Gesicht des BVB hat sich deutlich verändert

Jung, schnell und formbar

28 Spieler umfasst der Kader von Borussia Dortmund. Radikal, ambitioniert, vielversprechend: Mit diesen Vokabeln wird der Umbruch im BVB-Team zur Saison 2016/17 beschrieben. Einige Leitlinien lassen sich ablesen. Zum Beispiel die Handschrift des Trainers.

DORTMUND

, 05.09.2016, 06:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stichwort: Verjüngung

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Stichwort: Verjüngung

Als den Borussen-Bossen einleuchtete, dass der Kader in diesem Sommer sein Gesicht deutlich verändern würde, wollten sie aus der Not eine Tugend machen. „Irgendwann brauchst du mal eine Auffrischung des Kaders“, erklärte Watzke. Man habe den Umbruch „konzeptionell genutzt“, um die Altersstruktur zu verjüngen. Nur Roman Weidenfeller (36), Lukasz Piszczek (31) und Adrian Ramos (30) liegen jenseits der 30 Jahre, dem stehen vier Teenager entgegen.

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Von den Neuen gehören André Schürrle (25) und Sebastian Rode (25) als 90er-Jahrgänge zu den Ältesten. Es seien „auf der einen Seite junge, extrem talentierte Spieler“, aber eben auch Nationalspieler und gestandene Profis hinzugekommen, „die für uns sehr verlässliche Größen darstellen“, meint Zorc, der „eine gute Mischung“, sieht. Der aktuelle Kader vereint 399 Einsätze in der Champions League. Trotzdem haben die meisten Akteure noch nicht viele Titel geholt. Jung und hungrig.

Stichwort: Tempo

Der Faktor Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit entwickelt sich immer mehr zum entscheidenden Kriterium im Profifußball. Beim BVB schlägt dies vor allem bei der Abteilung Attacke voll durch, ohne eindimensional zu werden. „Gerade im Offensivbereich“, sagt Zorc, „haben wir auch und gerade jetzt sehr viele Möglichkeiten, da können wir viel variieren.“

Turbodribbler sind national wie international heiß begehrt, die Borussen haben nun mehr als eine Handvoll davon zur Verfügung. Beim internen Sprintwettkampf (mit Ball) kämen mehrere Profis als Sieger in Betracht.

 

Stichwort: Tuchel

Nicht selten hat Tuchel betont, auf welch einer guten Basis er in Dortmund aufbauen konnte. Dennoch veränderte er nicht nur die Spielweise, sondern auch das Personal. Jeder Trainer hat nun einmal seine eigenen Vorstellungen. Unter Vorgänger Jürgen Klopp fast unumstößliche Stammspieler wie Jakub Blaszczykowski und Neven Subotic oder auch Nuri Sahin sortierte Tuchel aus. An Spielern wie Lukasz Piszczek oder Marcel Schmelzer hält er hingegen fest. Die Zusammenarbeit mit Julian Weigl, dessen Transfer vor Tuchels Amtsantritt feststand, ist ein Glücksfall für beide Seiten.

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Stichwort: Konkurrenz

Diese Spieler und diese Mannschaft seien „noch längst nicht am Limit ihres Leistungsvermögens“, sagt Watzke. Ein Baustein dazu könnte das Rennen um die Startelf- und Kaderplätze sein. Erstmals in seiner Geschichte hat der BVB alle Positionen mindestens doppelt und hochwertig besetzt. Die ersten Härtefälle von Spielern, die am Spieltag von der Tribüne aus zusehen müssen, zeichnen sich ab. Tuchel wird gefordert sein, dies zu moderieren und abzufedern, bei all seiner Strenge und Zielstrebigkeit. Und die Spieler müssen sich damit zurechtfinden.

Watzke räumte vorab ein, dass man mit Anlaufschwierigkeiten rechnen müsse, es könnte holprig werden in den ersten Wochen. „Wir brauchen Geduld. Aber der Trainer beherrscht es exzellent, aus hoch veranlagten Spielern eine Mannschaft zu formen.“

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Stichwort: Hierarchie

Die Konstellation verspricht Spannung. Bei der Ernennung von Marcel Schmelzer zum Kapitän druckste Tuchel lange herum, die Meinungsführer wie er, Nuri Sahin oder Sven Bender sind sportlich nicht unantastbar. Marco Reus fehlt oft verletzt. „Ich glaube, dass die Zeiten sich geändert haben und Verantwortung heute auf mehreren Schultern verteilt wird, das lebt unsere Mannschaft auch so“, sagte Alleinentscheider Tuchel zur Kapitänsfrage. Zorc meint: „Die Hierarchie in der Mannschaft ist aufgebrochen, da entwickelt sich etwas Neues.“ 

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