BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke übt scharfe Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer. © dpa
Borussia Dortmund

Hans-Joachim Watzke empfiehlt: Zwayer sollte keine BVB-Spiele mehr leiten

Die Diskussionen nach dem BVB-Topspiel gegen den FC Bayern gehen weiter. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nimmt Jude Bellingham in Schutz und übt scharfe Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer.

Frust über eine verpasste Chance und Ärger über strittige Entscheidungen, die ein echtes Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern zu Ungunsten der Borussia kippen ließen: Auch am Morgen nach dem 2:3 des BVB in einer Partie, die Hans-Joachim Watzke als „Werbung für den deutschen Fußball und die Bundesliga“ bezeichnete und für die er auch aus dem Ausland viele positive Nachrichten erhalten hatte, mochte der BVB-Geschäftsführer noch nicht wieder zur Tagesordnung übergehen. Watzke meinte angefressen: „Es ist nie gut, wenn nach so einem spektakulären Fußballspiel fast ausschließlich über den Schiedsrichter gesprochen wird.“

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Ein nicht gegebener Elfmeter nach einem harten Körperkontakt von Lucas Hernandez gegen Marco Reus und das nachträglich mit Strafstoß bewertete Handspiel von Mats Hummels standen auch am Tag nach dem dramatischen Ausgang der Partie im Mittelpunkt der Diskussionen. Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten kritisierte Watzke vor allem die selbstherrliche Art des Unparteiischen, der „bestimmt nicht seinen besten Tag“ gehabt habe. „Er stellt sich bei Sky in einer, wie ich finde, wenig selbstkritischen Art. Er sagt, dass er den Kontakt oben bei Reus als normalen Kontakt bewertet, jeder sieht aber in der Zeitlupe glasklar, dass es unten auch zu einem Kontakt gekommen ist. Wenn Zwayer sagt, dass er den nicht gesehen und in Köln nachgefragt hat, ob es einen weiteren Kontakt gegeben hat, müssen die dort ja auch geschlafen haben.“

BVB-Boss Watzke: „Großartiges Spiel in den Hintergrund gedrängt“

Auch der Elfmeter gegen den BVB sei mehr als diskutabel, so Watzke: „Wenn er, wie er sagt, in diesem Spiel eine großzügige Linie verfolgt hat, was er auch nicht auf beiden Seiten einheitlich durchgezogen hat, ist es ein No-Go, nach dem nicht gegebenen Reus-Elfmeter bei Hummels nachträglich auf Strafstoß zu entscheiden. Dort hat er ja angeblich das Handspiel sogar in Echtzeit gesehen und als nicht strafwürdig bewertet. War es dann eine krasse Fehlentscheidung, die man korrigieren muss? Mats gerät ins Straucheln, Thomas Müller drückt auf seine Schulter, er sieht den Ball gar nicht, sein Mitspieler berührt ihn ebenfalls deutlich, da ist es ja normal, dass man die Arme nach vorne streckt, um sich beim Fallen abzustützen. Absicht wird ihm ohnehin niemand unterstellen wollen.“ Es sei schade, so Watzke, „dass ein großartiges Spiel dadurch so sehr in den Hintergrund gedrängt wird.“

Ausdrücklich Rückendeckung gibt der BVB-Boss Jude Bellingham, der nach der Partie in einem Interviews des norwegischen Senders „Viaplay Footbal“ erklärt hatte, sich „über viele Entscheidungen des Unparteiischen geärgert“ zu haben und dann noch auf die Beteiligung Zwayers am Manipulations-Skandal 2005 um Robert Hoyzer hinwies. „Man gibt einem Schiedsrichter, der schon einmal ein Spiel verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was willst du da erwarten?“, hatte Bellingham gesagt, der dafür später eine Strafe erhielt.

Hans-Joachim Watzke springt BVB-Youngster Bellingham zur Seite

Watzke sprang dem englischen Nationalspieler zur Seite: „Um es klar zu sagen: Jude hat keine Lügen verbreitet, sondern in der Vergangenheit Geschehenes dargelegt. Und man sollte vielleicht mal die Emotionen berücksichtigen, die hochkommen, wenn sich ein 18-Jähriger in so einem spektakulären Spiel um den Erfolg für seine Leistung gebracht sieht. Diese Aussage hätte natürlich nicht sein müssen, aber ich sehe dort nichts Unwahres.“ Er rechne nicht damit, so Watzke, „dass das noch ein Nachspiel für Jude hat.“

Nicht zum ersten Mal waren BVB und Schiedsrichter Zwayer in der Beurteilung strittiger und auch spielentscheidender Szenen krass unterschiedlicher Meinung. Für Watzke ist in diesem Punkt eine Grenze erreicht. „Es wäre sicher für alle Seiten am besten, wenn der DFB entscheiden würde, ihn vorerst keine BVB-Spiele mehr leiten zu lassen.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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