Geisterspiele beim BVB: Virologe Dittmer sieht Probleme

Borussia Dortmund

Der Essener Virologe Ulf Dittmer steht den geplanten Geisterspielen in der Bundesliga und beim BVB skeptisch gegenüber. Er sieht ein ethisches Problem.

Dortmund

, 15.04.2020, 10:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prof. Ulf Dittmer ist Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik in Essen.

Prof. Ulf Dittmer ist Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik in Essen. © picture alliance/dpa

Die Bundesliga soll Anfang Mai wieder den Betrieb aufnehmen, auch für den BVB – vermutlich zunächst ohne den verletzten Dan-Axel Zagadou – sind dann Geisterspiele angedacht. Um Infektionen mit dem Coronavirus zu verhindern, sollen die Spieler regelmäßig getestet werden. Ulf Dittmer, Direktor des Essener Instituts für Virologie, sieht aber genau darin ein Problem: Dem Fußball würde eine Sonderrolle zukommen, die ethisch nicht vertretbar sein könnte.

Geisterspiele beim BVB: Virologe hat gemischte Gefühle

Der Virologe sieht dem Vorhaben der Fußball-Bundesliga, die Saison in der anhaltenden Corona-Krise mit Geisterspielen zu beenden, daher mit gemischten Gefühlen entgegen. Für unproblematisch hält er Pläne, nur rund 250 Beteiligte pro Partie in das Stadion zu lassen. Andere angeblich angedachte Maßnahmen bewertet Dittmer jedoch kritisch.

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So äußerte er Zweifel, ob die angeblich alle drei Tage geplanten Tests von Profis und Betreuern auf das Corona-Virus „ethisch vertretbar“ sind: „Wir haben keine unendlichen Testkapazitäten. Wir müssen unsere Tests so vernünftig einsetzen, dass sie denjenigen Personen, die sie wirklich benötigen, zugute kommen. Das sehe ich sehr kritisch, wenn sich die Ressourcen für die Tests nicht deutlich verbessern“, sagte Dittmer.

Ein Spieler könnte zwei Mannschaften in Quarantäne schicken

Die größten Probleme sieht er für den Fall eines positiv getesteten Profis. „Wenn man 90 Minuten Fußball spielt, gibt es so viele enge Kontakte, dass man sagen müsste, dass die Personen aus der Kontaktgruppe 1 eines Infizierten - so nennt man die Gruppe mit der höchsten Gefährdung - in Quarantäne gehen. Das ist das Vorgehen der allermeisten Gesundheitsämter“, sagte Dittmer.

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Will heißen: Wird ein Spieler des BVB etwa nach dem Revierderby positiv getestet, müssten auch die Schalker in Quarantäne. Ebenso sieht es bei den anderen Partien aus – die Bundesliga könnte dann wieder ganz schnell ruhen. Und die vielen Tests wären umsonst gewesen.

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