Hansi Küpper: BVB-Trainer Favre weiß um die Bedeutung des Freiburg-Spiels

dzGastkolumne

Nach dem Supercup-Testspiel wartet auf den BVB die Pflicht in der Bundesliga. Lucien Favre weiß um die Bedeutung des Freiburg-Spiels, meint TV-Kommentator Hansi Küpper in seiner Gastkolumne.

von Hansi Küpper

Dortmund

, 01.10.2020, 22:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Supercup, er war mal wieder nur ein Testspiel. Und das auch noch sie so sehr wie am Mittwoch. Man hat wirklich gemerkt, dass es die Corona-Saison ist und alle ganz andere Sorgen haben. Die beiden Mannschaften haben nach den Niederlagen vom Wochenende schon an den nächsten Spieltag in der Bundesliga gedacht. Es gab genau eine Person im Stadion, für die das nicht galt: Joshua Kimmich - und das ehrt ihn.

Bayern gegen BVB: Katastrophale Fehler gehen den Toren voraus

Nach dem schnellen 0:2 hatte ich schon die Befürchtung, dass es so enden könnte wie zuletzt immer in München. Denn wenn Borussia Dortmund auf dem Weg war, sich dort verprügeln zu lassen, dann ist man diesen Weg auch gerne konsequent zu Ende gegangen. Die Art und Weise, wie man zu den Gegentoren eingeladen hat, war alarmierend.

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Aus Dortmunder Sicht ist aber die positive Erkenntnis, dass man in der zweiten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft war und zurückgekommen ist. Das hat mir gefallen. Es war hochunterhaltsam, weil wir sehr fehlerhaften Fußball gesehen haben, und der in der Regel immer hochunterhaltsam ist. Wenn man sich die fünf Tore nochmal ansieht, kann man bei vier davon von einem wirklich katastrophalen Defensivverhalten der jeweiligen Mannschaft sprechen.

BVB-Trainer Favre weiß um die Bedeutung des Spiels gegen Freiburg

Unterm Strich war es für Borussia Dortmund aber in Ordnung. Wenn man verprügelt worden wäre, wäre es schlimm gewesen. Aber diesen Supercup darf man auf keinen Fall überbewerten.

Trainer wie Lucien Favre müssen sich Gedanken machen, wie sie möglichst stark in die nächsten Bundesliga-Spiele kommen. Das war auch am Mittwoch klar erkennbar. Wenn Favre einen gerade aufdrehenden Haaland auswechselt, dann tut er das nicht, weil er die BVB-Fans ärgern möchte. Er tut das, weil er nach der Erfahrung des Augsburg-Spiels um die überragende Bedeutung des Spiels gegen Freiburg weiß.

Augsburg liefert die Blaupause, wie man gegen den BVB spielen muss

Gegen den Sportclub erwarte ich übrigens kein Feuerwerk, sondern einen hart umkämpften Sieg des BVB. Der SC weiß nämlich genau, welche Probleme Dortmund bekommt, wenn eine Mannschaft so auftritt, wie das in Augsburg am letzten Samstag der Fall war. Am Ende ist es aber natürlich auch eine Sache von vielen Nuancen. Ich glaube, dass die Borussia ein ähnlich schweres Spiel erleben, aber das Ding knapp für sich entscheiden, sich den Sieg erarbeiten wird.

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Für mich war das, was wir in Augsburg gesehen haben, eine Art Blaupause. Das werden wir in dieser Saison noch serienweise so erleben. Auch Freiburg kann mit hoher taktischer Disziplin, Konzentration und durchaus personeller Stärke der Favre-Elf das Leben schwer machen. Aber: Dortmund ist individuell natürlich besser besetzt und spielt zuhause. Trotzdem wäre es das Schlimmste, was die BVB-Fans machen könnten, nach der Leistung von Augsburg auf den großen Befreiungsschlag zu hoffen und ein 4:0 oder 5:0 zu erwarten.

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