man etwas mehr Ruhe bewahren können. Gerade nach dem Superstart hat man ja gesehen, dass das, was sie in Dortmund gerne haben wollten, klappen kann.“

Krüzen hätte de Ligt gerne in Dortmund gesehen

Als Ursache für den Absturz in Dortmund nennt der ehemalige Linksaußen auch das Verletzungspech. „Dass es dann nach unten ging, hatte natürlich auch personelle Gründe, als sich Lukasz Piszczek verletzte und wir viel in der Abwehr tüfteln mussten. Möglicherweise hätten wir schon im Sommer auf hochkarätige Neuzugänge drängen sollen.“

Bei den verpassten Neuzugängen spielt er sehr deutlich auf Matthijs de Ligt an, den Bosz und Krüzen aus ihrer Zeit bei Ajax Amsterdam kannten und schätzten. „Wir standen mit einigen auch schon in Gesprächen. Und das waren Spieler, die auch für einen Klub wie den BVB Hochkaräter gewesen wären. Ob man es hätte umsetzen können, weiß ich nicht. Aber einer davon ist jetzt im Sommer für viel Geld von Ajax zu Juventus Turin gewechselt.“

„Als wir dann die Schwächephase hatten, so ist es nun einmal oft im Profifußball, bekamen wir leider nicht mehr die Zeit, das geradezubiegen.“
Hendrik Krüzen

Letztendlich sei in Dortmund eins zum anderen gekommen. „Als wir dann die Schwächephase hatten, so ist es nun einmal oft im Profifußball, bekamen wir leider nicht mehr die Zeit, das geradezubiegen und im Winter neue Spieler zu holen.“

Defensive des BVB geriet aus den Fugen

Durch den Piszczek-Ausfall sei die Defensive des BVB aus den Fugen geraten. „Es mussten Innenverteidiger als Außenverteidiger ran. Wenn die Dinge nicht mehr richtig umgesetzt werden, dann bekommt man Probleme. Wir hatten in dieser Phase letztlich zu viele Spieler, die bei Ballverlust nach hinten und nicht nach vorne liefen. Das hat den gesamten Mannschaftsverbund aus der Balance gebracht.“

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Für die offensive Spielidee brauche es aber Spieler, die auch offensiv denken. „Für unseren Spielstil benötigen wir Spieler, die nicht nach hinten laufen, sondern nach vorne verteidigen. Lukasz Piszczek war einer derjenigen, die unseren Ansatz richtig gut fanden und nicht gezweifelt haben.“

Auch Bosz hat sich schon kritisch geäußert

Es sind klare Worte von Krüzen in Richtung Dormtund. Und es sind nicht die ersten dieser Art des ehemaligen BVB-Trainergespanns. Auch Peter Bosz hatte vor dem Rückspiel der vergangenen Saison zwischen der Werkself und dem BVB im Februar, das Borussia Dortmund letztlich 3:2 gewann, durchblicken lassen, dass sich damals nicht alle Spieler beim BVB auf seine Spielphilosophie einlassen wollten.

Der Grieche Sokratis, mittlerweile in Diensten des FC Arsenal, war nur einer von ihnen. Andere sind noch immer da – und freuen sich vermutlich weniger auf das Wiedersehen mit Bosz und Krüzen Mitte September als Götze und Piszczek. Für Julian Brandt wird das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub ohnehin ein besonderes Spiel.

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