Grand Resort Bad Ragaz: So wohnen die BVB-Profis während des Trainingslagers

dzBorussia Dortmund

Luxus pur für die BVB-Profis im Trainingslager: Bis zum 2. August residiert der schwarzgelbe Tross im Grand Resort Bad Ragaz. Wir haben mit General Manager Marco Zanolari (42) gesprochen.

Dortmund / Bad Ragaz

, 27.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Es ist mittlerweile der neunte Besuch des BVB im Grand Resort in Bad Ragaz. Entwickelt sich im Laufe der Jahre Routine oder bleibt es aufregend?
Es bleibt besonders. Für uns ist es jedes Mal wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Wir freuen uns wirklich und haben in diesem Jahr als besonderes Highlight das Hotel sogar in Schwarzgelb gehüllt. Wir haben umgebaut und eine neue Lichtanlage installiert, mit der wir die Farben wechseln können. Und wenn der BVB kommt, erstrahlt das Hotel selbstverständlich in Schwarzgelb.


Gibt es besondere Herausforderungen, vor denen Sie stehen, wenn rund 30 Fußballprofis in Ihrem Hotel einchecken?
Nicht unbedingt. Durch die Profis entstehen eigentlich keine besonderen Herausforderungen. Wir begrüßen den BVB zum neunten Mal bei uns und die Abläufe sind uns bekannt. Was allerdings besonders ist, ist die Situation mit den Fans, von denen erfahrungsgemäß sehr viele nach Bad Ragaz kommen. Da ist ein wenig Vorsicht geboten. Wie können wir da unterstützen, wie können wir helfen? Kommen die Fans ins Hotel? Belästigen sie vielleicht sogar die Spieler? Das sind die kniffligen Fragen.

Grand Resort Bad Ragaz: So wohnen die BVB-Profis während des Trainingslagers

General Manager Marco Zanolari (42). © David Biedert

Privatsphäre ist ein großes Thema?

Immer. Aber das ist es für jedes Hotel. Es ist sogar ein Stück weit unser Kerngeschäft.


Wie muss man sich das vorstellen? Wie lange bereiten Sie sich mit Ihrem Team auf so einen Besuch des BVB vor?

Das dauert schon ein bisschen. Das Wichtigste ist tatsächlich der Fußballplatz. Der Rasen muss stimmen. Da sind wir seit dem Frühling dran. Wir arbeiten mit mehreren Platzwarten zusammen, mit dem FC Bad Ragaz und mit der Gemeinde - und es stecken viele Leute viel Herzblut in diesen Fußballplatz (lacht). Wir schauen da natürlich drauf, obwohl es nicht in unserem direkten Verantwortungsbereich liegt, weil es am Ende ausschlaggebend dafür ist, ob der BVB bei uns zufrieden ist. Wenn der Platz nicht gut ist, können wir noch so schön kochen und noch so schöne Zimmer anbieten, das spielt dann alles keine Rolle mehr. Hier im Hotel laufen die Vorbereitungen seit etwa einem Monat. Die Zimmerbelegung ist ein wichtiges Thema. Das Team soll natürlich eng beieinander wohnen. Gleichzeitig soll aber auch kein anderer Gast deswegen umziehen müssen. Das beschäftigt uns logistisch schon ein bisschen.


Es kommen ja auch nicht nur die Fußballer vom BVB, es kommt ein ganzer schwarzgelber Tross. Mit wie vielen Personen checkt der BVB letztendlich bei Ihnen ein?
Mit vielen (lacht). Die genaue Zahl habe ich tatsächlich nicht im Kopf, aber die Gruppe ist relativ groß - und entsprechend groß ist die logistische Herausforderung für uns als Hotel.

Sie verfolgen Pläne, eine hoteleigene Fußballanlage zu bauen. Wie weit fortgeschritten ist der Plan?

Der Plan lebt, aber es geht auch um Baugenehmigungen - und das kann dauern. Da sind wir noch nicht in der finalen Phase. Wir diskutieren verschiedene Möglichkeiten mit der Gemeinde, aber das geht in der Schweiz nicht über Nacht. Die Absicht, eine eigene Fußballanlage zu bauen, um den Klubs noch mehr Komfort zu bieten, ist da. Wir schauen verschiedene Locations an, die in Frage kommen könnten. Ein wenig Geduld werden wir aber sicherlich noch brauchen.


Dann sprechen wir lieber über den Fußballplatz, der schon da ist. Wie gut ist er denn, wenn er so wichtig ist?

Der Platz ist super in Schuss. Wir hatten West Ham United vor zwei Wochen hier, die sehr zufrieden mit dem Platz waren. Die Bedingungen sind top, am Rasen wird es nicht scheitern (lacht).


Sind Fußballprofis als Gäste eigentlich komplizierter als „normale“ Hotelgäste? Muss man ihnen besonders viel hinterhertragen, haben sie besonders viele Sonderwünsche?

Nein, glaube ich nicht. Die Wünsche unserer Gäste zu erfüllen, ist unser Geschäft. Wir sind ein Fünf-Sterne-Hotel, da sollte kein Wunsch unerfüllt bleiben, falls möglich.

Grand Resort Bad Ragaz: So wohnen die BVB-Profis während des Trainingslagers

Feines Geläuf: der BVB-Trainingsplatz in Bad Ragaz. © Guido Kirchner

Und hat es für Sie und Ihr Hotel nur Vorteile, wenn eine Fußballmannschaft eincheckt? Oder birgt der Besuch des BVB auch Schwierigkeiten?

Grundsätzlich hat es sehr viele Vorteile, sonst würden wir es nicht machen. Und damit meine ich nicht nur die wirtschaftlichen Effekte, die natürlich gut für uns sind. So eine Fußballmannschaft bringt auch Leben ins Hotel. Das hat auch einen positiven Effekt nach innen. Es motiviert die Mitarbeiter auf eine besondere Art und Weise. Es ist eben schon speziell, wenn Bundesliga-Profis in unserem Hotel residieren. Wir freuen uns wirklich jedes Jahr sehr, wenn der BVB kommt.


Das heißt, der BVB hat keine abschreckende Wirkung auf Gäste, sondern eine anziehende?

Größtenteils ja. Natürlich gibt es auch Gäste, denen es in dieser Zeit vielleicht zu unruhig ist, weil im Hotel und im Dorf insgesamt mehr los ist als sonst, auch die Presse geht schließlich ein und aus bei uns in dieser Zeit. Aber grundsätzlich ist der Tenor sehr positiv. Und ich glaube, auch die Damen freuen sich, wenn ein paar gut aussehende Leistungssportler bei uns durchs Hotel laufen (lacht).

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